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EVG ruft zum Aktionstag gegen Gewalt im ÖPNV

24.05.12 (Verkehrspolitik) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert weitere Anstrengungen von Politik und Unternehmen gegen die zunehmende Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln. „Allen Beschwichtigungsversuchen zum Trotz haben wir es immer noch mit einem ernsthaften Problem zu tun“, sagte EVG-Vorstand Reiner Bieck. „Wir sind nicht bereit, uns daran zu gewöhnen, dass Mitarbeiter und Kunden von Verkehrsunternehmen angegriffen und beleidigt werden.“ Die EVG will mit einem bundesweiten Aktionstag am heutigen Donnerstag (24. Mai) auf die Problematik aufmerksam machen.

Bieck forderte insbesondere die Unternehmen auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. „Beschäftigte klagen immer wieder darüber, dass sie keine Rückendeckung von ihrem Arbeitgeber bekommen.“ Er wies auf die Kampagne seiner Gewerkschaft unter dem Titel „Sicher unterwegs“ hin. Die EVG setzt sich unter anderem für mehr Deeskalations-Trainings, aber auch für eine bessere Betreuung von Beschäftigten nach gewalttätigen Vorfällen ein. „Wir wollen am Aktionstag mit Beschäftigten, aber auch mit Kunden der Verkehrsunternehmen diskutieren. Wir wollen wissen, was noch verbessert werden kann. Dabei ist uns auch die Kundensicht wichtig. Denn die Sicherheit ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines funktionierenden öffentlichen Verkehrs.“

Neben den Unternehmen sieht die EVG aber auch die Politik in der Pflicht. „Die Länder bestellen den Regionalverkehr auf der Schiene. Sie können über die Ausschreibungen auch bestimmen, wie viel Personal auf den Zügen unterwegs ist. Und Menschen können am ehesten für Sicherheit sorgen.“

Im vergangenen Jahr haben die Übergriffe auf Beschäftigte der Bahnen erneut zugenommen. So wurden allein im letzten Quartal 2011 insgesamt 280 Übergriffe registriert, das waren 23 mehr als im Jahr zuvor. Dabei handelt es sich sowohl um Beleidigungen und Bedrohungen als auch um Körperverletzungen und sexuelle Übergriffe. Zwei Drittel aller Vorfälle ereignen sich im Regional- und Nahverkehr.

2 Responses

  1. Natürlich wird das Personal auch weiterhin angegriffen werden, genauso wie es auch in der sonstigen Gesellschaft immer wieder zu Gewalt kommen wird… nur tut sich die EVG mit dieser Publicity keinen Gefallen und schädigt den ÖPNV damit mehr als das es ihm nützt.

  2. Wieso das denn??? Nur durch Aktionen erreicht man Aufmerksamkeit… Man sollte dieses Thema nicht totschweigen… schlimm genug, das man darauf aufmerksam machen muss, schöner wäre es, es gäbe dieses Thema gar nicht…

    Danke der ehem. GDBA, die diese Aktion ins Leben gerufen hatte, und Danke der EVG, die dieses nun weiterführt…

    Ich wünschte, es würde mehr Courage geben…

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