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Fahrgastverband IGEB kritisiert Fahrermangel der S-Bahn Berlin

15.12.11 (Berlin) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Berliner Fahrgastverband IGEB kritisiert den massiven Fahrermangel bei der S-Bahn Berlin. Momentan sind es nicht die Fahrzeugprobleme, die bereits seit vielen Jahren dafür sorgen, dass der Regelbetrieb nicht mehr gefahren werden kann, sondern mangelndes Fahrpersonal. Gestern verkehrten die Linien S 25 und S 47 mit einem eingeschränkten Angebot, die Linie S 45 wurde komplett eingestellt.

Deshalb verlangt der Fahrgastverband, dass die Probleme sowohl von der S-Bahn GmbH als auch von der Deutschen Bahn kurzfristig und auf Dauer behoben werden, selbst dann wenn es auf Kosten der betriebswirtschaftlichen Bilanz geht. Einen Triebfahrzeugführermangel gibt es zudem bundesweit. Allein die Deutsche Bahn AG wird deutschlandweit in den kommenden drei Jahren deutlich über zweitausend neue Lokführer brauchen – zusätzlich zum Bedarf der Privatbahnen.

Die S-Bahn soll für die Zeit nach Dezember 2017 zunächst in Teilen ausgeschrieben werden. Ob Privatbahnen dabei eine Chance haben, hängt von den Rahmenbedingungen der Neuvergabe ab. Vor den Senatswahlen im Herbst hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eine solche Ausschreibung stets abgelehnt, obwohl eine neuerliche Direktvergabe an die Deutsche Bahn nach dem Abellio-Urteil nicht mehr möglich ist und gerichtlich gekippt würde. Nun drängt vor allem der neue Koalitionspartner CDU auf die Einhaltung von Recht und Gesetz.

Aufgrund der nach wie vor vorhandenen Zugausfälle wird der Senat weiterhin Geld kürzen. Der Fahrgastverband IGEB fordert, dass dieses Geld, anders als unter rot-rot üblich, in die S-Bahn investiert wird, statt Haushaltslöcher zu stopfen. So macht man etwa den Vorschlag, im Rahmen des Projektes S 21 einen zusätzlichen Haltepunkt Perleberger Brücke zu errichten, um den Nutzen dieses kontrovers diskutierten Projektes zu erhöhen.

Bild: Deutsche Bahn AG

2 Responses


  1. Beobachter
    15.12.11 um 10:29

    Es scheint so, das der Beruf eines Lokomotivführers nicht mehr die Attraktivität hat, wie zu Beginn der Eisenbahn. Unter den 50 beliebtesten (Lehr-)Berufen des Jahres 2010 ist der Lokführer nicht vertreten.

    Langfristig werden wir wohl um eine weitere Automatisierung nicht umhin können. Schon heute ist ein Lokführer von Assistenzsystemen (Zugbeeinflussung u.ä.)umgeben. Das es technisch geht, beweist ja z.B. die führerlose U-Bahn in Nürnberg.

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