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Pro Bahn kritisiert Stillstand beim Ausbau der Müchener S-Bahn

04.01.12 (Bayern, München, Verkehrspolitik) Autor:Sven Steinke

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert in einem Schreiben, die Verzögerungstaktik und Informationspolitik der bayerischen CSU-Minister, bezüglich des Baus des zweiten S-Bahn-Tunnels. Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist die Finanzierung noch längst nicht in trockenen Tüchern. Den neusten Angaben zu Folge soll die Projektfinanzierung erst bis zum Sommer 2012 geklärt werden.

Laut Andreas Barth, Münchener Pro Bahn-Sprecher, wurde vor über einem Jahr versprochen, dass die Finanzierung des Projektes bereits geklärt sei und nur noch Details offen sind, im Sommer 2011 wurde gesagt, bis Ende 2011 herrsche Klarheit. Im November wurde bereits vom Ziel „Ende 2011“ abgerückt und stattdessen von „Winterende“ geredet (20. März). Jetzt wurde bereits eine erneute Verschiebung bekannt. Die Frist zum Abschluss der Finanzierungsvereinbarung soll nun bis zum 30.6.2012 verlängert werden.

Der Fahrgastverband fordert nun endlich Klarheit über den weiteren Ausbau des Münchener Nahverkehrs. Die Verschleppungstaktik der bayerischen Landespolitik sorgt neben dem nicht absehbaren Bau der zweiten Stammstrecke auch für das Unterlassen kleinerer Investitionen in das Netz zur Verbesserung der Betriebsqualität.

Barth meint, entweder sei der Tunnel finanzierbar, dann muss die Finanzierung auch komplett und zu realistischen Kosten zugesagt sein. Oder er kann erstmal nicht finanziert werden – dann sollte mit dem verfügbaren Geld der beste Nutzen für die Fahrgäste erzielt werden statt weiterhin nichts zu tun. Wer immer nur Fristen nach hinten verschiebt, verhindert jeglichen Fortschritt. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die Landespolitik auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Dazu gehört auch, unangenehme Wahrheiten auszusprechen.

Als Sofortmaßnahmen schlägt der Fahrgastverband die Sanierung und den Umbau des Bahnhofs Laim mit dem Bau der Umweltverbundröhre, die Beseitigung des Nadelöhrs am Bahnhof Pasing sowie die Einfädelung der Sendlinger Spange in den Bahnhof Laim.

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