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Barrierefreie Regiobahn

11.05.12 (VRR) Autor:Jürgen Eikelberg

In einer kleinen Feierstunde wurde gestern, am 10. Mai 2012 die neue barrierefreie Rampe am Haltepunkt Erkrath Nord der Regiobahn eingeweiht. Damit sind alle Haltepunkte der Regiobahn für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und Müttern mit Kinderwagen problemlos erreichbar. Joachim Korn, Geschäftsführer der Regiobahn, dankte in Anwesenheit von betroffenen Rollstuhlfahrern, Sehbehinderten allen an der Ausführung Beteiligten. Sein Dank richtetet sich auch an das Land Nordrhein-Westfalen, ohne dessen Finanzielle Hilfe der Bau nicht möglich geworden wäre. Arno Werner (CDU), Bürgermeister der Stadt Erkrath, hob die Bedeutung der Regiobahn für die Bürger der Stadt hervor.

Von vorn herein war klar, das es im Landschaftsschutzgebiet eine Reihe von Auflagen zu beachten waren. Aus diesem Grund kam eine „einfache“ Lösung nicht in Frage. Diese wäre nämlich eine schlichte Aufschüttung des Geländes gewesen. Statt dessen musste eine Brückenkonstruktion gewählt werden, die auf diesem Untergrund nur mit Mikropfählen zu bewerkstelligen war. Allein für die Renaturierung hat die Regiobahn 35.000 Euro aufwenden müssen. Dazu gehört auch der Umbau des Bunkers als Winterquartier für Fledermäuse., Laichplätze und Unterschuft für Lurche und andere Kriechtiere.

Erschwerend für die Bauarbeiten war der Umstand, das auf dem Baugelände schon beim ersten Aushub Munitionsfunde aus dem 2. Weltkrieg zutage befördert wurden. Unmittelbar an dieser Station befand sich ein Luftschutzbunker und die Wehrmacht hatte dort Munition auf die Eisenbahn verladen. Dies lies dann den Kampfmittelräumdienst in Aktion treten, wodurch die Arbeiten entsprechend verzögert wurden. Auch die Bohrungen für die Mikropfähle erforderten eine Bodenuntersuchung durch den Kampfmittelräumdienst. Trotz aller Widerstände ist die Baumaßnahme mit nur dreimonatiger Verzögerung fertig geworden.

Die neue Rampe hat eine Neigung von unter 6 %. Nach jeweils 6 m befindet sich ein 1,50 m langes Zwischenpodest. Die Nutzbreite beträgt 2,40 m bei einer Konstruktionsbreite von 2,55 m. Als Laufweg und Geländer wurde erstmalig ein innovatives Material eingebaut. Hierbei handelt es sich um Glasfaserkunststoff-Bauteile (GFK). Optisch und beim „anklopfen“ erinnert es eher an angestrichenes Holz.

Der engmaschige GFK-Gitterrost-Laufbelag, der aus Fertigteilplatten besteht, ist auch bei Nässe und Schnee rutschsicher und bedarf keiner besonderen Wartung. Das Oberflächenwasser wird durch die Maschen der Gitterroste flächenhaft in das darunter liegende Gelände geleitet. Auch das Geländer besteht aus GFK-Elementen, an denen zum einen ein 10 cm hoher Radabweiser, zum anderen auch zwei Handläufe (ein zusätzlicher für Rollstuhlfahrer) in Edelstahl montiert sind. Diese Gitterroste stellen auch kein Problem für sehbehinderte Menschen dar, da sie mit dem Taststock erkennbar sind.

Die Gesamtkosten für die Rampe belaufen sich auf rund 620.000 Euro. Darin sind rund 60.000 Euro Planungskosten. Davon trägt das Land 85 Prozent. Der Eigenanteil der Regiobahn beträgt immerhin rund 90.000 Euro.

Bild: Jürgen Eikelberg

 

2 Responses

  1. Barrierefreiheit ist an und für sich eine gute Sache. Ich hoffe, dass man jedoch aufhört die großen und den normalen Fußgänger störenden gelben, taktilen Noppen-Leitplatten zu verwenden, wie dies beim U-Bahnhof Köln-Deutz/Messe der Fall ist.

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