Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

VRR schreibt Niederrhein-Netz aus

29.04.12 (Europa, VRR) Autor:Sven Steinke

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat im europäischen Amtsblatt die Ausschreibung des Niederrhein-Netz bekannt gegeben. Enthalten sind die Nahverkehrslinien Emmerich – Düsseldorf und Wesel – Mönchengladbach, sowie Sonderverkehre auf verschiedenen Strecken in Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich ist eine Wiedereinrichtung des grenzüberschreitenden Nahverkehrs nach Arnheim und bei Elektrifizierung der Strecke eine Verlängerung nach Bochholt angedacht.

Die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sollen mit Betriebsstart im Dezember 2016 für zwölf Jahre vergeben werden. Die erforderlichen Fahrzeuge können entweder vom Bieter selbst oder über das VRR-Fahrzeugfinanzierungsmodell beschafft werden. Bei dem Fahrzeugfinanzierungsmodell wählt der zukünftige Betreiber die gewünschten Fahrzeuge aus und der VRR finanziert die Beschaffung. Um die Zahl der Bieter zu erhöhen, födert der VRR zusätzlich dem Ausschreibungsgewinner die Einrichtung eines Betriebswerkes und die zweit- bis viertbestbietenden Verkehrsunternehmen sollen eine Aufwandsentschädigung erhalten.

Wie bereits bekannt geworden ist, soll das Nahverkehrsangebot auf der sogenannten Hollandstrecke grundlegende Änderungen erfahren. So wird eine Verlängerung der heutigen Linie RE 5 Koblenz – Emmerich nach Arnheim nicht weiter verfolgt. Als Grund führt der VRR die Überkapazitäten nördlich von Wesel und die notwendige Ausrüstung für das Fahren unter drei verschiedenen Stromsystemen an. Der zukünftige Verkehrsvertrag für die geplante RRX-Linie würde dadurch unnötig verteuert.

Stattdessen ist jetzt geplant die Linie RB 35 über die heutigen Endpunkte hinaus nach Düsseldorf und Arnheim zu verlängern. Das zukünftige Verkehrsangebot nach Arnheim hängt allerdings noch von der finanziellen Bereitschaft der niederländischen Partner ab. Das angestrebte Fahrplankonzept sieht zwischen beiden Städten ein stündliches Angebot mit Halt an allen Unterwegsbahnhöfen vor. Die Linie RE 5 soll dann generell in Wesel enden. Außerdem gibt es Planungen die Strecke nach Bocholt bei einer möglichen Elektrifizierung in das Angebot einzubinden. Die Planungen sehen dazu entweder eine Verlängerung der RB 33 aus Richtung Mönchengladbach oder ein Flügelzugkonzept mit der RB 35 vor. Die Fahrzeuge der Verstärkerleistungen zwischen Düsseldorf und Emmerich sollen außerhalb der Hauptverkehrszeit in Sonderverkehren eingesetzt werden.

Niederrhein-Netz, Dez. 16 – Dez. 28, 2,6 Mio. Zkm pro Jahr

  • RB 33 Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Wesel
  • RB 35 Düsseldorf – Duisburg – Wesel – Emmerich (- Arnheim)

4 Responses


  1. Bahnfreund
    29.04.12 um 14:09

    Hätte ich Einfluss auf die Entscheidung, würde ich das Flügelkonzept auf der RB35 favorisieren!

  2. Warum? Auch wenn es für den Fan weniger interessant ist, ist eine Verlängerung der RB33 sinnvoller, da man sich den mit einer Flügelung verbundenen Aufwand spart. Das Flügelkonzept soltle hier eigentlich nur eingeführt werden, wenn die RB33 von den Fahrzeiten her ungünstig liegt, oder man unbedingt eine Direktverbindung nach Düsseldorf anbieten will…

  3. Am meisten zittere ich darum, ob man sich mit den Niederländern einig wird.

    Denn sonst wird man, wenn man Richtung Arnheim möchte, bis Dezember 2028 weiterhin in Emmerich in den Bus umsteigen müssen! Außer man nähme den teuren ICE-International, der wohl weiterhin ohne Halt von Oberhausen bis Arnheim fährt.

    Wie ich gehört habe, gibt es beim RE 13 für den Streckenabschnitt Venlo Grenze bis Venlo Bahnhof immer noch finanzielle Streitigkeiten darüber, wer bezahlt. Für die Strecke nach Arnheim könnte man derartige Auseinandersetzungen vermeiden, wenn sie gar nicht erst in Betrieb geht. Ich hoffe nicht, dass es zu so einer unkonventionellen fahrgastfeindlichen Lösung kommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.