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Cyber-Angriff auf Signale der US-Eisenbahn

25.01.12 (Übrige Welt) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie das Internetmagazin WinFutre berichtet, ist es Hackern gelungen, in das Signalsystem der amerikanischen Eisenbahn einzudringen und Signalschaltungen zu manipulieren. Im Nordwesten des Landes gab es infolge dessen an zwei Tagen Störungen bei den Signalanlagen, berichtete das Magazin ‚NextGov‘ unter Berufung auf einen internen Bericht der US-Behörde für Sicherheit im Tansportwesen TSA.

Zu größeren Zwischenfälle kam es jedoch nicht. Am 1. Dezember des letzten Jahres war der Betrieb auf einer nicht näher genannten Strecke im Nordwesten der USA für kurze Zeit in seinem zeitlichen Ablauf gestört. Rund 15 Minuten Verspätung waren für mehrere Züge die Folge. Am folgenden Tag kam es kurz vor dem Berufsverkehr zu einem weiteren Zwischenfall, der allerdings keine weiteren Folgen hatte, hieß es.

Störungen an Signalanlagen können allerdings schwerwiegende Folgen haben und Menschen gefährden. Daher nimmt man das Problem in den USA sehr ernst. Amtrak, ein Unternehmen der US-Bundesregierung, das für die Organisation des landesweiten Personenverkehrs auf der Schiene verantwortlich ist, und die Bahn-Firmen, die den Güterverkehr abwickeln, müssten diesem Problem mehr Aufmerksamkeit widmen, so die Schlussfolgerung.

„Cyber-Angriffe sind derzeit nicht die größte Sorge der Bahn-Unternehmen“, heißt es in dem Bericht. Die Tatsache allerdings, das ihre Anlagen im vorliegenden Fall betroffen waren, weisen eindeutig darauf hin, dass solche Vorkommnisse sehr ernst zu nehmen seien. Dem soll auch im Rahmen eines Aufklärungsprogramms der TSA hinsichtlich möglicher Attacken über Datennetze stärker Rechnung getragen werden.

Ein Treffen kurz vor Weihnachten, auf dem das Thema diskutiert wurde, war entsprechend hochrangig besetzt: Die TSA hatte hierzu Vertreter des US-Eisenbahnverbandes, des US-Heimatschutzministeriums, des Transportministeriums, der Küstenwache und verschiedener Unternehmen, die Infrastruktur-Dienstleistungen für die Bahn anbieten, eingeladen, schreibt WinFuture.

Bei den Untersuchungen des Angriffs ergab sich, dass die Attacken wohl von einigen IP-Adressen im Ausland aus geführt wurden. Den Bahnunternehmen in den USA und Kanada wurden ausführliche Informationen und Hinweise auf mögliche Gegenmaßnahmen übermittelt.

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