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KVB hat sich auf den Winter vorbereitet

16.11.11 (Nordrhein-Westfalen) Autor:Jürgen Eikelberg

Der Winter 2010/2011 wird vielen von uns als ein kalter Winter in Erinnerung bleiben. Meteorologisch war es aber nicht der kälteste Winter am Rhein, wie Dr. Volker Ermert vom Institut für Geophysik und Meteorolgie auf einer Pressekonferenz der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) erläuterte. Im Winter 1962/1963 war der Rhein streckenweise zugefroren. Aber 2010/2011 war ein besonders schneereicher Winter, der den Verkehrsbetrieben zu schaffen machte.

In den 1990er Jahren herrschte in Europa meteorologisch ein Westströmung vor, die Warmluft aus dem Atlantik heranführt. Dies führt allerdings auch zu Stürmen – z.B. dem Sturm „Kyrill“. Viele Menschen – auch die Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe – hatten kalte und schneereiche Winter schon aus ihrem Gedächtnis verbannt. So fehlte es im Winter 2010/2011 vor allem am Streusalz.

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) sind gut auf den anstehenden Winter vorbereitet. Im KVB-Betriebshof West stellte Jörn Schwarze, Vorstand Technik, zahlreiche Geräte sowie neue Salzsilos vor, mit denen das Verkehrsunternehmen auch bei Beeinträchtigungen durch Schnee und Eis den Betrieb seiner Busse und Bahnen aufrechterhalten und die Zugänglichkeit der Haltestellen sichern wird. Mit über 350 Tonnen Salz sollen Engpässe bereits zum Winterbeginn ausgeschlossen werden. Insgesamt hat das Unternehmen sechs Salzsilos in den Werkstätten und Betriebshöfen platziert. Investiert wurde zudem in zehn Anhänger-Sets, die alle benötigten Arbeitsmaterialien von Schippen bis zu Motor-Fräsen transportieren und für den mobilen Einsatz in ganz Köln bereithalten.

Zudem wurde der Schichtplan für den Winterdienst geändert. Der Wetterdienst Meteomedia stellt die Wetterdaten frühzeitig zu Verfügung, so das bei entsprechender Wetterlage 24 Stunden lang Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Diese werden bei angekündigtem Schneefall vor Betriebsbeginn vorsorglich die Haltestellen der KVB „pökeln“, damit sich keine von den Fahrgästen festgetretene Schneedecke bildet.

Um eine Vereisung der Fahrleitungen zu verhindern, werden nächtliche Stadtbahnwagenfahrten („Bügel“-Fahrten) durchgeführt, um die Oberleitungen nutzbar zu halten. Dabei werden gleichzeitig die Rillenschienen vom Schneematsch und von Eis freigehalten.

Insgesamt investierten die Kölner Verkehrs-Betriebe rund 100.000 Euro zusätzlich für die Winterdienstausstattung.

Schwarze hebt hervor: „Unsere Aufgabe ist es, die Mobilität zu sichern. Hierfür sind wir mit allen notwendigen Kräften und modernen Gerätschaften unterwegs.“Das Unternehmen habe die Erkenntnisse des vergangenen Winters genutzt undseine betrieblichen und infrastrukturellen Voraussetzungen weiter verbessert.

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