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Stuttgart 21 – oder: Wie verhindert man ein ungeliebtes Bauprojekt.

03.01.12 (Stuttgart) Autor:Jürgen Eikelberg

Das Projekt Stuttgart 21 wurde über Jahre hinweg geplant. Frühere Bürgereinwände scheiterten auch vor den Gerichten. Im Zuge des Baubeginns kam es zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt. In einer Schlichtung wurden Argumente über die Leistungsfähigkeit des alten Kopfbahnhofs und des unterirdischen Tunnelbahnhofs ausgetauscht. Ein geforderter Stresstest wurde durchgeführt – aber von den Gegnern nicht anerkannt. Bei der Landtagswahl errangen die Grünen, als erklärte Gegner von S21 die Mehrheit und regieren mit der SPD, die zum Teil Befürworter des Tunnelbahnhofs in ihren Reihen hat.

In einer Volksabstimmung votierte die Mehrheit der Wähler gegen das Ausstiegsgesetz zur finanziellen Mitbeteiligung des Landes Baden-Württemberg. Selbstverständlich wurde das Ergebnis der Volksabstimmung von den Gegnern kritisiert. Viele Wähler hätten gar nicht verstanden, das es nicht um das Projekt Stuttgart 21, sondern um den Ausstieg der Mitfinanzierung des Landes ging und damit irrtümlich „falsch“ abgestimmt hätten. Dabei war das „Ausstiegsgesetz“ auch nur eine Krücke, um das Projekt zu verhindern. Es sollte bei Erfolg lediglich die Deutsche Bahn und den Bund zwingen, aus finanziellen Gründen aus dem Projekt auszusteigen. Nach dieser Niederlage erklärte der Ministerpräsident Winfried Kretzschmann (Grüne) er werde das Baurecht der Deutschen Bahn durchsetzen.

Doch die Gegner wollen nicht aufgeben. Nach einer Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (B.U.N.D.) hat ein Gericht zunächst verfügt, das das die Änderung des Grundwassermanagements nicht rechtens sei und der Verband angehört werden müsse. Auch um das Fällen von Bäumen im Schloßgarten gibt es weiter Streit. Diesmal ist der Übeltäter das Eisenbahn-Bundesamt, das am 5. Oktober 2010 das Fällen unter einer Androhung eines Zwangsgeldes von 250.000 Euro verboten hatte. Sie verlangt von der Bahn Schritte zum Schutz des dort vermuteten Juchtenkäfers und von Fledermäusen und Hohltauben. Einen Beweis für die Existenz bleiben die Gegner aber schuldig. Hier bewegt sich das Amt auf dem Boden bestehender Umweltschutzgesetze, wo eine Vermutung zur Existenz ausreicht. Zwar habe die Bahn die Unterlagen jetzt eingereicht und „Fachleute“ aus dem Eisenbahn-Bundesamt würden die Vorschläge jetzt prüfen. Doch hat das Eisenbahn-Bundesamt genug Biologen, um das richtig beurteilen zu können? Wie siedelt man einen Juchtenkäfer um? Es geht um 91 Bäume, die eigentlich ab Mitte Januar gefällt werden müssten. Danach beginnt die Vegetationsperiode und ein Fällen ist dann bis zum kommenden Winter nicht möglich. Darum versucht der B.U.N.D. den Rechtsstreit bis Ende Februar oder Anfang März hinzuziehen.

Im Schloßgarten haben sich seit einem Jahr mehrere Dutzend S-21 Gegner in einem nicht genehmigten, aber bislang geduldeten Tipi-Dorf und Baumhäusern (ist das eigentlich Umweltverträglich) einquartiert. Nach einer Verfügung der Stadt Stuttgart soll am 12. Januar 2012 die Räumung beginnen. Hier sollen noch einmal 176 Bäume gefällt werden, damit die Deutsche Bahn mit dem Aushub für den Trog für den geplanten Tiefbahnhof beginnen kann.

Doch es ist kaum anzunehmen, das die Besatzer so einfach verschwinden werden, denn genau diese Fällung der Bäume wollen sie verhindern. „Wir befinden uns in Alarmstimmung. Und wir werden uns weiterhin in den Weg stellen“, betont eine Sprecherin der Umweltschutzorganisation Robin Wood.

