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ODEG führt Gespräche mit Behindertenverbänden

17.01.12 (Brandenburg) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft mbH (ODEG), ein Joint-Venture von Netinera und Benex, führt derzeit Gespräche mit verschiedenen Behindertenverbänden, um die Barrierefreiheit der Fahrzeuge weiter zu verbessern. Unter Vermittlung des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit e.V. beteiligen sich an diesen Gesprächen zehn deutschlandweit agierenden Verbände und Organisationen. Am gestrigen Montag (16. Januar) hat eine Vor-Ort-Besichtigung auf der neuen ODEG-Linie OE 51 zwischen Brandenburg an der Havel und Rathenow stattgefunden. Dabei haben die Besucher einen Triebwagen vom Typ GTW und den Betriebsablauf selbst angesehen. Dabei wurden einige Kritikpunkte aufgezeigt, die im Nachgang auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft werden.

Arnulf Schuchmann, Sprecher der ODEG-Geschäftsführung: „In unserer Unternehmensphilosophie ist das Thema Barrierefreiheit fest verwurzelt. Es ist uns ein wichtiges Anliegen auf die Bedürfnisse unserer Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität einzugehen. Die bisherigen Gespräche haben gezeigt, dass unsere modernen Fahrzeuge trotz der angewandten EU-Normen zum Teil durch kleine Anpassungen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste noch weiter verbessert werden können.“

„Wir haben aber auch deutlich gemacht, dass uns als Verkehrsunternehmen begrenzt Handlungsspielraum zur Verfügung steht“, so Schuchmann. Er weist darauf hin, dass die ODEG die Infrastruktur der Deutschen Bahn nutzt, die für die Ausstattung der Stationen mit Aufzügen, Rollstuhlrampen, Blindenleitstreifen etc. verantwortlich ist. Darüber hinaus müssen die Fahrzeuge den Ausschreibungsanforderungen der Aufgabenträger entsprechend, die bei der Vergabe detailliert vorgegeben werden.

Peter Braun, Sprecher des Allgemeinen Behindertenverbandes Deutschland e.V. freut sich dennoch sehr über die Zusammenarbeit mit der ODEG und verweist auf einen Beschluss der Verkehrsministerkonferenz aus April 2011. Damals wurden die Aufgabenträger gebeten, die im Auftrag des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit entwickelten Anforderungen bei Neuvergaben zu berücksichtigen. „Die Aufgabenträger müssen endlich anfangen, den Beschluss umzusetzen“ so Braun.

Bild: Ostdeutsche Eisenbahn GmbH

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