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DB Energie nimmt dritten Windpark ans Netz

01.11.11 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

DB Energie hat mit dem neuen Windpark Elsdorf II vor einigen Tagen die dritte Anlage dieser Art innerhalb von zwei Jahren ans Netz genommen. Die Windfarm liegt in der Nähe der Bundesautobahn 1 zwischen Bremen und Hamburg und verfügt über acht Windräder. Gesellschafter und Betreiber ist die EWE Energie AG aus Oldenburg, eines Mischkonzernes, der über komplexe Gesellschafterstrukturen im Besitz der öffentlichen Hand ist.

Elsdorf II speist jährlich rund dreißig Gigawattstunden in die Oberleitungen von DB Energie ein. Gemeinsam mit den Windparks Märkisch-Linden und Höher Fläming werden jährlich rund 104 Gigawattstunden aus Windenergie bezogen. Damit werden nach Unternehmensangaben rund 51.000 Tonnen Kohlenstoffdioxyd (CO2) pro Jahr weniger ausgestoßen.

Darüber freut sich auch Hans-Jürgen Witschke, Geschäftsführer bei DB Energie: „Unser erklärtes Unternehmensziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien im Bahnstrom-Mix von derzeit 19,8 auf mindestens 35 Prozent bis 2020 zu erhöhen. Aufgrund begrenzter Potenziale anderer erneuerbarer Energieträger in Deutschland wird insbesondere die Windenergie hierbei eine Rolle spielen. Deswegen bauen wir unser Know-how für den Einsatz von Strom aus Windkraft für Traktionszwecke kontinuierlich aus.“

Nichtsdestotrotz: Ein nicht geringer Anteil des Bahnstroms stammt nach wie vor aus Kohle- und Atomkraftwerken. Ein ökologisches Ärgernis ist zudem die mangelhafte Vergütung von zurückgewonnener Bremsenergie, die wieder in die Oberleitung eingespeist wird. Umweltfreundliche Fahrzeuge, deren Bremsenergie nicht einfach verpufft, sondern für den nächsten Zug wieder zur Verfügung gestellt wird, werden damit nicht ausreichend gefördert.

Das ist aber nicht nur ein ökologisches Ärgernis, es fördert auch einseitig die Deutsche Bahn, die im Vergleich zu ihren privaten Konkurrenten, mit denen sie im intramodalen Wettbewerb steht, sehr viele Altfahrzeuge aus der Produktion der Deutschen Bundesbahn besitzt, die nicht nur übermäßig viel Energie brauchen, sondern auch Bremsenergie nicht effizient genug nutzen.

In dieser Sache laufen derzeit Gerichtsverfahren, die sich auch mit der Tatsache befassen, dass private Anbieter mehr Geld pro Kilowattstunde bezahlen müssen als die DB-eigenen EVU, weil es dort Mengenrabatte gibt, die die Konkurrenten selbst dann nicht erreichen würden, wenn sie alle gemeinsam als Einkaufsgenossenschaft auftreten würden. Doch für solche Problemfelder ist kein Platz, wenn man sich für seinen vermeintlich grünen Strom selbst feiert.

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