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Leipziger Verkehrsbetriebe gibt Arbeitslosen eine Chance

27.04.12 (Sachsen) Autor:Jürgen Eikelberg

Ab Mai 2012 startet bei den Leipziger Verkehrsbetrieben das neue Projekt „Mit dem Mobilitäts-Service der LVB durch die Stadt“. Als Nachfolgeprojekt des „Mobilitäts-Service der LVB“ wird es zwei Jahre lang laufen und 200 Plätze für langzeitarbeitslose Menschen bieten, die ein Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt sein können. Die Leipziger Verkehrsbetriebe realisieren das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Leipzig.

Die im bisherigen Projekt Mobilitäts-Service angebotenen Tätigkeitsfelder Begleitservice in Straßenbahnen und Bussen, Begleitdienst für mobilitätseingeschränkte Menschen und in der Mobilitätsberatung werden auch im neuen Projekt fortgesetzt.

Um auch weiterhin jungen, älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen bei der Bewältigung des Verkehrsgeschehens unterstützend zu Seite stehen zu können, haben sich die LVB intensiv um eine Fortsetzung des Projektes gekümmert. Dank Engagement und der guten Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Leipzig ist dies gelungen. Im März ging der Bewilligungsbescheid für das neue Projekt bei den LVB ein.

Für Frau Dr. Sabine Groner-Weber, LVB-Geschäftsführerin Personal/Recht und Arbeitsdirektorin ist dies ein wichtiger Schritt: „Mobilität zu ermöglichen – auch über Barrieren hinweg – ist ein Kernanliegen der LVB. Wir sind deshalb besonders froh über die Fortsetzung dieses Angebotes für die Leipziger Bürgerinnen und Bürger.“ Und weiter: „Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Leipzig ist hervorragend, nur durch diese Unterstützung kann das wichtige Angebot in Leipzig ermöglicht werden. Und wir sind stolz auf die Erfolge der Vorgängerprojekte auch bei der Vermittlung langzeitarbeitsloser Menschen in den ersten Arbeitsmarkt. Daran wollen wir anknüpfen.“

Auch Frau Dr. Simone Simon, Geschäftsführerin des Jobcenters Leipzig freut sich über die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte. „Mit diesem Projekt geben wir langzeitarbeitslosen Menschen die Chance, sich beruflich zu bewähren und wieder näher an den ersten Arbeitsmarkt heranzurücken“, so die Jobcenter-Chefin.

Die Teilnehmer des sozialen Projektes kommen aus der Langzeitarbeitslosigkeit und werden in gemeinwohlorientierten Tätigkeiten eingesetzt. Ziel ist es, sie in sinnvoller Arbeit mit festen betrieblichen und sozialen Strukturen zu beschäftigen und ihnen damit die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt zu ebnen. Im Oktober 2006 starteten die LVB das Pilotprojekt „Aktiv-Office“. Seitdem fanden 168 langzeitarbeitslose Menschen aus dem Projekt heraus einen festen Arbeitsplatz.

Mobilitätseingeschränkten Menschen bieten die LVB dank des Projektes einen Begleitdienst, der schwierige Wege leichter macht. Mobilitätseingeschränkte Kunden werden von Projektteilnehmern zu Hause abgeholt und mit Bussen und Bahnen sicher an ihr Ziel und auch wieder zurück gebracht. Ziel dieses Angebotes ist es, eine umfassende Teilhabe am Leben auch für die zu ermöglichen, die ansonsten durch unterschiedliche Behinderungen von vielem ausgeschlossen sind. Im Jahr 2011 wurden insgesamt rund 3600 Aufträge des Begleitdienstes für mobilitätseingeschränkte Personen angenommen und ausgeführt. Über 900 Anfragen waren es im ersten Quartal 2012.

Viele Menschen empfinden das Verkehrsgeschehen als zunehmend unübersichtlich. Weil sichere Mobilität ein wichtiges Anliegen der LVB ist, sollen Senioren und Heranwachsende mit den Gefahren des Verkehrsgeschehens vertraut gemacht und bei der Bewältigung unterstützt werden. Deshalb wurden im Jahr 2011 insgesamt 170 Veranstaltungen in Kindergärten und Grundschulen durchgeführt, bei denen die Verkehrserziehung, insbesondere die Unfallprävention und das Training für die Nutzung von Bussen und Bahnen Thema waren. Auch die Seniorenberatung wurde seit März 2011 intensiviert und so gestaltet, dass die Präsenz von Senioren im öffentlichen Raum und die damit verbundenen Herausforderungen wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Zu den Aufgaben des Begleitservice gehören Fahrplanauskünfte, Hilfe beim Kauf von Fahrkarten oder beim Ein- und Aussteigen sowie Vandalismusprävention und die Erhöhung des Sicherheitsgefühls der Fahrgäste durch Präsenz.

Interessenten können sich bei den Leipziger Verkehrsbetrieben GmbH (LVB) Jahnallee 56, 04177 Leipzig bewerben. Voraussetzungen für die Bewerbung: ALG II- Empfänger, wohnhaft in Leipzig, Vermittlungsvorschlag vom Jobcenter.

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