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Siemens verschifft ersten Regionaltriebzug nach Russland

05.03.12 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Siemens hat in der vergangenen Woche den ersten Regionaltriebzug nach Russland auf die Reise geschickt. Die Fahrzeuge werden seit April 2011 im Krefelder Werk gebaut Zunächst wurden sie mit fünf Schwertransportern in den dortigen Rheinhafen gefahren, dort mit einem Binnenschiff über den Rhein und den Amsterdam-Rhein-Kanal zum Hafen Amsterdam. Dort ging es über die hohe See weiter nach Sassnitz in Mecklenburg-Vorpommern auf der Insel Rügen.

Denn nur dort – auf dem größten deutschen Eisenbahnfährhafen – gibt es Schienen in russischer Breitspur von 1520 Millimetern. Die Züge wurden erstmals auf ihre angestammten Gleise gestellt und zum Zugverband gekuppelt. Eine Lokomotive schob ihn in die Eisenbahnfähre Sankt Petersburg, die ihn zur russischen Staatseisenbahn RZD bringt. Knapp eine Woche später wird der Zug in Russland ankommen. Im Depot in Sankt Petersburg wird Siemens das Rollmaterial für die RZD auch warten.

In Mecklenburg-Vorpommern ist man besonders stolz, Umschlagplatz zu sein. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD): „Dass der erste Regionalzug vom Fährhafen Sassnitz aus seine Reise nach Russland antritt zeigt, dass die Investitionen in den Ausbau des Hafens richtig waren.“ Ein Transport über den Landweg wäre so ohne weiteres nicht möglich gewesen.

Die Wagen sind bis zu 60 Tonnen schwer, 26 Meter lang, dreieinhalb Meter breit und fast fünf Meter hoch – und damit je einen halben Meter breiter und höher als beispielsweise der Schwesterzug, der in Deutschland unterwegs ist. Auf dem Weg zum Krefelder Rheinhafen mussten die Schwertransporter eine Straßenbahnoberleitung unterqueren, die dafür – nach Betriebsende gegen Mitternacht – vom Stromnetz getrennt und angehoben wurde.

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