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VDV: ÖPNV in der Fläche wird zur Herausforderung

02.04.12 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Angesichts der immer größer werdenden Probleme des ÖPNV in ländlichen Regionen warnt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) vor steigenden Herausforderungen. In Großstädten und Ballungsräumen nutzen zwar immer mehr Menschen Busse und Bahnen, außerhalb geht die Zahl jedoch zurück. Das habe, so der VDV, auch mit der demographischen Entwicklung und sinkenden Schülerzahlen zu tun.

Jürgen Fenske, Verbandspräsident: „Die Nachfrageentwicklung im ÖPNV in der Fläche beobachten wir mit wachsender Sorge. Allein im letzten Jahr sanken die Fahrgastzahlen im Regionalbusverkehr deutschlandweit um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern ging die Nachfrage sogar um fast zwei Prozent zurück.“

Für die Verkehrsbetriebe ist das ein immer größeres Problem; schließlich muss das Verkehrsangebot auch wirtschaftlich darstellbar bleiben. Fenske: „Die Kosten für Fahrzeuge, Personal und für Instandhaltung der Haltestellen sind fix, während die Nachfrage vor allem durch die schwindenden Schülerzahlen deutlich zurückgeht.“ Die Gewährleistung eines Grundangebotes zur öffentlichen Daseinsvorsorge werde daher immer schwieriger.

Deshalb fordert man beim VDV eine besondere Berücksichtigung des ÖPNV abseits der großen Städte. Fenske: „Der Nahverkehr braucht auch in der Fläche Planungssicherheit und zukunftsfähige Konzepte. Den aktuellen Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Entwicklung ländlicher Räume sehen wir als ein erstes positives Signal. Dies darf aber nicht bedeuten, dass am Ende weniger Geld für die Daseinsvorsorge auf dem Land zur Verfügung steht.“ Der VDV plant die Einrichtung einer Task Force, die bis zum Herbst Lösungsvorschläge zu Finanzierungsfragen und Geldverteilungskonflikten ausarbeiten soll.

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