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Zugtaufe in Magdeburg

26.10.11 (Sachsen-Anhalt) Autor:Jürgen Eikelberg

Wer häufig mit dem Zug fährt, dem wird es sicher schon einmal aufgefallen sein, viele Züge tragen einen Namen. Nicht die Linie, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westalen der Rhein-Ruhr-Express (RE1), sondern jeder Zug oder Triebwagen hat einen individuellen Namen. So wurden ICE, aber auch S-Bahnen auf Städtenamen getauft.

Einen anderen Weg geht die DB Regio Sachsen-Anhalt. Hier werden Regionalzüge auf die Namen herausragender Persönlichkeiten der Region getauft. So tauften gestern, 25. Oktober Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Manfred Tröger, Geschäftsführer der Otto-von-Guericke-Gesellschaft e.V., und Stephan Georg Wigger, Vorsitzender der Regionalleitung der DB Regio Südost, einen neuen Doppelstockzug der DB Regio AG auf den Namen „Otto von Guericke“.

Die modernen Doppelstockwagen fahren seit Frühjahr auf der Strecke Halle (Saale)?Köthen?Magdeburg?Stendal?Salzwedel?Uelzen. Mit dem in Stendal geborenen Archäologen Johann Joachim Winckelmann und dem Hallenser Theologen und Pädagogen August Hermann Francke sind bereits zwei der neuen Züge auf dieser Strecke als Botschafter Sachsen-Anhalts und ihrer Städte unterwegs.

Der Name Otto von Guericke und sein Wirken sind eng mit seiner Geburtsstadt Magdeburg verbunden. Rund 30 Jahre vertrat er als Bürgermeister die politischen Interessen der Stadt. Otto von Guericke erfand die Luftpumpe und führte mit den „Magdeburger Halbkugeln“ 1655 das erste Großexperiment in der Geschichte der Wissenschaft durch.

Die neuen Doppelstockzüge sind klimatisiert und für eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern ausgelegt. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören ein außergewöhnliches Design mit einer innovativen Beleuchtung, breite, bequeme Sitzplätze mit Armlehnen und viel Beinfreiheit. Steckdosen an fast jedem Platz, großzügige Gepäckablagen, Sitze in der 1. Klasse in Lederausführung und große Panoramafenster erhöhen den Komfort. Moderne Fahrgastinformationssysteme erleichtern die Orientierung und Videokameras sollen den Reisenden mehr Sicherheit vermitteln und Vandalismus vorbeugen. Eingebaute Verstärker für den Mobilfunk ermöglichen die ungestörte mobile Kommunikation. Nicht zuletzt sind die Fahrzeuge behindertengerecht ausgestattet.

Das Gebiet des Verkehrsbetriebes Elbe-Saale mit Sitz in Magdeburg umfasst 19.000 Quadratkilometer Fläche. Hier fahren auf einem 1.420 Kilometer langen Streckennetz im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt täglich 875 Züge des DBNahverkehrs, die jährlich 12 Millionen Reisende befördern. Rund 690 Mitarbeiter sorgen für gepflegte und saubere Züge sowie eine freundliche und kompetente Reisendenbetreuung.

Bild: NASA/DB AG

Ein Kommentar


  1. Bodo F. Menschenfreund
    26.10.11 um 09:52

    Wenn Fahrzeugmaterial der DBAG und anderer EVUs mit Städtenamen einrollt, finde ich das stets irritierend, weil der betreffende Zug meist ein ganz anderes Fahrtziel aufweist. Seit Eschede 1998 („Wilhelm Conrad Röntgen“) verwendet die DBAG aber keine Personennamen mehr. ABer da gäbe es doch auch andere Möglichkeiten: Namen von Kunstwerken, Musikstücken (Lieder, Opern etc.), Tier- und Pflanzennamen, sonstige anerkannt positiv besetzte Begriffe.

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