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Verschärfte Umweltzonen machen Busunternehmern zu schaffen

06.01.12 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Vor dem Hintergrund der aktuellen Verschärfungen der Einfahrbestimmungen in unterschiedlichen Umweltzonen in Deutschland hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) e.V. gemeinsam mit seinen Landesverbänden klare Forderungen an die Politik formuliert. Die Busunternehmer sehen das umweltfreundliche Verkehrsmittel durch das aktuelle Vorgehen der Städte benachteiligt. Hintergrund ist die Sperrung der Innenstädte für Reisebusse mit einer gelben Umweltplakette. Viele dieser Fahrzeuge sind erst sechs bis acht Jahre alt und werden sogar noch steuerlich gefördert. Die Abschreibungen solcher Fahrzeuge laufen in der Regel acht Jahre.

bdo-Präsident Wolfgang Steinbrück: „Bei Investitionsgütern von rund € 400.000 müssen sich die Unternehmer auf eine verlässliche Nutzungsdauer und Investitionssicherheit verlassen können. Gerade für kleine Unternehmen stellt die Minderung der Restwerte ihrer Busse ein schmerzhaftes wirtschaftliches Problem dar.“

Busse mit Euro 3 Standard waren noch 2006 aktueller Stand der Technik, so dass sich die Unternehmer beim Kauf darauf verlassen haben, diese Fahrzeuggeneration im Rahmen der üblichen Abschreibungsfristen mindestens bis 2014 uneingeschränkt nutzen zu können. Mit dem aktuellen Vorgehen der Städte Berlin, Frankfurt, Osnabrück, Bremen und Stuttgart wird dieses Vertrauen enttäuscht und Investitionswerte im Mittelstand vernichtet.

„Gutachten von namhaften Organisationen haben bislang keine Verbesserung der Luftqualität durch Umweltzonen aufgezeigt. Dennoch lässt die Politik den Mittelstand für eine wirkungslose Maßnahme kräftig zahlen. Besonders fragwürdig ist die Berliner Regelung, da ausländische Busse von der Aussperrung ausgenommen sind. Vernünftige und gerechte Lösungen würde anders aussehen.“ so Wolfgang Steinbrück abschließend.

2 Responses

  1. Da waren jetzt aber viele allgemein Sätze drin… Wieviele Busse/Unternehmen sind denn überhaupt betroffen? Warum wurde keine temporäre Ausnahme vorgeschlagen? Mir scheint hier eher der Verlängerte Arm von ADAC/VDA aktiv zu sein.

  2. Man muß sich nur mal ansehen, welche Unternehmen in BDO und VDV organisiert sind. Das sind kommunale Halbbehörden wie die Bogestra, deren Daseinszweck Schattenhaushalt und Postenversorgungsanstalt ist, bei denen der Beförderungsfall eine stark untergeordnete Rolle hat. Dann sind da natürlich auch deren Subunternehmen, weil die kommunalen Verkehrsbehörden in ihrer Natur so unwirtschaftlich sind, daß sie nicht effizient arbeiten können und daher private fahren lassen. Als früherer Bogestra-Kunde (ich habe mein Ticket wegen der vielen Verspätungen auf der Linie 375 abgegeben) habe ich da vor allem mit Killer-Busse so meine Erfahrungen: Fahrzeuge, die keine Abgasnormen erfüllen, an der Haltestelle bekotzt man sich bald, so stinken diese Busse, Fahrer anatolische und osteuropäische Fahrer, die kaum deutsch sprechen und alles in allem ein Service, der unter aller Sau ist.

    VDV und BDO fordern den Schutz solcher fragwürdigen Busbuden und nennen das dann KMU-freundliche Politik. Hier geht es um die eigenen Pfründe der Herrschaften. Richtiger Service ist auch im kommunalen ÖPNV nur mit fairen Ausschreibungen und knallharten Verkehrsverträgen zu erreichen. Den kommunalen Verkehrsbehörde wie der Bogestra fehlt dazu einfach das unternehmerische Know-How.

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