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Ausschreibungsverfahren im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht

18.11.11 (Sachsen-Anhalt, Thüringen) Autor:Jürgen Eikelberg

Die landeseigene Nahverkehrsservicegesellschaft NASA startete das europaweite Vergabeverfahren für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Netz Saale-Thüringen-Südharz (STS). Die Ausschreibung wurde heute im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Sachsen-Anhalt setzt damit sein Konzept um, nach der in den nächsten Monaten die Leistungen des heutigen Verkehrsvertrages mit der DB Regio AG schrittweise neu vergeben werden. Den Anfang macht das STS-Netz.

Das Netz Saale-Thüringen-Südharz umfasst die Region zwischen Halle (Saale) und Leipzig, Jena – Saalfeld, Erfurt – Eisenach sowie Kassel und einen Zeitraum von 15 Jahren ab Fahrplanwechsel im Dezember 2015. Ausgeschrieben wurden Leistungen von jährlich bis zu 9,25 Millionen Zugkilometer im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen, dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und dem Nordhessischen Verkehrsverbund. Auf Sachsen-Anhalt entfallen davon jährlich 3,5 Millionen Zugkilometer.

Bestandteil der Vergabe sind folgende Leistungen:

Expresszüge (alle Zweistundentakt):

  • · Halle (Saale) – Sangerhausen – Nordhausen – Kassel-Wilhelmshöhe
  • · Halle (Saale) – Sangerhausen – Nordhausen – Leinefelde
  • · Halle (Saale) – Naumburg – Weimar – Erfurt
  • · Leipzig – Naumburg – Weimar – Erfurt
  • · Saalfeld – Jena – Weißenfels – Leipzig (Dezember 2015 bis Dezember 2017 nur Weißenfels – Leipzig)

Eine weitere zweistündliche Expresslinie von Halle nach Jena soll in einem anderen Verfahren gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen vergeben werden.

Regionalzüge:

  • · Halle (Saale) – Lutherstadt Eisleben (Stundentakt)
  • · Lutherstadt Eisleben – Nordhausen (Einzelzüge)
  • · Nordhausen – Leinefelde – Heiligenstadt (Zweistundentakt)
  • · Sangerhausen – Artern – Sömmerda – Erfurt (Zweistundentakt)
  • · Halle (Saale) – Naumburg – Weimar – Erfurt – Eisenach (Stundentakt)
  • · Saalfeld – Jena – Großheringen (Stundentakt)

Die Expresszüge sollen mit schnellen, beschleunigungsstarken Fahrzeugen betrieben werden und nur an ausgewählten Bahnhöfen halten, womit sich die Fahrzeiten gegenüber heute verkürzen. So werden die größeren Orte der Region besser miteinander verbunden und in Erfurt, Leipzig und Halle Anschlüsse hergestellt an die Fernverkehrszüge in/aus Richtung München, Berlin, Frankfurt, Magdeburg, Hannover und Dresden.

Die Regionalzüge bedienen wie bisher die kleineren Unterwegshalte, auch hier verkürzen sich jedoch durch den Einsatz beschleunigungsstarker Züge auf einigen Strecken die Fahrtzeiten.

Mit Inbetriebnahme des Ausschreibungsnetzes im Jahr 2015 werden für die Fahrgäste folgende Verbesserungen wirksam:

  • · Einsatz moderner, hochwertiger Fahrzeuge mit komfortabler Ausstattung (bequeme Sitze und Sitzabstände, Tische und Steckdosen am Platz, Repeater für verbesserten Mobilfunkempfang, Leseleuchten)
  • · kürzere Fahrzeiten durch beschleunigungsstarke Fahrzeuge (bis zu 160 km/h)
  • · Kundenbetreuer in jedem Zug
  • · Fahrscheinverkauf auch im Zug
  • · stufen- und spaltfreie Einstiege für Rollstuhlfahrer über Schiebetritte und Rampen
  • · großzügige Mehrzweckabteile (z. T. ohne Klappsitze) zur Mitnahme von Fahrrädern
  • · erweiterte Kundengarantien
  • · erweiterte Qualitätssicherung gegenüber dem bisherigen Verkehrsvertrag
  • · vorgesehen auf der Strecke Halle (Saale) – Lutherstadt Eisleben – Sangerhausen – Artern – Sömmerda – Erfurt: regelmäßige Direktverbindungen durch Flügelung (Zugtrennung) in Sangerhausen

Mit dem Vergabeverfahren folgt das Land Sachsen-Anhalt seiner Strategie, bei Auslaufen bisheriger Verkehrsverträge für neue Qualität im Nahverkehr zu sorgen und das Bahnangebot attraktiver zu machen. In den kommenden Monaten werden weitere Leistungen ausgeschrieben, so dass ab Dezember 2015 in Sachsen-Anhalt nur noch moderne Fahrzeuge unterwegs sind.

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