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Regionalverkehr im bayrischen Oberland wird ausgeschrieben

21.11.11 (Bayern) Autor:Jürgen Eikelberg

Seit nunmehr 13 Jahren, seit dem 29. November 1998 fährt die private Eisenbahngesellschaft Bayrische Oberlandbahn (BOB) auf fünf Strecken im bayrischen Oberland. Mit ihren Integral Triebwagen löste sie damals die Dieselloks und „Silberlinge“ der Deutschen Bahn ab. Ziel der Ausschreibung war es, mehr Verkehr auf die Schiene zu holen. Das Konzept der Bayrischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die für den gesamten Nahverkehr im Freistaat verantwortlich ist, ist aufgegangen. Die Zahl der Fahrgäste stieg von 4.500 im ersten Betriebsjahr auf über 13.000 im Jahre 2004.

Im Dezember 2013 läuft der Verkehrsvertrag mit der BOB aus. Auch wenn die Kunden der BOB äußerst zufrieden sind, kommt die BEG nach dem Abellio-Urteil nicht an einer Ausschreibung vorbei. Daher hat die Staatsregierung nach eingehender Prüfung entschieden, dass die Nahverkehrsleistungen im Bayerischen Oberland wieder im Wettbewerb vergeben werden sollen. „Die Bayerische Oberlandbahn ist ein Vorzeigeprojekt, das schon heute den Erfolg des Wettbewerbs belegt. Die erneute Ausschreibung ist ein weiterer Schritt auf dem geradlinigen bayerischen Wettbewerbskurs, der 1998 im Oberland begonnen hat“, erläutert Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil.

Die Wünsche der Region sollen dabei berücksichtigt werden. „Mit der Ausschreibung werden wir die Qualitätsanforderungen und das Fahrplanangebot ausweiten. Das ermöglicht der Wettbewerb, denn auch der künftige Betreiber muss die Leistungen erbringen, die wir bei ihm bestellen“, erklärt Zeil.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) wird zwischen München, Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries erneut das bewährte Kuppel- und Flügelkonzept ausschreiben – mit einem verbesserten Angebot und mehr Sitzplätzen in der Hauptverkehrszeit, einem erweiterten Halbstundenrhythmus im Berufsverkehr morgens Richtung München und abends Richtung Oberland sowie mehr Leistungen auch am Wochenende.

Die Besonderheit: Fahrzeuge und Werkstatt wurden bei der Erstausschreibung der Verkehre im Oberland vom Freistaat gefördert. „Wir wollen im Rahmen der Wiederausschreibung die Weiterverwendung der in der Region beliebten ‚Integral‘-Fahrzeuge und der Werkstatt in Lenggries sichern“, betont der Minister. Damit wären auch die Arbeitsplätze der bisherigen Mitarbeiter weiter garantiert. Nötig ist dazu die Zustimmung des jetzigen Betreibers, der Bayerischen Oberlandbahn GmbH.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums den Schienenpersonennahverkehr im Freistaat plant, finanziert und kontrolliert, wird die Ausschreibung in den kommenden Wochen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichen. Auch die Bayerische Oberlandbahn GmbH kann sich erneut um den Betrieb der Regionalverkehre im Oberland bewerben.

Bild: Usien Lizenz: CC BY-SA 3.0

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