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Arbeitsgemeinschaft Historischer Nahverkehr tagte in Düsseldorf

23.04.12 (VRR) Autor:Jürgen Eikelberg

Heutige Nahverkehrsfahrzeuge müssen bequem und barrierefrei sein. Dazu müssen sie über Fahrgastinformationssysteme verfügen, Fahrkartenautomaten und Entwerter dürfen nicht fehlen. Schließlich ist nur noch der Fahrer an Bord, der in Notsituationen über Sprechstellen vom Fahrgast erreicht werden kann. Auch für die Fahrerinnen und Fahrer hat sich vieles zum Besseren gewandelt. Früher war es ein Knochenjob, mit einer Kurbel „Gas“ zu geben, und mit der anderen Kurbel zu bremsen.

Die „Arbeitsgemeinschaft Historischer Nahverkehr“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Vergangenheit zu bewahren. So gibt es auf der ganzen Welt engagierte Menschen, die alte Straßenbahnen restaurieren und mach Möglichkeit auch fahrbereit zu halten. Dazu hält die Arbeitsgemeinschaft jedes Jahr einen Kongress ab, wo sich die Mitglieder der verschiedenen Vereine austauschen. Es geht um den Stand und die zukünftige Entwicklung der Museen, Sammlungen und anderen Einrichtungen, die sich mit der Erhaltung der Nahverkehrsgeschichte widmen.

In diesem Jahr war der Verein „Linie D“ vom 19. bis 22. April Gastgeber zu diesem Kongress. In der „Linie D“ setzen sich über 100 Ehrenamtliche seit 20 Jahren für die Erhaltung und den Betrieb historischer Bahnen und Busse ein. Unterstützt werden sie dabei von der Rheinbahn.

Die Teilnehmer des Kongresses, 100 Experten aus acht Ländern, hatten neben der Fachtagung im Bilker Bürgerhaus die Gelegenheit, den bedeutenden historischen Fahrzeugpark der Rheinbahn kennenzulernen und im Rheinbahn-Netz unterwegs zu sein. Der Fahrzeugpark um fasst betriebsfähige Fahrzeuge aus fast 100 Jahren Düsseldorfer Verkehrsgeschichte, das älteste stammt aus dem Jahr 1921.

Auch der von der Rheinbahn im vergangen Jahr geschlossene und über 100 Jahre alte Betriebshof „Am Steinberg“ wurde von den internationalen Gästen besichtigt. Leider hat der Rat noch nicht über die Nutzung der drei Wagenhallen entschieden. Der Verein „Linie D“ setzt sich für die Erhaltung dieses Industriedenkmals als Standort für die historischen Düsseldorfer Bahnen ein, die noch im Betriebshof Lierenfeld und in Heerdt abgestellt sind. So lange die Rheinbahn dort noch Platz hat, geht es gut, doch wenn dies nicht mehr gegeben ist und die historischen Bahnen unter freiem Himmel stehen, nagt der Zahn der Zeit noch schneller an ihnen.

Den Abschluss der Tagung bildete am Sonntag, dem 22. April, eine Straßenbahnparade. Mit neun historischen Fahrzeugen – vom ältesten Holzwagen bis zum „modernen“ GT8SU – wurden die Teilnehmer vom historischen Betriebshof „Am Steinberg“ nach Gerresheim gefahren. Von dort ging es zurück über den Jan-Wellem-Platz zum Spichernplatz.

Der Doppelgelenkwagen 2965, der noch 2011 im Linieneinsatz war, musste wegen eines Fahrzeugausfalls eines modernen „Kollegen“ noch während der Parade in den Liniedienst eingesetzt werden. Ab Spichernplatz fuhr er dann als reguläre 707 zur Universität.

Nach einer Verschnaufpause, die eifrig zum Fotografieren genutzt wurde, fuhr man dann über die Berliner Allee und die Graf-Adolf-Straße zum Hauptbahnhof. Viele Teilnehmer hatten aber die Bahnen schon früher verlassen und standen mit gezückten Kameras an den Fahrbahnrändern. Auch wenn am Vormittag die Sonne nicht mitspielte, die Teilnehmer und auch viele Düsseldorfer, die davon etwas mitbekommen hatten, waren begeistert. Gegen 14 Uhr rückte dann der Nachzügler, ein Arbeitswagen mit Lore, vom Hauptbahnhof in das Depot ein.

Bild: Jürgen Eikelberg

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