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Streik bei der BVG konnte nicht abgewendet werden

17.02.12 (Berlin) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) mitteilt, sind weitere Anstrengungen der Unternehmensführung den von der Gewerkschaft ver.di gegen die BVG für den kommenden Sonnabend ausgerufenen 15stündigen Warnstreik abzuwenden, gestern ergebnislos verlaufen.

Dr. Sigrid Evelyn Nikutta: „Trotz all unserer Anstrengungen und dem nochmaligen Eingehen auf die Wünsche der Arbeitnehmerseite, werden wir uns nun auf einen Warnstreik einstellen müssen. Ganz ohne Frage bringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BVG jeden Tag einen wirklich hervorragenden Nahverkehr auf die Straße und leisten ausgezeichnete Arbeit beim Ausbau, der Pflege und der Instandhaltung der Infrastruktur und den Fahrzeugen des Unternehmens. Insofern ist eine maßvolle Anhebung der Einkommen auch angebracht und gerechtfertigt. Aber wir sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Berliner Unternehmen, denn wir gehören dem Land Berlin und so sind wir auch Teil der schwierigen finanziellen Lage der Stadt.“

Dr. Ulrich Nußbaum, Aufsichtsratsvorsitzender der BVG: „Ich weiß, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der BVG jeden Tag ausgezeichnete Arbeit leisten und so mit dafür Sorge tragen, dass die BVG als zuverlässiges Nahverkehrsunternehmen bekannt ist. Deshalb wollen wir auch die Einkommen maßvoll verbessern. Wir müssen aber zudem darauf achten, dass Berlin mit 63 Milliarden Euro verschuldet ist und wir auch bei den anderen Mitarbeitern im öffentlichen Dienst nur wenig Spielraum bei den Gehältern haben.“

Da sich also keine neue Entwicklung derzeit abzeichnet, beginnt die BVG nunmehr mit den technisch notwendigen Vorbereitungen auf den Warnstreik. Es geht nun darum, die mit dem Streik verbundenen schwerwiegenden Auswirkungen auf die Fahrgäste weitgestreut zu kommunizieren und die Fahrzeuge und technischen Anlagen für diese Situation vorzubereiten.

Die Vorbereitungen beginnen bereits lange vor dem angekündigten Termin. Sämtliche Fahrzeuge müssen am Samstag und 4:00 Uhr bereits sind den Depots, die U-Bahnstationen müssen geräumt werden und verschlossen sein. Diese Maßnahmen beginnen daher bereits gegen 2:00 Uhr.

Nur die Buslinien, die von Subunternehmen betrieben werden, verkehren am Sonnabend, wenn auch teilweise eingeschränkt, ebenso die Linien, die von Umlandgesellschaften betrieben werden und nach Berlin rein fahren.

Vom Flughafen Tegel (Abfahrtshaltestelle 109) verkehrt ein Busshuttle zum S-Bahnhof Jungfernheide (Ein- und Ausstieg, ebenfalls Haltestelle Bus 109). Es handelt sich um die Haltestelle Tegeler Weg/S Jungfernheide, gelegen im Tegeler Weg. Der erste Bus fährt um 3.32 Uhr. Weil auf den S-Bahnstrecken am Ostkreuz gebaut wird, richtet die BVG, ebenfalls mit Fahrzeugen von Subunternehmen, einen Shuttle ein, der vom S-Bahnhof Lichtenberg zum S-Bahnhof Frankfurter Allee verkehrt.

Zur Fahrgastinformation wird die BVG ab Freitag verstärkt auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen auf die zu erwartenden Behinderungen hingewiesen. Entsprechende Laufzeilen auf den Haltestellenanzeigern, Lautsprecherdurchsagen in den Bahnhöfen, Informationen auf den Internetseiten und über die Medien sollen die Berliner und ihre Besucher auf den Streik vorbereiten. Während des gesamten Sonnabends ist das Callcenter der BVG über 19449 erreichbar, das Personal wurde aufgestockt, und die Server von www.BVG.de und fahrinfo verstärkt, um auch zusätzliche Kapazitäten bewältigen zu können.

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