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Mit mehr als zwei Promille im Führerstand der U-Bahn

08.02.12 (München) Autor:Jürgen Eikelberg

Es gibt Dinge, die es eigentlich nicht geben sollte. Dazu gehört auch, das man nach Alkoholgenuss keine Fahrzeug mehr fahren darf. Während für den normalen Autofahrer eine 0,5 Promille gilt, dürfen Fahrer im öffentlichen Personenverkehr nicht einen Tropfen Alkohol im Blut haben. Sicher hat man schon häufiger in der Presse gelesen, das Busfahrer von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wurden. Was sich aber am Dienstag in München abgespielt hat, schlägt dem Fass den Boden aus.

Wie mehrere Medien, unter anderem Welt Online, berichten, hat ein U-Bahn Fahrer mit mehr als zwei Promille eine U-Bahn der Linie U 1 durch München gesteuert. Der 46-jährige habe an zwei Stationen nicht richtig gehalten. Als er schließlich auch ein Haltesignal überfahren habe, sei eine Zwangsbremsung eingeleitet worden.

Wie Welt Online schreibt, hatte Der U-Bahnfahrer der Linie 1 hatte am Dienstag kurz nach 16 Uhr den Zug an der Station Hauptbahnhof übernommen. In den darauf folgenden Bahnhöfen Sendlinger Tor und Fraunhoferstraße verpasste er jeweils die vorgeschriebene Halteposition, sodass der vordere Teil der Bahn erst im Tunnel zum Stehen kam. Dadurch konnten am Sendlinger Tor keine Fahrgäste ein- oder aussteigen.

Mehrere Fahrgäste sprachen daraufhin den Fahrer an und bemerken Alkoholgeruch. Sie alarmierten sie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Diese sorgte dann dafür, das der Fahrer gegen 16:30 Uhr am Mangfallplatz abgelöst und die Polizei eingeschaltet wurde. Medienberichte wonach der Mann auch die folgenden vier Stationen bis zur Endstation Mangfallplatz ohne Stopp durchgefahren sei, bestätigten MVG und Polizei hingegen nicht.

Dem Mann wurde die Fahrerlaubnis entzogen und ihn erwarten jetzt laut MVG „schärfste arbeistrechtliche Konsequenzen“. Von der Polizei erwartet ihn eine Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr.

2 Responses

  1. Gibt es eigentlich so etwas wie eine Blackbox bei den Straßenbahnen, wo Geschwindigkeiten, Haltevorgänge, (versuchte) Türöffnungen, etc. protokoliert werden?

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