Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Das Netz Mitte in Schleswig-Holstein geht an DB-Tochter

24.01.12 (Hamburg, Schleswig-Holstein) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie das Hamburger Abendblatt meldet, soll die DB-Tochter Regionalbahn Schleswig-Holstein (RB) den Zuschlag für die großen Strecken des Bahnnetzes Mitte erhalten haben. Demnach sollen die Strecken von Hamburg nach Kiel und Flensburg ab Dezember 2014 für jährlich 13 Millionen Euro vergeben werden. Dadurch würden rund 20 Millionen Euro eingespart, obwohl die Regionalbahn Schleswig-Holstein mehr Zug einsetzt, als derzeit.

Mitbieter waren sowohl die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) als auch die Nordbahn, eine Zusammenschluss von AKN und der Hamburger Hochbahn. Bei den Hauptangeboten lag die NOB (5,81 Euro pro gefahrenen Zugkilometer) noch vor der RB (6,82 Euro) und der Nordbahn (6,85 Euro), konnte bei einem zulässigen Nebenangebot der RB (2,86 Euro) aber nicht mithalten. Die RB hat bei dem zulässigen Nebenangebot mit bis zu 30 Prozent mehr Fahrgästen kalkuliert und dem Land diese Zusatzerlöse garantiert. Außerdem kann die RB am Fahrzeugpark sparen, weil sie die bisher eingesetzten Doppelstockwagen einstetzt.

Zwischen Hamburg und Kiel sollen die Züge von Dezember 2014 an alle 30 Minuten (derzeit 60 Minuten) fahren, zwischen Hamburg und Flensburg alle 60 Minuten (derzeit 120 Minuten).

Das letzte Wort im Wettbewerb um das Bahnnetz hat der Landtag. Der Finanz- und der Wirtschaftsausschuss dürften den als „vertraulich“ gestempelten Vergabevorschlag am Mittwoch absegnen. Offen ist, wer den Rest des Mitte-Netzes künftig bedient. Für die Kurzrouten von Wrist über Elmshorn nach Altona sowie von Hamburg nach Itzehoe hatten alle Bewerber aus Landessicht so teure Angebote abgegeben, dass die Ausschreibung wiederholt wurde. Diese Angebote werden noch ausgewertet. Der Zuschlag für das Restnetz soll im Frühjahr erfolgen.

3 Responses

  1. Moin Moin,

    Zur Wahrunmg der Chanchengleichheit wurde bisher stets betont, das ausschliesslich Neubaufahrzeuge zugelassen seien. Nun scheint doch wieder ein Nebenangebot unter teilweiser Einbeziehung von Altfahrzeugen das Rennen zu machen, es drängt sich daher der Eindruck auf, das Land Schleswig-Holstein möchte auf den Hauptstrecken unbedingt zu einer Monokultur zurückkehren.

    Überraschte Grüße aus Hamburg, Birger Wolter

  2. Wie sehen eigentlich die Pünkktlichkeits-Vorgaben bei solchen Vereinbarungen aus? Gibt es da bestimmte Werte, z.B. 90% aufs Jahr als fristlosen Kündigungsgrund, etc.?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.