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Neue Wege im kombinierten Verkehr

26.01.12 (Güterverkehr) Autor:Jürgen Eikelberg

DB Schenker entwickelt gemeinsam mit Kunden innovative Umschlagsysteme im Kombinierten Verkehr Straße-Schiene. Auf einem Fachkongress der „Allianz pro Schiene“ heute in Berlin informierte Michael Kadow, Leiter Business Excellence bei DB Schenker, über den bevorstehenden Einsatz des so genannten „Mobiler“-Systems im Zwischenwerksverkehr eines großen deutschen Automobilherstellers.

Mit dem horizontalen Umschlagsystem „Mobiler“ können auch Kunden ohne eigenen Bahnanschluss bedient werden. Ein mit einer Spezialvorrichtung zum Horizontalverschub ausgestatteter Lkw bringt die Transportbehälter vom Kunden zur nächsten Verlademöglichkeit auf die Schiene. Hier wird die Ladung auf speziell ausgestattete Wagen verschoben. Die Technologie, die ohne Kran auskommt und auch keine eigene Terminalinfrastruktur erforderlich macht, wird seit einigen Jahren erfolgreich und mit wachsender Nachfrage von der ÖBB-Güterbahn Rail Cargo Austria eingesetzt.

DB Schenker Rail Automotive hat mit der neuen Verladetechnologie gemeinsam mit dem Kunden ein Transportnetzwerk entwickelt. Abgestimmt auf die Anforderungen sollen rund 600 Transportbehälter eingesetzt und Transporte mit jährlich rund 40.000 Umschlägen im Firmennetzwerk gefahren werden.

„Die Wechselbehälter und die zugehörigen Tragwagen sind einfach zu handhaben. Das System ist schnell, sicher, wirtschaftlich und flexibel. Wir bringen damit mehr Güter auf die umweltfreundliche Schiene – weil wir die Vorteile der schnellen Lkw-Zustellung auf der letzten Meile ausnutzen und so auch Kunden ohne Gleisanschluss erreichen“, so Kadow. „An einem Kriterium müssen sich letztlich jedoch alle Systeme messen lassen: Sie müssen auf Dauer wirtschaftlich und ohne Subventionen funktionieren und die Interoperabilität in Europa sicherstellen.“

Der Einsatz von Wechselbehältern gilt als eine Alternative zu den gängigen Umschlagsystemen für Sattelauflieger.

Bild: DunCrow (Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Ein Kommentar

  1. Ich kenne den Mobiler jetzt fast seit 10 Jahren! http://www.containerserviceamladegleis.de
    Wie lange brauchte die DB, um den zu entdecken? Das wesentliche muss die DB aber noch entdecken! Die Chance mit Hilfe der Wechselbehälter von einer Rangierbahn den Quantensprung zu einer Umladebahn zu schaffen. Selbst in der bahnfreundlichen Schweiz droht jetzt die Stilllegung der Hälfte der Güterladestellen. Das betrifft zwar nur 5% der Wagenladungen, wenn die aber an den LKW verloren gehen, haben die Fuhrunternehmen einen Fuß in der Tür zu vielen Unternehmen und werden versuchen, weitere Anteile der Schiene abzunehmen. Es ist also fraglich, ob es bei dem Verlust von 5% bleibt. Umgekehrt könnte eine bessere Bahn gerade bei kleineren Transportmengen sehr zulegen, so das 5% auch 10 oder 15% werden könnten. Der Verkehrsexperte Andreas Bieniok vom Kanton Sankt Gallen hat dazu eine Stellungname in der Neuen Züricher Zeitung geschrieben. Den Inhalt gebe ich auf meinem Blog wieder, mit eigenen Worten und einem Link zu einem schon einige Jahre älteren Text von mir, der das auch schon fordert: http://viertuerme.blogspot.com/2012/02/guteroffensive-statt-gesundschrumpfen.html

    Der Vorschlag einer Umladebahn:
    http://www.container-linienzuege.de

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