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Erster Hybridbus in Köln im Linieneinsatz

03.04.12 (NVR) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) haben gestern ihren ersten Hybridbus im Linienbetrieb eingesetzt. In Anwesenheit von Karl Schoeteler, Prokurist und Bereichsleiter Bus der KVB, und Volker Heinsch, Leiter Fahrbetrieb Bus der KVB ging es von der Endhaltestelle „Deckstein“ mit der Linie 146 zum Neumarkt. Die zusteigenden Fahrgäste schauten zunächst verwirrt, über die großflächige Aufschrift “Hybrid-Bus“ stiegen aber dennoch ein.

 

Der Hersteller MAN setzt bei seinen Hybrid-Bussen der Marke „Lion`s City Hybrid“ auf einen reinen Elektroantrieb. Der Dieselmotor ist lediglich ein Generator, der den Akku bei Bedarf lädt. Zusätzlich wird die beim Bremsen freigewordene Energie zurück in den Akku gespeist. Der Dieselgenerator fällt dadurch natürlich kleiner aus, als ein herkömmlicher Motor eines Linienbusses.

Die KVB setzt diesen Hybrid-Bus auf innerstädtischen Linien ein, wo durch dichten Haltestellenabstand und viele Ampeln viel Bremsenergie zurückgespeist werden kann, die dann beim Anfahren wieder abgerufen wird. So fährt der Bus dann fast geräuschlos. Der Generator schaltet sich je nach Bedarf selbstständig ein oder aus. Dabei wird eine konstante Drehzahl gehalten.

Die Reaktion der Fahrgäste war durchweg positiv. „Jetzt stinkt es nicht mehr nach Diesel,“ sagte eine ältere Dame. Und in der Tat, geräuschlos und ohne Dieselwolke rauschte der Bus am Neumarkt zurück zum „Deckstein“.

Der derzeitige Linieneinsatz ist ein Vortest, ab Dezember 2012 wird dieser und ein zweiter bereits beschaffter Bus dann im Leasingverfahren eingesetzt. Durch den Test erhofft sich die KVB qualifizierte Erkenntnisse darüber, ob es sich lohnt, zukunftig starker in diese Technologie zu investieren. Derzeit wird die Hybrid-Technik in 38 Verkehrsunternehmen Deutschlands getestet oder bereits seit kurzer Zeit eingesetzt. Die Flotte der in Deutschland eingesetzten Hybrid-Busse umfasst zurzeit etwa 70 Fahrzeuge.

Bild: Jürgen Eikelberg

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