Auch die Behörden gehen auf Distanz. Der Stuttgarter Polizeipräsident Thomas Züfle: „Ein Einsatz zum jetzigen Zeitpunkt wäre teilweise fraglich, weil offenbar noch nicht alle Fragen zum Natur- und Artenschutz im Park geklärt sind.“ Noch deutlicher wird das Innenministerium: „Es kann nicht sein, dass die Polizei eine Baustelle schützt, die sich im Nachhinein als illegal erweist.“

15 Responses

  1. Offener Brief an Politiker der Region Stuttgart

    Felix Staratschek, Freiligrathstr. 2, 42477 Radevormwald

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Beim Referendum Ende November hat sich eine Mehrheit gegen das Gesetz zur Kündigung der Landesbeteiligung beim Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs zu Stuttgart 21 ergeben.

    Warum die Leute so gestimmt haben, darüber kann ich nichts sagen, ob es Zustimmung war oder ob es die Sorge war, dass die Bahn sowieso baut, da diese Baurecht hat. Infofern war diese Bürgerbeteiligung deutlich zu spät. Und ich habe die Diskussion zum Entscheid nur am Rande verfolgen können.

    Wenn ich mich an Sie Wende, hat dies ausschließlich verkehrspolitische Gründe. Von den anderen Streithemen in Stuttgart habe ich keine Ahnung und kann mich dazu nicht äußern. Schon heute gibt es einige Engpässe im Netz der DB, die den Fahrplan der ICE und IC wesentlich mitbestimmen. Die Fahrplanlagen der Züge werden also nicht von der optimalen Vernetzung der Züge und den Wünschen der Fahrgäste bestimmt, sondern von Unzulänglichkeiten im bestehenden Netz. Eingleisige Streckenabschnitte und ebenirdige Gleiskreuzungen bestimmen schon heute den Fahrplan der DB wesentlich mit und verhindern Optimierungen zugunsten der Fahrgäste und Zugumläufe oder sind verhängnisvoll bei Verspätungen. Und es besteht die Gefahr, dass mit Stuttgart 21 weitere solcher schädlichen Fesseln geschaffen werden. Wenn ich von Gefahr schreibe, heißt dass aber auch, dass dies noch abgewendet werden kann. Meines Wissens hat der Stresstest nur das geprüft, was die Bahn vorgegeben hat und nicht einen Fahrplan, den eine echte Verkehrswende hin zur Eisenbahn erfordern würde!

    Zunächst einmal will ich ihnen die Chance geben, die Kritik von Bahnbefürwortern an Stuttgart 21 kennen in Videoform zu lernen. Die können Sie auch bei anderen Tätigkeiten anhören, damit es keine Zeit kostet: http://viertuerme.blogspot.com/2011/12/pro-bahn-vertreter-zu-stuttgart-21.html . Vertreter vom Fahrgastverband Pro Bahn e.V. sagen, warum diese Stuttgart 21 kritisieren. Aber Pro Bahn hat schon immer einen Lösungsvorschlag geboten: Einen kleineren Tunnel bei Erhalt des Kopfbahnhofs. Pro Bahn hat schon seit langen die Gleispläne von Stuttgart 21 untersucht und zahlreiche Mängel in der Gleisplanung festgestellt, die die Möglichkeiten zur Fahrplangestaltung wesentlich einschränken. Zum Lesen gibt es hier weitere Hintergrundinfos: http://www.der-fahrgast.de/Archiv/2011/2011.html

    Aber diese Freiräume können geschaffen werden, indem man den Tunnelbahnhof von Zugfahrten entlastet. Was liegt also näher, den Kopfbahnhof einfach zu behalten? Das dessen Fläche der Stadt Stuttgart gehört schließt doch nicht aus, dass die Gleise liegen bleiben. Schließlich würde Stuttgart und die ganze Bundesrepublik von diesem Kopfbahnhof profitieren, mehr als von einem weiteren Stadtviertel. Und wenn Stuttgart die Fläche des Kopfbahnhofs in Wert setzen will, wäre über den Gleisen ein Solarkraftwerk denkbar, dass auch den Zügen Schatten spendet. Und das kann schon heute errichtet werden.

