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Deutsche Bahn fordert 0,00 Euro Fahrpreisnacherhebung

17.01.12 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Not macht erfinderisch – oder neues aus Schilda, so könnte man den Tatbestand beschreiben. Ein Ehepaar aus Leichlingen (NRW) wollten mit dem Zug nach Köln fahren. Sie lösten am Automaten eine Viererticket für die Hin- und Rückfahrt. Doch der Entwerter war außer Betrieb und sie konnten die Tickets nicht entwerten.

Um bei einer etwaigen Kontrolle einen Beweis zu haben, drehten sie kurzerhand ein Handyvideo, welches sie dann auch einen Zugbegleiter bei der Kontrolle zeigten. Der Kontrolleur war zwar ein wenig verblüfft, schrieb aber dennoch eine Fahrpreisnacherhebung. Er versprach aber, dass er den Vorfall entsprechend weiter leiten werde.

Nach einigen Tagen erhielt das Ehepaar Post von der Deutschen Bahn. „Wir bedanken uns für Ihre Mitteilung zu der Fahrpreisnacherhebung“, schreibt darin das Unternehmen. Man habe den Sachverhalt eingehend geprüft und festgestellt, „dass zum angegebenen Zeitpunkt tatsächlich eine Störung vorlag“. Dafür entschuldigt sich die Bahn, wirbt für Verständnis, dass es „trotz sorgfältiger Wartung unserer Geräte zu technischen Defekten kommen kann“, schreibt die Rheinische Post unter Berufung auf das betroffene Paar.

So weit, so gut. „Unsere Forderung reduzieren wir dementsprechend auf den regulären Fahrpreis von EUR 0,00. Wir bitten Sie diesen Betrag bis zum 19.1.2012 zu überweisen.“ Man danke schon jetzt für die termingerechte Erledigung.

Hierzu ein Tipp von Zughalt.de. An den Automaten und an den Entwertern auf den Bahnsteigen ist die Nummer des Geräts angebracht. Zusätzlich steht an den Automaten auch die Nummer der Servicezentrale der DB. Aus dem Festnetz 3,9 Cent, aus dem Mobilfunknetz maximal 14 Cent die Minute. Nummer des Automaten/Entwerters sowie Name nennen. Dies wird dann dort in der EDV erfasst und die Zugbegleiter/Kontrolleure können darauf zugreifen. Dann erfolgt auch keine Fahrpreisnacherhebung, wenngleich die Bahn den Ausfall natürlich überprüfen wird.

6 Responses


  1. Jan Preußen
    17.01.12 um 07:33

    Hallo,

    die Nummer kostet aus dem Mobikfunknetz allerdings 41 Cent maximal und nicht 14. Außerdem ist eine Meldung per Twitter oder Facebook möglich.
    Desweiteren ist die Aussage falsch, dass die Zugbegleiter auf die Störungen zugreifen können. Deren Geräte haben kein mobiles Internet. Es wird trotzdem eine Fahrpreisnacherhebung erfasst, doch ist der Störungsnachweis einfacher.

  2. ich finde es ist ein Unding, dass man für eine solche Nachricht nicht eine kostenlose Nummer anrufen kann.

  3. Niemand ist verpflichtet bei seiner Zugfahrt ein Handy mitzuführen, geschweige denn, eine überteuerte 01805-Nummer anzurufen.

  4. Was regen sich jetzt hier eigtl. alle wieder so künstlich auf…
    1. Ist doch alles zufriedenstellend für den Fahrgast geregelt worden…
    2. Hätte ich das nicht gemacht, weil ja meist mehrere Entwerter am ganzen Bahnhof stehen…so normalerweise auch in Leichlingen. Nur dort steht z.Zt wegen Umbaumaßnahmen nur ein Gleis zur Verfügung und somit nur ein Entwerter.

    3. Kleiner Tip: Man muss keinen Automaten im Zug bereitstellen, aber ein Entwerter im Zug ist schon was tolles und vorallem auch weit weniger störanfällig, da nicht der Witerung ausgesetzt.

  5. Ich frage mich eigentlich, ob die Dinger nicht sich selbst als beschädigt melden können, via EDV-Kabel/Sim-Karte?! Naja, dass die Nummer zur Schadensmeldung was kostet wundert mich auch, ich würde dort eher eine 0800ter Nummer erwarten, weil die Bahn ein eigenes Interesse hat, dass ihr hier Informationen zu angediehnt werden…

  6. Ich glaube, daß die Entwerter nicht im Zug sind, hat auch „schwarzfahrerische“ Gründe. So können Fahrgäste nicht an den Entwertern herumlungern und wenn eine Fahrkartenkontrolle kommt, schnell noch entwerten…

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