Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Wieder Bombenfund aus dem 2. Weltkrieg am Duisburger Hauptbahnhof

18.04.12 (Allgemein, VRR) Autor:Jürgen Eikelberg

Im ehemaligen Duisburger Güterbahnhof wurde wieder eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe aus dem 2. Weltkrieg als Blindgänger gefunden. Sie war bei dem Wiederaufbau nach 1945 nicht entdeckt worden und schlummerte seit der Zeit unter den Gleisen. Mit der Auflassung des Güterbahnhofs und der Neubebauung treten nun vermehrt die Hinterlassenschaften der alliierten Bombardements auf.

In den ersten Jahren nach dem verheerenden Krieg war es wichtig, so schnell wie möglich Wohnungen und Infrastruktur wieder herzustellen, niemand dachte im Entferntesten darüber nach, das irgendwo noch Blindgänger unter der Erde schlummerten. Vielfach war das Erdreich durch andere Bomben so weit umgepflügt worden, das sie tief im Boden versunken waren.

Es ist unseren Vätern nicht zu verdenken, das sie so schnell wie möglich den Wiederaufbau versuchten. Technische Möglichkeiten, Blindgänger aufzuspüren hatten sie nicht. Dennoch war der Kampfmittelräumdienst immer zur Stelle, wenn etwas gefunden wurde.

Gerade Eisenbahnknoten und Güterbahnhöfe waren bevorzugtes Ziel alliierter Luftangriffe. Daher ist die Chance, dort auch heute, 65 Jahre nach dem Krieg noch etwas zu finden, sehr groß. Durch die vermehrte Zahl aufgelassener Güterbahnhöfe und der damit verbundenen Neubebauung wird sich die Zahl der Bombenfunde noch erhöhen, und sicher nicht nur im Ruhrgebiet.

Wie der WDR meldet, wird die in Duisburg gefundene amerikanische Bombe am Mittwoch, dem 18. April um 10 Uhr entschärft. Betroffen sind rund 16.800 Personen, die in der so genannten Sicherheitszone leben und arbeiten. „Nur“ 3.700 leben in der Evakuierungszone.

Das hat auch Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr. Ab 8.30 Uhr, so ein Sprecher der Duisburger Verkehrsbetriebe (DVG), fährt im Innenstadtbereich keine Bahn und kein Bus mehr. Sollte die Entschärfung planmäßig verlaufen, würden Bahn- und Buslinien ihren Betrieb ab etwa 11.30 Uhr wieder aufnehmen können. „Bis sich dann die Lage wieder normalisiert hat, wird es aber einige Stunden dauern“, warnt der Sprecher gegenüber dem WDR.

Auch bei der Bahn gibt es naturgemäß Einschränkungen. Sowohl der Hauptbahnhof als auch die Strecken liegen in der Evakuierungszone. Ab 8.30 Uhr halten Züge nur noch am Hauptbahnhof, um Fahrgäste aussteigen zu lassen, ab 8.45 Uhr werden die ankommenden Züge den Duisburger Bahnhof ohne Halt durchfahren. Ab 9.45 Uhr bleibt der Bahnhof dann erst einmal vollständig gesperrt. Die Züge des Fernverkehrs warten die Sperrung ab oder werden über Wuppertal mit Halt in Hagen Hbf umgeleitet. Die Haltestellen zwischen Düsseldorf Hbf und Bochum Hbf entfallen dadurch. Die Nahverkehrszüge und S-Bahnen wenden entweder an den vorhergehenden Bahnhöfen umgeleitet oder warten die Sperrung ab. Mit weiteren Abweichungen vom Fahrplan müsse je nach der aktuellen Lage gerechnet werden, sagte Dirk Pohlmann, Sprecher der Deutschen Bahn dem Sender. „Einige Details können wir jetzt noch nicht voraussagen.“, sagte er weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.