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EVG fordert neue Personalpolitik bei der Eisenbahn

03.05.12 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert die fehlerhafte Personalplanung der Verkehrsunternehmen in Deutschland. „Mittlerweile müssen viele Mitarbeiter Millionen von Überstunden leisten, um den Betrieb der Eisenbahn überhaupt noch aufrecht halten zu können“ so Klaus-Dieter Hommer, stellvertretender EVG-Bundesvorsitzender. Allein bei der DB AG schieben die Mitarbeiter nach Gewerkschaftsangaben insgesamt rund 6,4 Millionen Überstunden vor sich her.

Ein Problem, das sich in den nächsten Jahren verschärfen wird. Das Durchschnittsalter bei der DB AG beträgt heute 45,9 Jahre, 53 Prozent der Mitarbeiter sind über fünfzig. „Nun rächt es sich bitter, dass in den vergangenen Jahren auf Teufel komm heraus einfach nur rationalisiert wurde“ so Hommel.

Selbst wenn es der DB AG gelinge, jährlich achttausend neue Mitarbeiter einzustellen, gleiche das allenfalls die normale Fluktuation aus. Von Überstundenabbau ist dabei noch keine Rede. Der Mehrbedarf beträgt laut EVG etwa viertausend Arbeitskräfte. Hommel. „Bei den Verkehrsunternehmen gibt es so gut wie keine personellen Reserven mehr; wir fahren hier auf Verschleiß.“ Ein Problem, das insbesondere die Zugbegleiter zu spüren bekämen, die immer mehr Serviceaufgaben übernehmen müssten, ohne personell entlastet zu werden.

„Vor diesem Hintergrund fordern wir einen spürbaren Wandel in der Unternehmenskultur“, machte Klaus-Dieter Hommel deutlich. Es sei an der Zeit, dass die Verkehrsunternehmen in Deutschland wieder attraktive Arbeitgeber würden. Nur so werde es gelingen, Menschen wieder für den Beruf des Eisenbahners zu begeistern.

„Wer mehr Verkehr auf der Schiene will, braucht mehr und nicht weniger, vor allem aber motivierte Mitarbeiter“ so Hommel. „Wir erwarten von den Verkehrsunternehmen endlich tragfähige Konzepte und nicht nur Lippenbekenntnisse. Wo es brennt und wo akuter Handlungsbedarf besteht, können wir als basisnahe Gewerkschaft jederzeit deutlich machen, falls es den Arbeitgebern an Überblick mangelt.“

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