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Zehn Jahre InterConnex

26.03.12 (Fernverkehr) Autor:Stefan Hennigfeld

Zehn Jahre fährt er jetzt: Der InterConnex, der größte private Fernzug in Deutschland, der nicht von der DB AG betrieben wird. Am letzten Freitag (23. März) feierte das Unternehmen Geburtstag. Andreas Trillmich, Regionalleiter Nordost bei Veolia Verkehr: „Als wir im März 2002 mit diesem Zug an den Start gingen war uns klar, dass wir uns großen Herausforderung stellen müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keinen Wettbewerb im Fernverkehr und wir nahmen damit eine Vorreiterrolle ein.“

Vom ersten Tag an war es der Anspruch, preiswerten Fernverkehr mit hoher Servicequalität zu bieten. Der Strecke von Leipzig an die Ostsee ist man über die Jahre treu geblieben. Trillmich: „Wir haben inzwischen zehntausende Stammgäste, darunter viele treue Fans. Unser Personal wird regelmäßig von den Kunden als besonders freundlich und serviceorientiert gelobt.“

Unter den Gratulanten war auch Sachsens Verkehrsstaatssekretär Roland Werner (FDP): „Veolia Verkehr ist nicht nur ein zuverlässiger Nahverkehrsdienstleister in Sachsen, es bietet mit dem InterConnex auch eines der wenigen eigenwirtschaftlichen Fernverkehrsprodukte in Deutschland an. InterConnex beweist, dass derartige Angebote auf Grundlage fairer Preise und einer guten Qualität erfolgreich sein können.“

Besonders schlagen dabei die steigenden Infrastrukturgebühren zu Buche Trillmich: „Das macht inzwischen fast vierzig Prozent unserer Gesamtkosten aus. Im Gegenzug dazu stieg der Preis eines Bordtickets innerhalb der zehn Jahre nur von 30 auf 35 Euro für die Strecke Leipzig – Rostock.“ Doch das stark gestiegene Fahrgastaufkommen konnte diese Kostensteigerung kompensieren. 2002 gab es rund 200.000 Fahrgastfahrten, 2011 waren es fast 400.000

Dennoch weist Andreas Trillmich auf den Interessenkonflikt hin: „Die Deutsche Bahn ist gleichzeitig unser Dienstleister im Netz und unser Mitbewerber beim Betrieb.“ Der Veoliakonzern habe sich deshalb schon sehr früh für eine strikte Trennung von Netz und Betrieb ausgesprochen. „Diese Aufgabe hat die Bundesnetzagentur. Auch wir begrüßen daher außerordentlich die Novelle des Regulierungsrechtes und haben dazu bereits Position bezogen.“

3 Responses

  1. Zitat: ,,„Als wir im März 2020 mit diesem Zug an den Start gingen war uns klar, dass wir uns großen Herausforderung stellen müssen. “
    Wirklich 2020 oder meinen sie 2002????

  2. Eine gute Sache, der InterConnex! Schade nur, dass es so etwas nicht auch in anderen Gegenden flächendeckend gibt!

    Es wäre wünschenswert, wenn Mitbewerber die Lücken und Schwächen der DB schamloser ausnutzen könnten. Gerade abseits der großen ICE-Strecken müsste es in Gegenwart und Zukunft vermehrt so ein Mittelding zwischen Regionalexpress und ICE (bzw. IC) geben. Ich meine einen Zug, der ähnlich wie früher der D-Zug oder Interregio, längere Strecken fährt und mehrmals täglich durchgehend die Verbindungen bedient, bei denen heute vielfach zunehmend vom IC/ICE auf den RE umgestiegen wird.

    Notwendig wäre es natürlich, dass die Trennung zwischen Nah- und Fernverkehr rechtlich und verkehrspolitisch etwas aufgeweicht würde.


  3. Thomas Lammpe
    14.04.12 um 11:19

    „Es wäre wünschenswert, wenn Mitbewerber die Lücken und Schwächen der DB schamloser ausnutzen könnten. Gerade abseits der großen ICE-Strecken müsste es in Gegenwart und Zukunft vermehrt so ein Mittelding zwischen Regionalexpress und ICE (bzw. IC) geben.“

    Der InterConnex fährt hauptsächlich zwischen Berlin und Leipzig, also auf einer ICE-Strecke. Die einzige „Schwäche der DB“, die er ausnutzt, ist die im Tarifsystem: Der Interconnex bietet im Gegensatz zur DB bedingungslos einen bezahlbaren Normalpreis, während man bei der DB auf eine Frühbuchung oder eine BahnCard angewiesen ist.

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