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Zweitlängster Tunnel des VDE 8 ist durchgängig

30.11.11 (Thüringen) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Silberbergtunnel im Thüringer Wald, zweitlängster Tunnel der Neubaustrecke Ebensfeld – Erfurt, ist durchgeschlagen. Er ist Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer Acht von Nürnberg nach Berlin. Fertigstellung soll zum Ende dieses Jahrzehntes nach dann knapp dreißig Jahren Bauzeit sein. Vor Ort waren der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Thüringen Volker Hädrich, der Thüringer Verkehrsminister Christian Carius (CDU) und Mike Flügel von DB Netz.

Der Tunnel Silberberg hat einige Besonderheiten aufzuweisen: Er wurde nicht von den Portalen her aufgefahren, sondern über zwei so genannte Zwischenangriffsstollen. Hierfür waren zunächst Stollen bis zur eigentlichen Tunnelröhre vorgetrieben worden, von deren Endpunkten dann der Haupttunnel entstand. Die Tunnelbauer hatten anspruchsvolle Vortriebsstrecken unter der Stadt Großbreitenbach, in unterschiedlichen Gesteins- und Bergwasserformationen zu bewältigen.

In einer oikumenischen Andacht dankten die Pfarrer Bernd Kaiser und Stephan Riechel der Tunnelpatin Dagmar Schipanski, die die Funktion der irdischen Vertreterin der Heiligen Barbara übernommen hat. Barbara von Nikomedien, deren historische Existenz fraglich ist, gilt als Schutzpatronin der Bergleute.

Während noch der Durchschlag gefeiert wird, begann Nordbereich bereits die nächste Bauetappe. Hier erhält der Tunnel seine innere Betonschale, in der dann die Züge fahren werden. Das Bauvorhaben umfasst außerdem umfangreiche Renaturierungen. Aus den 1,5 Millionen Kubikmetern Ausbruchsmassen entstehen Landschaftsmodellierungen, die aufgeforstet oder mit Waldmantel- und Staudenvegetation sowie Heumulchsaaten landschaftstypisch gestaltet werden.

Die Einzelinvestition in den Tunnel Silberberg beträgt etwa 200 Millionen Euro.Alle 25 Tunnel des 230 Kilometer langen Neubauabschnittes von Ebensfeld über Erfurt bis Leipzig/Halle mit etwa 56 Kilometern Gesamtlänge befinden sich im Vortrieb, sind durchgeschlagen, im Innenausbau oder bereits rohbaufertig. Der letzte und vierzehnte Tunneldurchschlag in Thüringen wird Anfang kommenden Jahres für den im Süden anschließenden Tunnel Fleckberg erwartet.

2 Responses

  1. 30 Jahre Bauzeit für etwa 2x 100 Km, das ist einfach nur noch peinlich und zeigt sehr deutlich dass die Bahn absolut stiefmütterlich behandelt wird! Wenn man sich das bei allen Verkehrsprojekten zur deutschen Einheit geleistet hätte…

  2. Der Tunnel Silberberg hat einige Besonderheiten aufzuweisen: Er wurde nicht von den Portalen her aufgefahren, sondern über zwei so genannte Zwischenangriffsstollen. Hierfür waren zunächst Stollen bis zur eigentlichen Tunnelröhre vorgetrieben worden, von deren Endpunkten dann der Haupttunnel entstand. Die Tunnelbauer hatten anspruchsvolle Vortriebsstrecken unter der Stadt Großbreitenbach, in unterschiedlichen Gesteins- und Bergwasserformationen zu bewältigen.

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