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Girls-Day auch bei der Regiobahn Kaarst-Mettmann

27.04.12 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Gestern, am 26. April 2012 fand bundesweit der diesjährige „Girls-Day“ statt. Beim „Girls-Day“ sollen Mädchen für technische Berufe interessiert und gewonnen werden. Viele Unternehmen und Behörden machten mit, so auch viele Eisenbahnunternehmen. Die Deutsche Bahn hat z. B. 1.000 Plätze zur Verfügung gestellt. Aber auch die Regiobahn in Mettmann war dabei. Die Regiobahn betreibt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die Linie S 28 von Mettmann-Stadtwald nach Kaarster See. Hier waren im Vergleich zur Betriebsgröße in Zusammenarbeit mit den Partnern Fachhochschule Köln, dem Verband Deutscher Eisenbahningenieure (VDEI) und Heringbau erstaunliche 28 Plätze zur Verfügung gestellt worden.

Von den 28 eingeladenen Mädchen sind 27 gekommen. Die Schülerinnen der Klassen 5 bis 7 aus Haupt-, Realschulen und Gymnasien sollten das gesamte Spektrum der Eisenbahn kennen lernen. Dazu wurden vier Workshops gebildet, welche die Mädchen an diesem Tag alle durchlaufen sollten.

Im Workshop 1 ging es um die Fahrzeugführung. Jedes Mädchen durfte unter Anleitung der Regiobahntrainers Burkhard Meckenstock im Führerstand Platz nehmen und ein paar Meter mit einem Triebwagen fahren. Dies war nur deshalb möglich, weil die Regiobahn auch über eine eigene Schieneninfrastruktur verfügt, auf der (noch) kein regulärer Eisenbahnbetrieb statt findet. Von Mettmann-Stadtwald bis Dornap-Hahnerfurt fuhr übrigens eine Triebwagenführerin der Regiobahn den Zug. Ein Beweis, das Frauen das auch jetzt schon können und ein Ansporn für die Mädchen, die sich für diesen Beruf interessieren.

Im Workshop 2 ging es um den Bahnbetrieb. In der Leitstelle wurden von Sabine Hovermann die Aufgaben eines Fahrdienstleiters dargestellt. Ein Fahrdienstsleiter ist unter anderem für die Einstellung der Fahrstraßen, also die Stellung der Weichen und Signale verantwortlich, er macht die Ansagen für die Reisenden am Bahnsteig etc.. Kein Zug darf fahren, bevor der Fahrdienstleiter nicht grünes Licht gibt. Der Fahrdienstleiter kann auch über Monitore sehen, was auf dem Bahnsteig los ist und im Gefahrenfall rechtzeitig reagieren. Den Mädchen wurde auch erklärt, wie im Falle eines Unfalls die Zusammenarbeit mit den Rettungskräften erfolgt.

Der Workshop 3 befasste sich mit dem Thema Bahnbau. Das ist eigentlich eine Männerdomäne. Schließlich ist der Bahnbau mit sehr viel Körperkraft verbunden. Doch angehende Ingenieurinnen im Bahnbau sollten zumindest wissen, wie ein Bagger bedient wird und wie ein Schienenschleifer funktioniert. Die Mitarbeiter des Vertragspartners der Regiobahn, Michael Weiher und Detlef Racz von der Firma Heringbau, zeigten dem jungen Damen, wie es geht. Und die waren genau so begeistert, wie kleine Jungen.

Prof. Dr. Winfried Reinhardt von der Fachhochschule Köln zeigte an einer Computersimulation die Tücken eines Brückenbaus. Die Mädchen sollten die Elemente auswählen, die zu einer Brückenkonstruktion notwendig waren. Eine ganz schön knifflige Aufgabe, denn wenn etwas vergessen wurde, stürzte die Brücke ein. Anschließend informierte er die Teilnehmer über das Studium zu einer Bauingenieurin.

Auch wenn nicht alle Mädchen Bauingenieurin werden wollen, die Palette war breit gefächert, von Triebfahrzeugführerin über die Leitstelle bis hin zum Bahnbau.  Eine gelungene Veranstaltung, die Potentiale weckt.

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