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Hybridbusse in München sind praxistauglich, aber nicht serienreif

01.12.11 (München) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Münchener Verkehrsgesellschaft hat bei ihrem Langzeittest mit Hybridbussen eine Zwischenbilanz gezogen: Die Fahrzeuge sind zwar praxistauglich, jedoch noch nicht serienreif. Der elektrische Linienbus wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Drei verschiedene Busse der Hersteller Solaris, MAN und Daimler-Benz sind zwischen August 2008 und April 2011 in den Betrieb gegangen.

Wegen der unterschiedlich langen Einsatzdauer ist ein Vergleich zwischen den verschiedenen Hybridmodellen derzeit nur sehr beschränkt möglich. Sie haben aber allesamt mehr Ausfallzeiten als Busse mit konventionellem Dieselantrieb – die Ursachen sind verschieden, doch die Verfügbarkeit von siebzig bis achtzig Prozent ist deutlich zu gering. Es handelt sich daher allenfalls um Vorserienfahrzeuge.

Die Kraftstoffersparnis von zwanzig bis dreißig Prozent konnte in keinem Fall dauerhaft erreicht werden, teilweise liegt sich im einstelligen Prozentbereich. Durch verschiedene technische Änderungen wird sich der Kraftstoffverbrauch jedoch weiter reduzieren lassen – und genau das ist ja auch Sinn und Zweck des Vorserienbetriebs.

Ein entscheidender Faktor ist dabei gerade im jetzt anstehenden Winter die Beheizung des Fahrgastraumes. Durch die geringere Abwärme des kleineren Verbrennungsmotors muss die Zusatzheizung erheblich häufiger eingesetzt werden – wodurch der Kraftstoffverbrauch wieder ansteigt. Die Hersteller reagieren ihrerseits ebenfalls mit überarbeiteten Heizungskonzepten.

MVG-Chef Herbert König: „Die Einsparungen beim Verbrauch amortisieren noch nicht die bisher erheblich höheren Anschaffungskosten. Deswegen sind Hybridbusse derzeit noch nichta nnähernd wirtschaftlich. Möglich wird ihr Betrieb nur durch Fördergelder. Wir werden unsere Hybridbusse daher noch zwei bis drei Jahre weiter testen, bevor wir entscheiden, ob und in welchem Umfang wir weiter in die Hybridtechnik investieren.“

Er verwies darauf, dass auch bei Bussen mit konventionellem Dieselantrieb starke Effizienzsteigerungen erzielt werden konnten. „Ihre Emissionen liegen teilweise unter der Nachweisgrenze. Auch sie sind ein aktiver Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz – je mehr Fahrgäste, desto besser.“

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