    Künftig steht eine Wende der Verkehrspolitik bevor. Es muss wesentlich mehr Verkehr, als bisher, auf die Schiene verlagert werden. Und wenn ich mir heute den ÖPNV anschaue, ist der im Berufsverkehr schon oft an der Belastungsgrenze angekommen! Nur zusätzliche Zugleistungen können das zu erwartende Mehraufkommen auf der Schiene bewältigen, wenn weniger Leute per PKW unterwegs sein sollen. Wenn Stuttgart 21 nur den aktuellen Zugverkehr und ein vergleichsweises bescheidenes Verkehrswachstum verkraften kann, reicht das nicht, langfristig die Mobilität für alle im Ballungsraum Stuttgart zu sichern. Beim Kopfbahnhof könnte durch einen Umbau und eine Neuordnung der Bahnsteige (Wegfall der alten Gepäckbahnsteige) im Prinzip sogar eine deutliche Kapazitätsausweitung geben. Auch der Zulauf der Züge kann verbessert werden. Dies muss nicht in den nächsten Jahren geschehen, aber das ist ein Potential dass zusammen mit Stuttgart 21 wesentlich mehr Bahnverkehr nach Stuttgart ermöglicht. http://viertuerme.blogspot.com/2011/12/stuttgart-21-volksentscheid-und-nun.html Der Tunnel kann nicht breiter werden, weil die Baugrube schon ihre maximal mögliche Ausdehnung hat. Aber eine Reduktion der Gleise im Tunnel von 8 auf 6 oder 4 würde breitere Bahnsteige ermöglichen und mehr Zufahrten für die Feuerwehr und breitere Treppen. Bei einer Brandkatastrophe steigt ja Rauch nach oben und blockiert die Fluchtwege üpber die Treppen. Bei einem kleineren Tunnelbahnhof können an beiden Bahnsteigenden Überwege über die Gleise führen, über die Fluchtrampen nach draußen erreicht werden. Für einen ICE- Verkehr Mannheim- München im 20 Minutentakt würden 4 Gleise reichen. Dann ist noch immer Platz für einige RE- Linien.

    Was erlaubt ein Fortbestand des Kopfbahnhofs:

    –Mehr Züge nach Stuttgart, der Nahverkehr kann enorm ausgebaut werden.
    –Züge der Wieslauftalbahn, der Korntalbahn und der Schönbuchbahn (letztere mit neuen Haltestellen über die Gäubahn) können alle in Stuttgart Hauptbahnhof beginnen oder enden.
    –Züge können schön länger vor der Abfahrt für Pendler und Fahrgäste bereitsgestellt werden. Das lange stehen auf Bahnsteigen kann so reduziert werden. Das gilt auch für Fernzüge, die in Stuttgart beginnen. Auch Fernzüge, die in Stuttgart enden, können weiterhin den Kopfbahnhof nutzen.
    –Der Kopfbahnhof muss nicht so intensiv genutzt werden, er da dieser Reserven haben muss, falls im S- Bahn oder S 21- Tunnel Störungen auftauchen. Da ja mit Stuttgart 21 Stuttgart nach der S- Bahn einen zweiten Tunnelbahnhof erhält, dürften sich auch die Anlässe vermehren, wo der Kopfbahnhof Störfälle abfedern muss!
    –Der Kopfbahnhof lässt weiter Dieselzüge nach Stuttgart zu sowie den Einsatz historischer Fahrzeuge.
    –Sollte eine Verkleinerung des Kopfbahnhof möglich sein, könnte Stuttgart auf den nicht mehr benötigten Gleisen Europas größtes Eisenbahnmuseum schaffen.
    –Tunnelbahnhöfe haben oft eine schlechte Luftqualität. Die meisten U- Bahnen stinken nach so was ähnlichen wie Holzschutzmitteln und schwere Gase sacken in die Schächte. Ich bin daher für jeden Zug dankbar, auf den ich nicht in einem Tunnel warten muss.

    Eine Kombinationen aus Kopfbahnhof oder oberirdischen Bahnhof und Tunnelbahnhof gibt es an vielen Orten. In Frankfurt und München fährt die S- Bahn im Tunnel (allerdings ohne die vielen Abzweige, die Stuttgart 21 kennzeichnen und mit einem Kopfbahnhof für Notfälle), in vielen Großstädten (Köln, Bonn, Essen, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Bochum…..) die U- Bahn. Und auf der Ebene zwischen Eisenbahn und Tunnelbahn verkehren oft noch Busse und Straßenbahnen. Alleine deshalb habe ich Heiner Geislers Schlichterspruch nie verstanden, dass sich Stuttgart 21 und K 21 ausschließen. Schon im Oktober 2010 habe ich in der Bahnzeitung http://www.zughalt.de für eine Kombination von Kopfbahnhof und Tunnelbahnhof geworben und habe meine Ansicht Heiner Geisler unmittelbar nach dem Schlichterspruch mitgeteilt. Geisler hat dazu gelernt! Kapazitätsengpässe, Verspätungen und fatale Folgen von Betriebsstörungen können verhindert werden, wenn Stuttgart begreift, wie wertvoll der Kopfbahnhof ist.

