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GDL mit Warnstreik bei der Städtebahn Sachsen

31.05.12 (Sachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Bei der Städtebahn Sachsen GmbH gab es am gestrigen Mittwoch (30. Mai) zwischen 9 und 12 Uhr einen Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Betroffen waren alle Linien, das Unternehmen richtete kurzfristig zumindest teilweise einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Etwa achthundert Kunden mussten mit Ausfällen und Verspätungen kämpfen. Am Nachmittag lief der Verkehr wieder einwandfrei – weitere Maßnahmen sind derzeit nicht bekannt.

Bereits seit zehn Wochen gab es nach Angaben der GDL Tarifverhandlungen ohne konkrete Erfolge. Triebfahrzeugführer und Kundenbetreuer verdienen pro Jahr rund 10.000 Euro weniger als in vergleichbaren Unternehmen. „Dieses Lohnniveau ist hanebüchen“ sagt der GDL-Bezirksvorsitzende für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Frank Nachtigall. „Um die Städtebahn jedoch nicht zu überfordern, fordern wir für das Zugpersonal zunächst nur sechs Prozent mehr Lohn bei einer 39-Stundenwoche.“

Grundsätzlich strebt die GDL zwar die Einführung der Lokomotivführertarifvertrages bei allen Privatbahnen an, jedoch soll dieser erst bei der Kalkulation für kommende Ausschreibungen zugrunde gelegt werden. Bis dahin ist man mit langfristigen Übergangsregelungen einverstanden, um die wirtschaftliche Existenz der Privatbahnen nicht zu gefährden.

Bei der Städtebahn Sachsen sieht man das anders. Geschäftsführer Ralf Böhme weist darauf hin, dass sich erst jüngst ein Betriebsrat gebildet habe. „Nachvollziehbar ist diese Maßnahme für uns nicht, zumal die Zusammenarbeit mit dem erst kürzlich gegründeten Betriebsrat für beide Seiten vielversprechend schien und dieses Vorgehen nun das Vertrauen auf die Probe stellt.“

Ein Kommentar

  1. Äääähm… Was hat denn der Betriebsrat mit den Tarifverhandlungen zu tun??? Da sollte nochmal jemand ins Betriebsverfassungsgesetz schauen…

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