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Ist der Taxibus eine Alternative?

15.05.12 (NVR) Autor:Jürgen Eikelberg

Im Dezember 2009 wurde er in großem Stil im Rhein-Sieg-Kreis eingeführt: der TaxiBus – der „Bus“ auf Bestellung. Zeit, einmal zurück zu blicken und ein Fazit zu ziehen. Wie wurde dieses Angebot durch die Bevölkerung angenommen? Steigt die Nachfrage oder sinkt sie? Muss gegebenenfalls etwas verbessert werden? Diesen Fragen ist das Planungsamt des Rhein-Sieg-Kreises nachgegangen und zieht eine positive Bilanz für das gesamte Kreisgebiet. In der vergangenen Ausschusssitzung wurde den Mitgliedern des Planungs- und Verkehrsausschusses des Rhein-Sieg-Kreises das Ergebnis vorgestellt.

Die Einführung eines neuen Fahrplanangebotes durch die Bereitstellung eines TaxiBusses erfolgte aufgrund der Größe des Kreisgebietes in zwei Schritten: Bereits im Dezember 2009 wurde der TaxiBus zunächst im linksrheinischen Kreisgebiet eingeführt, im Dezember 2010 dann auch im rechtsrheinischen Kreisgebiet.

Kreisweit gibt es derzeit 29 TaxiBus-Linien bzw. Linien auf welchen der TaxiBus zu bestimmten Zeiten fährt, schwerpunktmäßig in den Städten/Gemeinden Rheinbach, Swisttal, Bornheim, Eitorf, Windeck und Königswinter. Der TaxiBus verkehrt dabei dort, wo die Nachfrage für den Betrieb eines herkömmlichen Busses zu gering ist. Im Jahr 2011 wurden kreisweit 54.688 Fahrten mit dem TaxiBus durchgeführt und dabei 104.117 Fahrgäste befördert.

Im linksrheinischen Kreisgebiet, wo der TaxiBus bereits im zweiten Betriebsjahr fährt, konnte eine Fahrgaststeigerung gegenüber dem Jahr 2010 von 16% verzeichnet werden. Da auch die Nachfrage auf den neu eingerichteten Linien eine im Jahresverlauf steigende Tendenz aufweist, rechnet die Verwaltung mit weiter steigenden Fahrgastzahlen für das Jahr 2012.

„Wir freuen uns, dass das Angebot von der Bevölkerung so gut angenommen wird“, so Michael Jaeger, Planungsdezernent des Rhein-Sieg-Kreises. „Nachdem die ersten Kinderkrankheiten überwunden waren, erhalten wir überwiegend positive Rückmeldungen sowohl von den Kundinnen und Kunden des TaxiBusses als auch aus den Kommunalverwaltungen“.

Im Vergleich zum herkömmlichen Busverkehr unterscheidet sich der TaxiBus zunächst nur dadurch, dass ein Fahrtwunsch vom Fahrgast vor Fahrtbeginn angemeldet werden muss. Dabei verkehrt das Fahrzeug wie der Bus nach einem festgelegten Fahrplan auf einer festgelegten Strecke von Haltestelle zu Haltestelle. Anstelle eines großen Linienbusses fährt jedoch ein Kleinbus oder sogar ein Taxi, denn mit der Durchführung des Verkehrs werden örtliche Taxiunternehmen beauftragt. Hier profitieren der Rhein-Sieg-Kreis sowie die Verkehrsunternehmen von der vorhandenen Erfahrung mit der Durchführung kurzfristig bestellter Fahrleistungen vor Ort.

Mit dieser Kooperation und dadurch, dass nur die Fahrten vergütet werden (d.h. vom Rhein-Sieg-Kreis bezuschusst werden) für die auch tatsächlich eine Bestellung vorliegt, wird es erst möglich, ein derart umfangreiches Fahrplanangebot überhaupt bereitzustellen.

„Wir beobachten mit den Verkehrsunternehmen die Nachfrageentwicklung. Zu jedem Fahrplanwechsel wird geprüft, an welcher Stelle Änderungen sinnvoll sind, um das System in Bezug auf das Angebot für die Fahrgäste einerseits sowie auf seine Wirtschaftlichkeit andererseits verbessern zu können“, sagte Michael Jaeger.

Ein Kommentar

  1. Ein Taxibus zieht meist zusätzliche Fahrgäste an, wenn er in einem merkbaren Taktfahrplan fährt und im Gegensatz zum vorher verkehrenden normalen Linienbus viel häufiger unterwegs ist.

    Im Gegensatz dazu lassen sich durch die Pflicht zur Voranmeldung aber auch manche Spontan-Fahrgäste abschrecken. Also ist viel Nachfrageorientierung und Fingerspitzengefühl gefragt!

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