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Mofair kritisiert neues Bonus-System für Bahnmanager

30.01.12 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

In einer Pressemeldung kritisiert der Privatbahnverband mofair und das Netzwerk Europäischer Privatbahnen e.V. das neue Bonus-System für Manager der Deutschen Bahn AG. Die Deutschen Bahn AG hatte angekündigt, das Bonus-System für den Vorstand zu ändern und zukünftig die Fahrgastzufriedenheit zu einem der zentralen Maßstäbe für die Bonuszahlung zu machen. Das ist sicherlich sehr begrüßenswert, bleibt aber erneut hinter den Erfordernissen zurück. Der Bahnvorstand hat es nämlich bisher versäumt, das Bonus-System für die Infrastrukturmanger diskriminierungsfrei zu gestalten, schreibt mofair.

Und darum geht es:

  • Zu den Kunden der Deutschen Bahn AG zählen nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die nicht zur DB gehörenden Eisenbahnunternehmen (NE-Bahnen). Sie steuern einen erheblichen Teil zum Erfolg der DB in Form von Trassenpreisen, Bahnstrompreisen, Stationsgebühren und Nebenleistungen bei. Konsequenterweise müsste die Zufriedenheit der NE-Bahnen mit dem Trassenzugang, dem Zustand der Trassen und der Angemessenheit der Preissysteme ebenso in eine umfassende Kundenzufriedenheit der DB AG einfließen.
  • Das Bonussystem, das auf Kundenzufriedenheit aufbaut, müsste sich weiter im Unternehmen fortsetzen. Auch für das übrige Management muss sich der Bonus nach der Zufriedenheit ihrer jeweiligen Kunden richten, d.h. bei den Infrastrukturmanagern nach der Zufriedenheit der Netzkunden, also der Eisenbahnverkehrsunternehmen, beim Personenverkehr nach der Zufriedenheit der Passagiere und beim Güterverkehr nach der Zufriedenheit der Frachtkunden.

Die Ankündigung der DB AG kann nicht darüber hinweg täuschen, dass das Bonussystem für Manger von DB Netz AG immer noch stark diskriminierende Anreize setzt. Der Bonus, der demnächst für 2011 ausgezahlt wird, richtet sich nämlich nicht nach ihren Leistungen als Infrastrukturmanger, sondern bemisst nach den Ergebnissen des Gesamtkonzerns.

Für die Energiemanager der DB Energie GmbH ergibt sich daraus z. B. der direkte Anreiz, die Bahnstromdiskriminierung fortzusetzen. Die NE-Bahnen werden bei den Strompreisen im Vergleich zu den DB-Transportunternehmen benachteiligt. Dadurch steigt der Gewinn des Konzerns, von dem die Energiemanager dann über die Bonuszahlungen profitieren.

2 Responses

  1. Wäre es nicht am besten, die Pünktlichkeit bei 95% als Knock-Out-Faktor für den Bonus zu verwenden? Sobald die 95% im Jahresdurchschnitt unterschritten werden, gibt es gar keinen Bonus. Weil Pünktlichkeit ist bei einem Verkehrsunternehmen wie wir wissen das A und O.

  2. @ Frank

    In Heimat Japan noch strenger. Nicht nur Chef von Eisenbahn, auch kleine Leute müssen bluten, wenn Zug zu spät. Kunde immer König!

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