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Nordwestbahn übernimmt Weser- und Lammetalbahn

12.12.11 (Niedersachsen, NWL) Autor:Stefan Hennigfeld

Am gestrigen Sonntag (11. Dezember) hat die Nordwestbahn die Weser- und Lammetalbahn von der Eurobahn für zehn Jahre übernommen. Dabei hat das Osnabrücker Unternehmen nicht nur das Rollmaterial übernommen, das sich im Eigentum der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen befindet. In der Nacht von Samstag auf Sonntag erhielten die elf Fahrzeuge neue Aufkleber.

Von nun an beträgt die von den Aufgabenträgern bestellte Zugbegleitquote nicht mehr vierzig, sondern siebzig Prozent. Für die Fahrgäste bedeutet das mehr Sicherheit, mehr Ansprechpartner und mehr Unterstützung bei Problemen. Neu sind zudem die Videoüberwachung, die alle datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt, und Informationsbildschirme. Der Fahrscheinverkauf im Zug wird eingestellt.

Statt dessen hat die Nordwestbahn entlang der beiden Strecken ihre eigenen Automaten mit integrierten Entwertern aufgestellt. Darüber hinaus können die Fahrausweise im Vorverkauf erworben werden. Einmalig ist, dass die Automaten in der Lage sind, auch Banknoten als Wechselgeld herauszugeben – bislang kam bei Überbezahlung stets nur Hartgeld aus den Automaten.

Darüber hinaus eröffnete die Nordwestbahn ihre erste eigene Verkaufsagentur im Kulturbahnhof Bad Salzdetfurth. Aber auch die bewährte Zusammenarbeit mit DB Vertrieb wird fortgesetzt, so dass über die herkömmlichen Wege weiterhin alle Karten zu erwerben sind.

Von einem Tag auf den anderen hat die Nordwestbahn fast alle dreißig Eurobahn-Mitarbeiter übernommen, die bislang auf dem Netz tätig waren. Angesichts des massiven Personalmangels wäre eine solche Betriebsübernahme ansonsten wohl auch nur schwer möglich gewesen. Nordwestbahn-Geschäftsführer Martin Meyer-Luu: „Wir freuen uns sehr, so erfahrenes und gut ausgebildetes Personal von einem Mitbewerber übernehmen zu können. Vor allem zu Zeiten des Fachkräftemangels im Bereich der Triebfahrzeugführer ist dies von immensem Wert für unser Unternehmen.“

Bild: Stefan Hennigfeld

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