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Mobifair zeichnet Keolis Deutschland aus

20.04.12 (Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) Autor:Jürgen Eikelberg

Der Betreiber der Eurobahn, die Keolis-Gruppe, die in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen regionalen bestellten Eisenbahnverkehr erbringt, freut sich über die Auszeichnung mit einem Sozialzertifikat der Zertifizierungs- und Beratungsgesellschaft mbH mobifair. Mobifair ist eine gewerkschaftsnahe Organisation. Hervorgehoben werden von mobifair die fairen Löhne und die guten Arbeitsbedingen bei der Eurobahn.

Der  Geschäftsführer von mobifair, Karl-Heinz Zimmermann überreichte im Beisein von Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen Harry K. Voigstberger, die Zertifizierungsurkunde an den Geschäftsführer der Keolis Deutschland, Hans Leister.

„Wir freuen uns, diese Auszeichnung von mobifair zu erhalten. Dieses Zertifikat bestätigt, dass Keolis Deutschland sich als Wettbewerbsbahn strikt gegen Lohndumping ausspricht und Ausschreibungen nicht auf Kosten der Arbeitnehmer gewonnen werden“, so Hans Leister, Geschäftsführer der Keolis Deutschland. Wettbewerb bedeutet eben nicht automatisch Sozialabbau, wenn die öffentlichen Auftraggeber die richtigen Kriterien setzen. Das Zertifikat ist als Nachweis für faire Arbeitsbedingungen und hohe Sozialstandards in öffentlichen Ausschreibungen ein wesentliches Plus für Keolis.“

Mit der Zertifizierung ist Keolis Deutschland Vorreiter in der SPNV-Branche in Nordrhein-Westfalen.

Bild: Jürgen Eikelberg

14 Responses


  1. BahnerNRW
    20.04.12 um 20:46

    Vorreiter? Die NordWestBahn, ebenfalls in NRW unterwegs, hat das Mobifair-Zertifikat schon Ende 2010 erhalten, also vor fast anderthalb Jahren.


  2. Hans Leister
    21.04.12 um 08:50

    Richtig, es sind bereits zwei Unternehmen zertifiziert, eines in Bayern (BOB) und eines in Niedersachsen (NWB). Ich hoffe, dass es noch mehr werden!

  3. Man muß das viel offensiver kommunizieren: Die Behauptungen, private Unternehmen würden per se „Billiglöhner“ einsetzen nutzen ausschließlich denen, die um ihre Pfründe fürchten. Der auch vom VDV immer wieder suggerierte Wirkungszusammenhang zwischen Marktöffnung und Verschlechterung für Arbeitnehmer existiert in der Wirklichkeit gar nicht. Hier sind auch die Gewerkschaften gefordert, diesen Mythen noch offensiver als bislang entgegenzutreten.

    Keolis ist ein guter Arbeitgeber, aber Abellio und die Nordwestbahn sind auch gute Arbeitgeber! Der einzige Versuch, Dumpinglöhne im SPNV zu zahlen, kam vor einigen Jahren von der Deutschen Bahn. Wer erinnert sich noch an die DB Heidekrautbahn GmbH?

  4. Also, die Löhne sind schlechter, auch wenn die GDL einen Tarifvertrag gemacht hat, aber das halt nur ein Haustarifvertrag und man(n) weiß ja was von solchen Tarifen halten soll und bei Arbeitzeit habe ich schon von genug Kollegen gehört das man dort gern mal 10tage am Stück arbeitet!


  5. Aboticket
    21.04.12 um 23:57

    Ach nee, und bei der tollen DB gibt es nur 4-Stunden Schichten? Sie werden mit Sänften von und zur Lok getragen, bekommen ein Gehalt, bei dem ein Flugkapitän neidisch werden könnte. Es gibt natürlich keinen „Druck von oben“,und Sie dürfen sich die Schicht aussuchen.

  6. Ne Ne, das habe ich auch nicht behauptet aber das mit der Sänfte ist eine gute Idee, und ausserdem bekommen wir Lokführer (auch Zugbegleiter) keinen Lohn sondern Schmerzensgeld, aber es gibt schon genug Gründe warum so viele zur DB geflüchtet sind, auch wenn nicht alles Gold ist was glänzt.

