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Netinera erhält anscheinend den Zuschlag beim Dieselnetz Südwest

01.02.12 (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) Autor:Sven Steinke

Nach verschiedenen Medienberichten konnte sich Netinera, die ehemalige Arriva Deutschland Tochter die von der italienischen Staatsbahn und einem luxemburgischen Finanzinvestor übernommen wurde, dass zweite Los bei der Ausschreibung des Dieselnetz Südwest sichern. Dieses Los umfasst über acht Millionen Zugkilometer pro Jahr und bedeutsame landesweite RE-Linien in Rheinland-Pfalz. Eine Stellungnahme von offizieller Seite gab es bisher nicht zum Ausgang des Verfahrens.

Beim Dieselnetz Südwest handelt es sich mit rund zwölf Millionen Zugkilometern pro Jahr um eines der größten Vergabenetze bundesweit und es stellt einen weiteren Schritt zur Verwirklichung des Fahrplan- und Vergabekonzepts Rheinland-Pfalz Takt 2015 dar. Es beinhaltet dieselbetriebene Nahverkehrslinien zwischen den Städten Mannheim, Frankfurt, Koblenz und Saarbrücken. Im ersten Durchgang musste die Ausschreibung wegen wirtschaftlich nicht tragfähigen Angeboten zurückgezogen und anschließend ein Verhandlungsverfahren eingeleitet werden. Außerdem steht die Reaktivierung des Streckenabschnittes zum Flughafen Hahn mittlerweile auf der Kippe.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die sich regelmäßig gegen den erfolgreichen Wettbewerb im Nahverkehr stellt, ruft heute ihre Mitglieder zu Demonstrationen in Kaiserslautern auf, weil diese rund 570 Jobs gefährdet sieht. Dabei unterschlägt die Gewerkschaft, dass auch der neue Betreiber eine entsprechende Mitarbeiterzahl benötigt, um den Betrieb aufzunehmen. Außerdem besitzt die Deutsche Bahn einen Beschäftigungssicherungsvertrag, sodass die entsprechenden Mitarbeiter weiter im DB-Konzern beschäftigt werden.

Los 1, Dez. 14 – Dez. 29, 3,2 Mio. Zkm. pro Jahr

  • RB Worms – Bensheim
  • RB Fürth – Weinheim (– Mannheim)
  • RB Worms – Biblis
  • RB Mannheim – Worms – Mainz (vereinzelt)
  • RB Bingen – Alzey – Worms (– Mannheim)
  • RB Worms – Monsheim
  • RB Eiswoog – Ramsen – Frankenthal (– Mannheim)
  • RB Neustadt – Bad Dürkheim – Freinsheim – Grünstadt – Monsheim
  • BASF-Werkszubringer

Optional, 0,4 Mio. Zkm. pro Jahr

  • RB (Worms –) Monsheim – Marnheim – Kaiserslautern
  • RB Kaiserslautern – Bingen (vereinzelt)

Los 2, Dez. 14 – Dez. 29, 8,3 Mio. Zkm. pro Jahr

  • RE Frankfurt – Mainz – Bingen – Flughafen Hahn
  • RE Frankfurt – Bingen – Koblenz (vereinzelt)
  • RE Frankfurt – Mainz – Bad Kreuznach – Saarbrücken
  • RB Mainz – Idar-Oberstein – Baumholder (– Neubrücke – Saarbrücken)
  • RE Koblenz – Bingen – Bad Kreuznach – Kaiserslautern
  • RE Koblenz – Wissembourg („Weinstraßen-Express“)
  • RE Mainz – Bad Kreuznach – Kaiserslautern
  • RB Mannheim – Worms – Mainz (vereinzelt)
  • RE/RB Frankfurt – Mainz – Alzey – Kirchheimbolanden
  • RE Mainz – Alzey – Wissembourg („Elsass-Express“)
  • RB Worms – Alzey – Bingen (vereinzelt)

5 Responses

  1. Schön für Netinera! Weiß jemand, warum der RE Karlsruhe-Neustadt (stündlich)-Kaiserslautern (2stündig) nicht im Dieselnetz SW enthalten ist?

  2. Der ZSPNV Süd plant eine Direktvergabe bis 2023, um in der HVZ ein Flügelzugkonzept mit der RB Landau – Pirmasens anbieten zu können.

  3. Das mit sem Flügelzug wusste ich, aber warum wurde die Linie trotzdem nicht ausgeschrieben? Beim zukünftigen, ausgeschriebenen RE1 von Koblenz nach Mannheim konnte doch auch vorgegeben werden, dass der Luxemburger zug mitgeführt wird. Und wenn das Flügeln/Kuppeln der ausschlaggebende Grund war, warum wurde der RE6 nicht mit dem Südpfalznetz ausgeschrieben, zu dem er betrieblich faktisch gehört?

  4. Der RE 6 Karlsruhe – Landau – Neustadt wurde bis Ende 2009 mit VT 612 betrieben und war so ursprünglich bis Ende 2014 gebunden, um das gewünschte Fahrplankonzept mit den zwei Flügelzugpaaren früher fahren zu können, hat die DB Regio Rhein Neckar entsprechende gebrauchte VT 642 aus Bayern beschafft. Eine Einbindung ein das Südpfalznetz war aufgrund des noch laufenden Vertrages nicht möglich. Mit der Direktvergabe möchte man die Vertragslaufzeiten mit dem Südpfalznetz hamonisieren. Die Flügelei beim RE 1 ist vertraglich und vergabetechnisch sehr aufwendig gewesen, was sich für zwei Zugpaare absolut nicht lohnt.

  5. Danke für die Erklärung! Für eine Linie mag eine Direktvergabe noch verschmerzbar sein, auch wenn die Fahrgastzahlen bereits eine Ausschreibung rechtfertigen würde.

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