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DB Fernverkehr eröffnet neues ICE-Werk in Frankfurt-Griesheim

05.12.11 (Europa, Fernverkehr, Hessen) Autor:Stefan Hennigfeld

DB Fernverkehr hat wenige Tage vor dem Fahrplanwechsel ein neues ICE-Instandhaltungswerk am Standort Frankfurt-Griesheim in Betrieb genommen. Insgesamt sind hier rund vierzig Millionen Euro investiert worden, um vorwiegend die mehrsystemfähigen ICE 3 zu beheimaten, die im internationalen Verkehr zum Einsatz kommen. Künftig sollen auch die neuen Fernverkehrstriebzüge vom Typ ICx hier gewartet werden.

„Frankfurt am Main ist der optimale Standort, denn hier ist der Knotenpunkt für unsere schnellen ICE-Verbindungen ins benachbarte Ausland. Richtung Paris, Brüssel, Amsterdam, nach Wien und in die Schweiz“ sagt Berthold Huber, Vorstand bei DB Fernverkehr. „Mit dem neuen ICE-Werk haben wir unsere Instandhaltungskapazitäten in Frankfurt nicht nur verdoppelt, sondern vor allem in die Zukunft investiert.“

Um die Verfügbarkeit der europatauglichen Hochgeschwindigkeitszüge weiter zu verbessern, hat das Werk spezielle Einrichtungen zur Wartung und Instandhaltung der Mehrsystem-ICE. Die Funktionstüchtigkeit der Züge für die unterschiedlichen Stromsysteme der Nachbarbahnen wird durch die Einspeisung der drei unterschiedlichen Spannungen geprüft. Ebenso können die Kommunikationsanlagen an den Fahrzeugen wie Antennen oder Rechner für die ausländischen Signalsysteme gewartet und geprüft werden. Die betriebliche Wirklichkeit kann so perfekt simuliert werden.

Eine weitere Besonderheit des Werks: An einem der drei Instandhaltungsgleise sind 32 Hebeböcke angebracht. Damit kann ein ICE komplett angehoben und alle Drehgestelle können in einem Arbeitsschritt ausgetauscht werden. Dies war bisher nicht möglich. Somit können nun Drehgestelle schneller gewechselt werden; zeit- und kostenintensive Überführungsfahrten zu anderen Werken sind nicht mehr notwendig und die Züge stehen wieder schneller für den Betrieb zur Verfügung. Bundesweit einmalig ist auch der Klimaanlagenprüfraum. Dort kann die Funktionstüchtigkeit von Klimaanlagen bei Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius getestet werden. Der Spatenstich für den Neubau erfolgte am 9. Juli 2010. Das Werk wurde in nur 18 Monaten Bauzeit fertig gestellt. Rund 100 neue Mitarbeiter werden dort beschäftigt sein.

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