    Die Schweizer bauen ja auch einen Tunnelbahnhof, nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung des Kopfbahnhofs, weil letzterer den Verkehr nicht bewältigt, den die Schweizer auf die Schiene bringen. Das zeigt aber auch, dass Deutschland in der Eisenbahnpolitik noch ein Entwicklungsland ist, dass seine Potentiale auf der Schiene nicht nutzt. Ein Verzicht auf den Kopfbahnhof würde für die ganze Region große Entwicklungspotentiale zerstören, die durch ein paar neue Gebäude auf dem Gleisfeld nie ausgeglichen werden können. Und wenn bundesweit Stuttgart berühmt wird, weil man Verspätungen – auch die von Anschlusszügen der Stuttgarter Züge – daher rühren, dass sich im Tunnel die Züge stauen oder verspätete Züge noch mehr Verspätung bekommen, weil anders das komplizierte von Engstellen bestimmte Fahrplankonzept von Stuttgart 21 aus den Fugen bricht, dann ist das beistimmt keine Werbung für den Großraum Stuttgart.

    Ich denke, künftig müssen die ICE im heutigen S- Bahntakt fahren, um die heutigen Autobahnen zu leeren und die S- Bahnen und Regionalexpresslinien müssen mindestens doppelt so häufig fahren. Das wird mit Stuttgart 21 und mit dem heutigen Kopfbahnhof nicht gehen. Aber beides zusammen könnte Stuttgart zur Modellregion für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik machen. Der Peakoil ( http://www.peakoil.de ) wird die Politik zu einer Schiene- Vorrang- Politik zwingen. Und die Städte der Transition- Town- Bewegung bereiten sich schon auf diese vor http://de.wikipedia.org/wiki/Transition_Towns . Der Großraum Stuttgart sollte mit dabei sein. Der Kopfbahnhof würde dabei helfen, ein paar zusätzliche Gebäude aber nicht.

    Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf eine Sache hinweisen, die ich nicht verstehe:

    Warum ist Stuttgart Vaihingen kein RE- Halt? Dort könnten Fahrgäste aus Gäubahn (Bodenseeregion, Schwarzwald) in die Straßenbahn und in die S- Bahnen zur Innenstadt und zum Flughafen umsteigen. Das würde viele Reisezeiten schon heute deutlich verkürzen. Oder wurde darauf verzichtet, um mehr Argumente für Stuttgart 21 zu haben? Aber auch bei Stuttgart 21 wäre dieser Umbau von Stuttgart Vaihingen sinnvoll, sofern bei einem Fortbestand des Kopfbahnhofes die bis zum Hauptbahnhof verlängerte Schönbuchbahn hier halten würde. Außerdem könnten u.as. alle Züge der Gäubahn, die in Stuttgart enden, zum Kopfbahnhof fahren und hier halten.

    Im Referendum ging es nur darum, ob Stuttgart 21 mit Landesgeldern weiter gebaut werden soll. Das wurde vom Volk befürwortet. Alles andere ist aber nicht Thema des Entscheids gewesen. Und so denke ich, sollten Sie so lernfähig sein, wie Heiner Geisler und in den politischen Plänen den Tunnelbahnhof um Kopfbahnhofgleise erweitern. Veränderungen am Kopfbahnhof sind Dinge, die nach Vollendung des Tunnelbahnhofs anstehen. Deren Finanzierung kann daher auch künftigen Haushalten und Verkehrswegeplänen zugeordnet werden. Aber die Vorplanung dafür, die muss jetzt beginnen. Da es eh Interessenten gibt, die den Kopfbahnhof weiter betreiben wollen und da die Anbieter von Nahverkehr günstige Trassenpreise im Kopfbahnhof den Preisen für die Tunnelnutzung vorziehen werden (einige RE- Linien ausgenommen, wo die Vorteile eines besseren Umlauf das ausgleichen), sollte es die Politik akzeptieren, dass der Kopfbahnhof Realität bleibt und diesen planerisch in die Zukunft der Region einbinden. Angesichts der dadurch möglichen stabilen Fahrpläne und der leichter zu verkraftenden Verspätungen dürften ihnen die Fahrgäste in ganz Deutschland und die Pendler im Großraum Stuttgart dankbar sein, wenn sie in Stuttgart Kapazitäten auf der Schiene erhalten.

