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DBV beklagt fehlenden Ersatzverkehr

30.05.12 (Berlin, Brandenburg) Autor:Jürgen Eikelberg

Vom Abend des 25. bis zum 28. Mai um Mitternacht war die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Bernau für Regional- und Fernverkehrszüge wegen Brückenbauarbeiten komplett gesperrt. Einen zusätzlichen Ersatzverkehr, um die etwa 400 Fahrgäste pro Regionalzug mit dutzenden von Fahrrädern zwischen Gesundbrunnen und Bernau zu transportieren gab es nicht. Wie im vorigen Jahr wurde kurzerhand die reguläre S 2 mit ihren regulären 6 Wagen-Zügen zum Ersatzangebot deklariert. Der Deutsch Bahnkunden Verband (DBV) hatte dieses Verfahren im vergangenen Jahr deutlich kritisiert. Warum wurden keine zusätzlichen Kapazitäten für die Fahrgäste aus den Regionalexpresszügen zur Verfügung gestellt, fragt der DBV.

Die gleichen Szenen des vergangenen Jahres wiederholten sich auch über Pfingsten: Zu den regulären Ausflüglern, die in Richtung Bernau und zurück bei Sommerwetter unterwegs waren, kamen, wie im letzten Jahr, pro RE 3-Zug etwa 400 zusätzliche Fahrgäste mitsamt dutzenden Fahrrädern, Kinderwagen und Gepäck hinzu. Es war vorhersehbar, dass es zu unhaltbaren Zuständen in den S-Bahn-Zügen kommt. Viele Fahrgäste fanden in den S-Bahn-Zügen keinen Platz und mussten, so sie stadtauswärts unterwegs waren, den nächsten Zug zwei Stunden später nehmen. Wer auf der Rückfahrt in Bernau stadteinwärts „nur“ 20 Minuten auf die nächste S-Bahn warten musste, war da schon besser dran. In den Zügen herrschte drangvolle Enge. Wahrlich keine gute Werbung für den öffentlichen Verkehr, meint der DBV!

Der DBV fragt, warum wurden die S-Bahn-Züge von und nach Bernau nicht um weitere 2 Wagen verstärkt wurden Am Wagenmangel könne es nicht liegen denn nach Spandau führen ständig 8 Wagen-Züge. Dies sei völlig unangebracht. Warum hat DB Regio keinen „richtigen“ Ersatzverkehr für Fahrgäste ohne Gepäck beispielsweise mit dem Bus von Bernau nach Blumberg oder Ahrensfelde und von dort aus mit den Zug bestellt? Beide Maßnahmen hätten zu einer Entspannung geführt!

Diese Zustände hätten alle Beteiligten vorhersehen können. Offenbar könnten die Verkehrsunternehmen selber festlegen, ob und in welchem Umfang sie Ersatzverkehre einrichten. Der DBV wiederholt deshalb auch seine Forderung, dass Verkehrsunternehmen bei geplanten Bauarbeiten verpflichtet werden müssen, einen Ersatzverkehr mit mindestens der gleichen Sitzplatzanzahl wie bei den ausgefallenen Fahrten einzurichten. Der DBV sieht hier aber auch die Besteller Berlin und Brandenburg in der Pflicht: vier Doppelstockwagen reichen für die Sommerzeit im Regionalverkehr als Angebot zwischen Berlin und der Ostsee überhaupt nicht aus. Jeder Zug müsse mindestens fünf Wagen haben!

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