  7. Was Sie da behaupten ist gelogen. Die Triebfahrzeugführer bei Keolis verdienen exakt dasselbe wie bei der DB AG. Wer sich mit einer verlängerten Kündigungsfrist einverstanden erklärt, erhält sogar hundert Euro mehr im Monat. Quelle: Eine Information des GDL-Chefs aus NRW hier auf dieser Seite.

    Oder lügt die GDL?

    http://www.zughalt.de/2012/04/zugausfalle-an-ostern/

    Frank Schmidt bedauert, dass ausgerechnet Keolis Opfer dieser Abwerbeaktion ist. „Keolis ist im Vergleich zu vielen anderen Privatbahnen im Nordrhein-Westfalen ein deutlich besserer Arbeitgeber. Während es woanders noch immer Lohnunterschiede zu DB Regio gibt, gilt bei Keolis ganz selbstverständlich das Prinzip des Equal Pay eines Flächentarifvertrages. Wenn die Kolleginnen und Kollegen mit einer verlängerten Kündigungsfrist einverstanden sind, dann bekommen sie sogar hundert Euro mehr im Monat. Deshalb sind alle Vorwürfe, die auch über Ostern wieder laut geworden sind, völlig unzutreffend.“

  8. Ich bitte um dem Tarifvertrag!
    Mit freundlichen Grüßen
    ebtho

  9. Ach Sie haben gar keine Informationen, sondern stellen nur wüste Behauptungen auf. Ist ja interessant. Zum Glück für Sie gibt es ein Landestarifregister in Nordrhein-Westfalen, wo Sie die Tarifverträge einsehen und vergleichen können.

  10. Das Grundgehalt und die Feiertagszulagen sind gleich aber jetzt kommt das was wirklich schmerzt:

    Bundes-Rahmen-Lokomotivführertarifvertrag 2011
    – von 26 Urlaubstagen,
    – von 27 Urlaubstagen nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit,
    – von 28 Urlaubstagen nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit.

    DB-Lokomotivführertarifvertrag 2011
    Der Erholungsurlaub der Arbeitnehmer beträgt 28 Urlaubstage im Urlaubsjahr. Er erhöht
    sich ab einer Betriebszugehörigkeit von 5 Jahren um einen Urlaubstag und ab einer Be-
    triebszugehörigkeit von 10 Jahren um einen weiteren Urlaubstag.

    Bundes-Rahmen-Lokomotivführertarifvertrag 2011
    Der Arbeitnehmer hat darüber hinaus Anspruch auf einen Zeitzuschlag für Nachtar-
    beit in Höhe von zwei Minuten pro angerechnete Stunde Arbeitszeit im Zeitraum von
    22:00 bis 6:00 Uhr. Der daraus entstehende Urlaubsanspruch soll die Belastungen
    der Arbeitnehmer durch Nachtarbeit ausgleichen.

    DB-Lokomotivführertarifvertrag 2011
    Der Arbeitnehmer erhält für in Schichten in der Zeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr ange-
    rechnete Arbeitszeit einen Zeitzuschlag in Höhe von 3 Minuten je volle Stunde. Der Zeitzu-
    schlag erhöht sich ab dem 01. Januar 2012 auf 4 Minuten und ab 01. Januar 2013 auf 5 Mi-
    nuten.

    P.S. Ich lass mich ungern als lügner betiteln.

  11. Dann sollten Sie sich aber schleunigst an die Presse wenden, wenn die GDL überall Privatbahnpropaganda macht und Sie als einziger deren Lügen enttarnen können! Auf gehts!


  12. Michael Stuck
    28.04.12 um 11:30

    Hallo!

    Ich bin EUROBAHNER! Ich stehe dazu und fühle mich hier sauwohl!!!!! Natürlich gibt es auch verbesserungswürdige Punkte. Man kann sie benennen und daran arbeiten. Was aber noch NIE erfolgreich war, ist es, herumzustänkern und nur das Negative zu suchen. Hier sollte man sich überlegen, ob die Probleme, die darin bestehen, keinen Blick für die positiven Dinge zu haben, nicht in einem selber liegen!