    Achten Sie vor allem darauf, dass die DB den Kopfbahnhof nicht auf Verschleiß nutzt und so schon vor der Eröffnung des Tunnelbahnhofs unnötige Verschlechterungen eintreten. Wenn die Politik den Erhalt des Kopfbahnhofs fordert, wird das auch bei der Bahn dazu führen, dass die weiter Anbieter der Gleistrassen am Hauptbahnhof bleiben wollen und den Kopfbahnhof nicht vernachlässigen.

    Mit bestem Gruß, Felix Staratschek

  2. Eine wichtige Information fehlt!

    Die Bahn betrügt wissentlich:
    Zitat Engelhardt zu Stresstest „Die Systematik der vielen leistungserhöhenden Regelverstöße und der Bemühungen zu ihrer Verdeckung lässt den Stresstest als den womöglich größten technisch-wissenschaftlichen Betrugsfall der deutschen Geschichte erscheinen. – Die Belege liegen vor, von Bahn und Auditor selbst schwarz auf weiß dokumentiert.
    (aus PDF: http://www.bahn-fuer-alle.de/ )

    Es ist klar, wie die derzeitige Lage aussieht. Es hat sich gezeigt, dass Stuttgart 2I ein großer Rückbau der Schienenin-frastruktur für Milliarden an Steuergeldern ist. Dieses muss zwingend vom Bund genehmigt werden (laut AEG §11-Allgemeines Eisenbahngesetz). Würde der Bundesverkehrsminister diesem zustimmen und der Bahn einen ,,Persilschein“ geben, wäre das wiederum ein glatter Verstoß gegen die Verfassung – es würde unweigerlich in Karlsruhe landen. Egal wie man es dreht – dieses Projekt ist UNRECHT!

    Der geplante Polizeieinsatz gehört sofort gestoppt! Es kann nicht sein, dass die Polizei dieses betrügerische Baurecht schützt.Die Politiker schweigen still über diesen gigantischen Betrug und zahlen lieber 4 Millionen weitere Euro aus dem Landesgeldsäckel ,um den unrechten Bau weiter zu schützen!


  3. Rheinländer
    03.01.12 um 20:26

    So langsam hängt mir das Thema zum Hals heraus. Juchtenkäfer, Fledermäuse, Hohltauben, Stresstest, Kopfbahnhof. Die Deutsche Bahn sollte wirklich auf Stuttgart verzichten.

    Nein, ich meine nicht Stuttgart 21 sondern Stuttgart als Fernverkehrshalt. Wer nicht nach Stuttgart muss der sollte auch nicht über Stuttgart fahren.

    Meinetwegen können wir Baden-Württemberg auch an die Schweiz abtreten. Die haben einen landesweiten ITF – aber keinen HGV :)

  4. Ich finde es lustig wie ploetzlich ein grosser Teil der Berichterstattung zu S21 auf Zughalt umgeschwenkt ist auf mehr oder weniger verhaltenes Pro-S21 seit die Gruenen in der Regierung sind. Der Artikel ist zwar anonym aber ich habe die starke Vermutung der Autor heisst Stefan Hennigfeld?

  5. Ach ne, ich bin auf eine Layoutaenderung reingefallen, tut mir leid. Warum werden denn die Namen ploetzlich nur noch auf der Hauptseite, nicht jedoch beim Aufruf eines Artikels angezeigt?

  6. @ QQ

    Auch in der Redaktion gibt es unterschiedliche Meinungen zu dem Projekt. Ich war von je her in dieser Sache neutral und bin es heute auch noch. Was mir allerdings immer aufgestoßen ist, war die Vehemenz der Gegner. Juchtenkäfer, Fledermäuse, Grundwassermanagement ect. waren bei den ersten Bürgerbeteiligungen kein Thema.

    Daher werde ich den Verdacht nicht los, das hier gewisse Gruppen ihr Süppchen kochen, denen es gar nicht um die Verkehrspolitik geht.

    In Deutschland kann man (leider) mit der Behauptung, dort würden seltene Pflanzen wachsen oder geschützte Tierarten beheimatet sein, Bauprojekte verhindern oder aufschieben, ohne den Beweis für die Existenz erbracht zu haben. Das kann sogar herunter gebrochen werden, auf ein schlichtes Wohnhaus. Fragt sich nur, bis wir so weit sind.

