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Steht die Schweiz vor einem Paradigmenwechsel im Güterverkehr?

09.02.12 (Europa) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Schweiz gilt gemeinhin als das Musterland der Eisenbahn. Im Personenverkehr gibt es einen integrierten Taktverkehr, der auch innerstädtische öffentliche Verkehrsmittel einschließt, im Alpentransit hat die Bahn im Güterverkehr einen Marktanteil von nahezu 100 Prozent.

Noch hat die Schweiz bezogen auf die Fläche die höchste Dichte an Gleisanschlüssen für den Einzelwagenverkehr in Europa. Es sind derzeit noch 506 Bedienpunkte, wovon knapp die Hälfte mit weniger als drei bis fünf Wagen pro Tag bedient werden, manche sogar noch weniger. Dieses zeit- und kostenträchtige Verfahren will die Schweizerische Bundesbahn (SBB) jetzt womöglich ändern.

Kosten fallen beim Güterverkehr vor allem durch Rangiervorgänge an, die bei der kleinräumigen Schweiz im Binnenverkehr recht häufig sind. Es ist also nicht ein Problem des Transports, sondern ein Sortierproblem, denn daran hat sich seit 175 Jahren nichts geändert.

Die SBB will 250 Gleisanschlüsse nur dann weiter bedienen, wenn die öffentliche Hand die hohen Kosten des Systems trägt.

Das beträfe zwar die Hälfte der Gleisanschlüsse, aber nur 5 Prozent der Gütermenge. Die SBB will im Gegenzug Gateway-Terminals errichten, um das Umladen von Containern für die letzte Meile auf LKW zu ermöglichen.

Bild: Roland zh (Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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