    Viele sind schon gegangen! Und was haben sie erreicht? Sie haben ein Unternehmen gefunden, in dem es AUCH PROBLEME gibt! Die Deutsche Bahn startet eine Mitarbeiterbefragung um zu erkennen, warum die Stimmung so mies ist! Wurde erst gestern noch in den Medien veröffentlicht!
    Nur wer bleibt und KONSTRUKTIV mitarbeitet wird auch etwas erreichen!
    Bringt doch diese Energie lieber dort ein, wo sie hilfreich ist. Das würde mehr bringen.

    Nichts für ungut, aber das MUSSTE mal erwähnt werden!


  13. DB Regio NRWler
    29.04.12 um 00:01

    Sehr geehrter Kollege Stuck,

    ich bin langjähriger DB Regio NRW’ler. Mir geht es gut und ich kann meine Rechnungen und die meiner kleinen Familie bezahlen.
    Natürlich gibt es auch bei der DB Regio Probleme, aber ich denke schon größtenteils andere als bei der Eurobahn.

    Was Mitarbeiterbefragungen angeht, dass ist bei der Deutschen Bahn NICHTS NEUES MEHR! Die gibt es schon seit Jahren und zumindest bei uns fast einmal im Jahr. Ist auch bei der großen Anzahl von Mitarbeitern nicht anders zu bewerkstelligen. Das sieht natürlich bei der Eurobahn, mit etwas mehr als 350 Mitarbeitern wovon gerade mal ca. 200 Triebfahrzeugführer sind (Quelle Keolis), etwas anders aus und ist sicherlich, durch Mitarbeitergespräche, in einem relativ kurzem Zeitraum erfasst. Jedoch wird sich auch eine Eurobahn, genauso wie eine DB Regio, schwer tun, etwas, relativ schnell, zu ändern. Wobei die Eurobahn, dank ihrer schlankeren Strukturen, sicherlich dazu eher in der Lage wäre. Und dass sich was bei der Eurobahn ändern muss, ist angesichts der massenhaften Triebfahrzeugführerabwanderungen (im Bezug auf die Größe des Unternehmens gesehen), was ja nicht für eine super gute Stimmung spricht, mehr als klar. Und dass es nicht nur am Tarifvertrag bzw. am Geld lag oder an Abwerbungen, dass diese Kollegen gewechselt haben, konnte ich schon in einigen Gesprächen feststellen. Der Ton macht halt die Musik und die Züge MÜSSEN fahren komme was wolle. (außer z.B. eine Bombendrohung steht an)
    Angesichts dieser Aussichten, vieler weiterer Gerüchte bezüglich der privaten SPNV Unternehmen, von denen sicherlich nicht alle zutreffend sind, sowie der massenhaften Ausschreibungen, der Linien, in den nächsten Jahren, ist es wohl keinem Mitarbeiter bei der Deutschen Bahn zu verübeln in schlechter Stimmung zu sein. Sie, werter Kollege, müssen sich bestimmt für die nächsten 10 – 15 Jahre darüber keine Gedanken machen oder?
    Übrigens, ich kenne keinen hier, der freiwillig bei den so genannten privaten SPNV Unternehmen arbeiten möchte. Die meisten Kollegen orientieren sich um und versuchen lieber ihr Glück bei DB Fernverkehr oder Railion.

    Ich, für meinen Teil, hoffe dass ich noch lange für DB Regio arbeiten kann und gebe jeden Tag mein bestes soweit ich kann.

    All Zeit Gute Fahrt

  14. Kollegen, ich denke das ist hier keine gute Plattform fuer solche Gespraeche… Der Kunde liest leider immer das raus, was er rauslesen will. Beim naechsten Arbeitskampf werden sie sich die Kunden der Eurobahn an das hier erinnern und motzen „Ihr braucht nicht mehr, Euch geht’s gut, besser als bei DB Regio, das sagt Ihr doch selbst“, waehrend die Kunden von DB Regio sich ebenfalls an das hier erinnern aber rauslesen „Euch geht’s doch viel besser als den Privaten, Euch steht der Streik nicht zu“…

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