  7. Wenn es ein Rückbau der Infrastruktur wäre, warum klagt dann noch niemand dagegen?
    Es ist doch nur mal wieder ein weiteres „Gutachten“ womit die Gegner ihre Meinung stützen wollen, ohne dass es gerichtsfest ist.
    Und wer ist Engelhardt?
    Der Erfinder eines neuen Leistungsmerkmals, welches genau so erfunden wurde, dass S21 nicht funktionieren kann.

  8. Das es den Juchtenkäfer und Fledermäuse gibt, weiß die Bahn doch wohl seit langen! dafür hätte diese Konzepte erstellen müssen! Und wenn die Tiere in der Winterruhe sind, kann man keine Bäume fällen, weil die dann kein Ersatzquartier suchen können, ohne Schaden zu nehmen. Der Spätsommer oder Frühherbst ist die beste Zeit zum Bäumefällen, wenn die Vogelnester leer sind und die Tiere noch nicht im Winterschlaf und noch vor dem ersten Frost einen neuen Platz finden können. Die Verspätung beim Artenschutz hat sich die Bahn ja selber eingebrockt, weil diese einfach trotz des Wissens, dass hier ein Käfer den Kefer behindert einfach nichts getan hat.

  9. Ich kenne den Bahnhof in Stuttgart durch meine Tätigkeit als Lokführer der DBAG und beobachte das Drama bei Euch aus dem fernen Land Brandenburg mit grossem Interesse.Ich habe gehört, das in dem schönen Schlossperk gegrillt wird und das Menschen und Tiere sich dort erleichtern. Weiterhin sollen dort mitunter Zeltlager stehen und bei lauter Musik wird das Leben genossen. Da frage ich mich doch, wo da die Liebe zum Käfer und zur Fledermaus bleibt. Wenn ich Bahnchef wäre, hätte ich das Projekt S21 schon gestopptund die ICE Trasse weit um Stuttgart drumherum gelegt.Man kann ja auch mit dem Nahverkehr bis Karlsruhe oder Mannheim fahren und von dort den Fernverkehr nutzen. Und noch eins würde ich machen. Ich würde allen Gegnern von S21 die Bahncard entziehen.

  10. Alle grossen Bauprojekte in Deutschland sind doch schon vor Baubeginn zum Scheitern verurteilt weil alles immer ausgeschrieben werden muss. Wer erhält denn den Zuschlag. doch meistens der, der am preisswertesten ist und der weiss, das er es eigentlich garnicht schaffen kann.Ich sehe das Elend jeden Tag bei uns in Leipzig mit unserem Tunnelprojekt. Das sollte auch schon lange fertig sein und der Preiss ist auch schon verdoppelt. Aber ich gebe meim Geld lieber in Deutschland für fehlkalkulierte Bauprojekte aus als das ich es nach Grichenland oder sonstwohin transferieren lasse.

  11. „Kollege“, grad eben warste noch aus Leipzig, nu aus Brandenburg? Glaubwuerdig, glaubwuerdig…

  12. @QQ,

    egal ob aus Leipzig oder Brandenburg, er hat einfach nur recht!


  13. moechtegernbrite
    23.01.12 um 18:40

    Jepp, hat er auch. Die Gegnerschaft um jeden Preis ist verkehrspolitisch und wirtschaftspolitisch Blödsinn; Hinderungsgründe werden an den Haaren herbeigezogen, wie man sie gerade so braucht, demokratische Entscheidungen werden übergangen und sind plötzlich undemokratisch – aber natürlich erst, NACHDEM sich die Siegesgewissheit in die Gewissheit des Verlierers gewandelt hatte, Stresstestgutachter werden mit ausgesucht, sind dann aber plötzlich befangen…

    Dann grillt mal schön Juchtenkäfer im Schlossgarten, Leute. Vielleicht können wir auch einfach ganz Stuttgart renaturieren?

  14. Hier finden Sie den WikiReal-Faktencheck zum Stresstest zu Stuttgart 21. Im Ergebnis wird festgestellt, dass im Stresstest vielfach gegen maßgebliche Richtlinien der Deutschen Bahn AG verstoßen wurde.

    http://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest

    46 KO-Kriterien wurden identifiziert, von denen jedes für sich eine korrigierte Wiederholung des Stresstests veranlassen müsste.

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