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Zehn Jahre JuniorTeam

04.11.11 (Allgemein, NVR) Autor:Jürgen Eikelberg

Völlig auf sich allein gestellt sind die jungen Damen und Herren vom  JuniorTeam der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)  am Ebertplatz zwar nicht, trotzdem führen die kaufmännischen Auszubildenden das Kundencenter in eigener Verantwortung und nur bei kniffligen Fragen stehen ihnen die Kolleginnen und Kollegen aus andere Kundencentern telefonisch bei.

Learning by doing, so nennt man das wohl auf neudeutsch. So war es früher, als die jungen Leute noch „Lehrlinge“ hießen, eigentlich immer. Natürlich bekamen sie auch Unterstützung durch erfahrene Kollegen. Doch dann wurden die Auszubildenden in Watte gepackt und durften „nur noch zuschauen“. Praktische Arbeit wäre ja eine Ausbeutung ihrer Arbeitskraft gewesen.

Vor nunmehr zehn Jahren hat die KVB das JuniorTeam ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Kundenorientierung bereits im ersten Ausbildungsjahr zu trainieren und zu fördern. Die KVB bildet sowohl Industriekaufleute, Bürokaufleute und Kaufleute für Verkehrsservice aus. Die Auszubildenden aller drei Sparten durchlaufen in ihrer Ausbildung eine vier bis achtwöchige Zeit im JuniorTeam.

Rund 330 Verkaufsvorgänge und 110 Beratungen nehmen die jungen Leute am Tag vor, von 7:30 bis 19:00 Uhr. Das lässt auf eine hohe Kundenakzeptanz schließe. Also eben dieses „Learning by doing“, das den Auszubildenden ein Selbstbestätigung gibt und die Freude am Beruf bestärkt. Fast 100 Auszubildende waren in den letzten zehn Jahren im JuniorTem und so manch einer, vom Personalvorstand Kuno Weber bei der Abschlussprüfung Befragten, nannte die Zeit im JuniorTeam als die Wertvollste seiner Ausbildung.

Natürlich werden die jungen Menschen nicht ganz ohne Vorbereitung in das JuniorTeam geschickt. In einer Einarbeitungszeit von sechs bis acht Wochen lernen sie in einem Kundencenter der KVB alles über Tarife und Angebote in der Praxis. Und da kann einem schon mal schwindelig werden.

Aber bevor es überhaupt in ein Kundencenter geht, wo sie von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen angeleitet werden, absolvieren sie ein Seminar zur Kundenorientierung, ein Verkaufstraining, eine umfassende Tarifschulung und werden in die Geheimnisse des Kassen- und Abrechnungswesens eingewiesen. In den letzten zehn Jahren hat es nur zwei mal eine unwesentliche Kassendifferenz gegeben, wie Kuno Weber nicht ohne Stolz bemerkte.

Da Ausbildungsengagement der KBV wurde im Übrigen in diesem Jahr von der Agentur für Arbeit ausgezeichnet. Im ÖPNV in Deutschland hat nach einem ähnlichen Muster nur noch die Essener Verkehrs AG (EVAG) ein JuniorTeam.

Doch auch andere Dienstleistungsbranchen sind an dieser Erfolgsstory interessiert. Die Kölner Bank baut gerade ein ähnliches Angebot auf und will mit der KVB dahingehen zusammenarbeiten. So sollen auch die JuniorTeams der beiden Unternehmen sich mal gegenseitig über die Schulter schauen.

Ein Kommentar


  1. Heinz Wieland
    07.11.11 um 13:30

    Als Kraftverkehrsmeister finde ich das sehrgut das man Junge Leute Selbstverantwortung überträgt, nur so Lehren sie mit den Kunden um zugehen, und sie haben die Verantwortung über die einnahmen.

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