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Modernisierter Intercity-Wagen vorgestellt

24.04.12 (Fernverkehr) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Deutsche Bahn wird bis Ende 2014 rund 770 ihrer Intercity-Wagen umfangreich modernisieren und den Fahrkomfort für die Reisenden erheblich verbessern. Heute wurden im Werk Neumünster der DB Fahrzeuginstandhaltung die ersten modernisierten Intercity-Wagen vorgestellt. Rund 250 Millionen Euro investiert die DB, um die Wagen für ihren Einsatz bis 2023 fit zu machen.

„Auch mit dieser Investitionsmaßnahme setzen wir die Modernisierung unserer Fahrzeugflotte konsequent fort. Wir machen das Unternehmen stark für eine nachhaltige Zukunft. Davon profitieren das System Bahn und insbesondere unsere Kunden“, erklärte Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der DB AG.

Die Modernisierung umfasst komfortsteigernde Maßnahmen wie die Erneuerung von 46.000 Sitzen mit Lederbezug in der 1. Klasse und Velourstoff in der 2. Klasse sowie den Einbau von Steckdosen. Auch Wandverkleidungen, Tische und etwa 42.000 Quadratmeter Teppich werden ausgetauscht. Die Bistrowagen erhalten eine neue Ausstattung. Zusätzlich wird in dem Servicewagen das Kleinkindabteil mit neuem Dekor versehen und der Bereich für mobilitätseingeschränkte Reisende vergrößert. Außerdem wird die Anzahl der Wagen, in denen Fahrräder mitgenommen werden können, von heute 129 auf 163 Fahrzeugen gesteigert.

Technische Maßnahmen sollen die Verlässlichkeit der Fahrzeuge steigern. Diese konzentrieren sich auf die Bereiche Drehgestelle, Bremsen, Türen, Energieversorgung und Klimaanlagen. Über einer Million Fertigungsstunden sind insgesamt für die komfortsteigernden und technischen Umbauarbeiten kalkuliert. Eine besondere Herausforderung des Projekts stellt die Vielzahl an unterschiedlichen Wagentypen dar: Die Wagenflotte besteht aus 34 Bau- und Unterbauarten mit unterschiedlichen Varianten. Die Fahrzeuge sind teils 40 Jahre alt und kommen aus den Beständen der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn. Eine standardisierte Modernisierung ist somit kaum möglich. So wurden beispielsweise zu Beginn des Projektes für alle Varianten individuelle Zeichnungen für das neue Innenraumdesign angefertigt. Die Ingenieurleistungen erfolgt durch die DB Systemtechnik. Mit der Umsetzung sind die Werke Neumünster, Kassel und Nürnberg der DB Fahrzeuginstandhaltung beauftragt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 ist geplant, die erste Intercity-Linie Stuttgart–Köln–Hamburg, komplett auf die modernisierten Wagen umzustellen.

5 Responses

  1. Die Sitze in einigen S-Bahnen(z.B. Köln S11) könnten auch besser sein.

    Was mir auffällt, dass gar keine elektronischen Fensterheber bei der Bahn vorhanden sind, gibt hat es einen bestimmten Grund dagegen?

  2. Laut Bildern beim NDR wirkt der Innenraum recht uninspiriert. Einfach Teppich erneuert, neue ICE-2-R Sitze rein und den Rest fasst keiner an. Nunja. Wenn man sieht was andere (Staats-)Bahnen noch aus ihren alten Eurofirmawagen machen treibt das keinen Hund hinter dem Ofen hervor! Bei der DB ist man anscheinend der Meinung das muss reichen.

  3. Es sind keine ICE-2-R Sitze. Das Modell ist von Grammer, wie man sie aus den ICE 1, 3 und T kennt. Auf diese unbequemen Plüschsessel in Schwulrosa die heute in den Wagen sind kann ich auch gut verzichten.

  4. Sehr gute Frage, aber Sie sehen doch:
    Macht die Bahn nix, wird gemeckert, macht sie etwa, wie hier Wagen für zehn weitere Jahre flott, wird auch gemeckert.
    Also daher lohnt sich nicht ein Ding Arbeit der Bahn. ;-)

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