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Pro Bahn kritisiert unklare Tarifgestaltung

11.04.12 (Bayern) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Bayrische Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte im Auftrag des Freistaates Bayern die Bahnstrecke München – Salzburg nach einer Ausschreibung an Veolia vergeben, die ab Dezember 2013 unter dem Namen Meridan das Netz betreiben wird. In der Ausschreibung der BEG war allerdings keine Tarifkooperation mit der Deutschen Bahn AG vorgeschrieben, die auf der gleichen Strecke Fernverkehr anbietet. Dies wird von Pro Bahn kritisiert.

Bisher kann man mit einem Intercity-Ticket auch die Regionalzüge der DB benutzen. Das ist mit den Meridian-Zügen nur möglich, wenn sich die DB und Veolia noch einigen. Ohne eine Kooperation wäre es nicht mehr möglich, mit einem durchgehenden Fahrschein beispielsweise von Augsburg nach Berchtesgaden zu fahren. Verpasst man in München wegen einer Zugverspätung den Anschluss Richtung Rosenheim, kann man heute problemlos den folgenden Zug benutzen

PRO BAHN kritisiert, dass nicht bereits in der Ausschreibung die tarifliche Eingliederung vorgeschrieben wurde. Die Behauptung der BEG, dies sei rechtlich nicht möglich, stößt auf Unverständnis. Norbert Moy: „Wieso soll in Bayern unmöglich sein, was in anderen Bundesländern seit Jahren praktiziert wird?“ Wegen der Größe des Meridian-Netzes und der zahlreichen Verflechtungen mit anderen Bahnunternehmen sieht er in der drohenden Entwicklung einen Schaden für die ganze Region. „Überdies steht Bayern als Schlusslicht bei den Bahntarifen da“, beschreibt Moy die Situation.

„Die Tarife sind schon kompliziert genug, oft werden Fahrgäste, ohne es zu wissen, deshalb zu unfreiwilligen Schwarzfahrern“, so Norbert Moy von PRO BAHN. Ein einfaches und transparentes Tarifsystem, das für alle Verkehrsunternehmen gemeinsam gilt, ist nach Ansicht des Fahrgastverbands einer der Erfolgsfaktoren für den Öffentlichen Verkehr.

Das wichtigste sei, dass Veolia und die DB die notwendige Tarifkooperation vereinbaren. „Bei künftigen Ausschreibungen muss der Tarif vorgeschrieben werden“, so Moy weiter. Mittelfristig braucht man laut PRO BAHN eine bessere gesetzliche Grundlage: „Die DB diktiert zur Zeit die Bedingungen und die Preise – zu Lasten anderer Bahnunternehmen und zum Nachteil der Fahrgäste“.

Pro Bahn hat sich daher in einem Brief an den Bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gewand. Dieses Dokument kann man auf der Internetseite des Vereins nachlesen.

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