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Bahn vergibt Aufträge für 800 Millionen Euro bei Stuttgart 21

13.03.12 (Stuttgart) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Deutsche Bahn hat am gestrigen Montag (12. März) über die Vergabe weitere Baumaßnahmen rund um Stuttgart 21 entschieden. Der Zuschlag für den Abschnitt PFA 1.1 Tiefbahnhof wird an eine Bietergemeinschaft unter Führung von Züblin aus Stuttgart vergeben. Die Vergabe PFA 1.5 erfolgt in zwei Losen und geht an eine Bietergemeinschaft unter Führung von Baresel bzw. an eine Bietergemeinschaft unter Führung von Hochtief.

DB-Infrastrukturvorstand Volker Kefer: „Mit den heutigen Vergaben der großen Rohbauwerke für den neuen Tiefbahnhof und die Tunnel nach Feuerbach und Bad Cannstatt liegen wir im prognostizierten Kostenrahmen. Damit haben wir das vor der Volksabstimmung angekündigte Vergabeziel erreicht.“ Insgesamt sind jetzt etwa fünfzig Prozent des gesamten Bauvolumens und neunzig Prozent der Tunnelbauwerke vergeben.

Kefer: „Die Bauleistungen haben mit dem PFA 1.1 in Höhe von gut 300 Millionen Euro sowie dem PFA 1.5 in Höhe von knapp 500 Millionen Euro ein Gesamtvolumen von rund 800 Millionen Euro. Die Kostensituation für das Projekt hat sich weiter stabilisiert“, so Kefer.
Die Bieter, die nicht berücksichtigt worden sind, erhalten heute eine schriftliche Absage. Mit Ablauf einer Einspruchsfrist von zehn Tagen erfolgt der formelle Zuschlag.

5 Responses

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  2. Marita Pütz
    13.03.12 um 14:38

    Guten Tag…ich kann mich an eine gleichlautende Mitteilung von Herrn Kefer erinnern, letztes Jahr im Juli, ein Tag nach der Stresstestpräsentation. Es fragt sich nur, wen dieser Mann beeindrucken will. Vermutlich am meisten sich selbst. Es ist ja auch ganz schön peinlich, wenn einem die Auftragnehmer abspringen.

  3. Jaja, die Fakten mal wieder.
    Nach der Stresstestpräsentation waren 50% der Tunnelaufträge vergeben.
    Aber die kleinen Details, auf die es ankommt, naja, da wird schonmal drüber weggeschaut.

  4. Ich finde es seltsam,dass die Bahn überhaupt Aufträge für Hunderte von Millionen Euro vergeben darf wenn:

    -weder dass Grundwassermanagement genehmigt ist
    -wenn der Fildertunnel noch nicht genehmigt ist nach Planänderung
    -wenn der Abstellbahnhof für Stuttgart 21 nicht genehmigt ist
    -wenn mann nicht mal weiß,wie der Flughafenbahnhof „aussehen soll“,das heißt,man weiß noch nicht,wo der Fildertunnel rauskommt….

    Der Stresstest ist fehlerhaft und die Software Railsys auch. Das heißt:S21 ist ein Rückbauprojekt-es leistet weniger als der jetzige unsanierte Kopfbahnhof= verfassungswidrig! Rückbau von Schieneninfrastruktur mit Milliarden von Steuergeldern.

    Dazu die ungezählten massiven Risiken und S21 ist ein großer ökologischer Rückschritt!

    UNFASSBAR!

    Die Bahn hält sich auch nicht an eigene Vorgaben: erst wenn alles planfestgestellt ist,werden Aufträge vergeben.Hier,bei S21 ist das ja egal,denn es wird vom STEUERZAHLER (Stadt, Land, Anbindung S21-NBS zahlt Bund mit…) bezahlt.Da vergibt man ohne fertige Planfeststellungen. Zudem gibt es keine Planrechtfertigung.

    Im übrigen wurde VOR der Volksabstimmung damit geworben,dass 50% der Aufträge vergeben sind und 90% der Tunnelaufträge: ja was denn nun?????

    Stuttgart 21 ein Lug- und Betrugprojekt-politisch mit aller MACHT durchgedrückt!

  5. Ich weiß nicht, warum Sie es seltsam finden, dass die Bahn Bauleistungen bestellt.
    Bestellt jemand Leistungen, für die er (noch) keine Genehmigung hat, so tut er dies auf eigenes Risiko und muss im Falle der Nichtgenehmigung mit den Folgen leben.
    Offensichtlich zeigt die Erfahrung der DB AG, dass die Planungsverfahren soweit fortgeschritten sind, dass das Projekt an sich genehmigungsfähig ist und die anstehenden Änderungen bzw. fehlenden Genehmigungen das Projekt nicht mehr in Frage stellen, so dass es nur noch um formelle Aspekte geht bzw. die Änderungen so gering sind, dass das Risiko gegen Null geht, für einen Projektausfall zahlen zu müssen.

    Was die Leistungsfähigkeit anbelangt.
    Die Gegner behaupten zwar fleißig, dass es ein Rückbau wäre, allerdings gibt es keinen Beweis anhand einer einheitlichen Simulation, der diese Behauptung belegt.
    Der von ihnen behauptete Fehler in der Software, der keiner ist, da das Verhalten beschrieben und Gegenmaßnahmen bekannt sind, ist sowieso nur dann relevant, wenn Züge verspätet sind.
    Kommt es nun zu Verspätungen, liegt es in der Natur der Sache, dass in dem betrachteten Zeitraum weniger Züge fahren, weil sich die Züge aus dem zeitintervall „heraus“verspäten.

    Dass sich die Bahn an alte interne Vorgaben nicht hält, mag für Sie zwar ein Grund zur Aufregung sein, aber ist er relevant?
    Ein so umfangreiches Projekt kann nie mit einmal geplant und genehmigt werden, da weder die planende Institution, in dem Fall die DB AG, noch die genehmigenden Institution, in dem Fall das EBA, genug Ressourcen für eine gleichzeitige Planung und Genehmigung haben.
    Würde man auf alles warten, würden die Kosten noch weiter steigen.
    Es ist also im Sinne der Kostenreduktion, ausreichend früh anzufangen, wenn das Gesamtprojekt einen Status erreicht hat, der eine Nichtgenehmigung unwahrscheinlich macht.

    Und die Macht die Sie erwähnen, mit der es durchgedrückt wurde, ist nunmal endgültig die Macht des Volkes gewesen.

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