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Stehen RMV und NVV vor der Fusion?

11.10.11 (Hessen) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Hessischen Verkehrsverbünde RMV und NVV stehen einem Bericht der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung (HNA) zufolge vor Fusionsplänen. In der Novellierung des hessischen ÖPNV-Gesetzes, die bis Ende 2012 geplant ist, sollen die beiden Aufgabenträger bereits ab 2015 enger zusammenarbeiten und ab 2018 zu einem gesamthessischen Verbund zusammengelegt werden.

Bereits seit April ist Klaus-Peter Güttler sowohl beim NVV als auch beim RMV als Geschäftsführer, jeweils gemeinsam mit Wolfgang Dippel (NVV) und Knut Ringat (RMV). Ziel war es, Synergieeffekte zu erzielen – nicht die Auflösung der beiden eigenständigen Verbünde. Im Verkehrsministerium jedoch, so die HNA weiter, seien die Pläne bestritten worden.

Dennoch sollen auch die vielen Nahverkehrsorganisationen, die in Hessen für die Bestellung des kommunalen ÖPNV zuständig sind, weiter zusammengelegt werden. Bislang arbeiten sie in der Regel auf Kreis- oder Stadtebene, demnächst könnte es hessenweit nur noch fünf davon geben.

Zu befürchten stünde dann jedoch, dass die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Regionen nicht mehr ausreichend beachtet werden. Je größer ein Aufgabenträger wird, desto größer wird auch die Gefahr, dass die Interessen einzelner Gebiete in diesem Aufgabenträger zugunsten anderer Gebiete vernachlässigt wird.

Der Freistaat Bayern hat heute bereits einen einzigen Aufgabenträger für das gesamte Land, die Bayerische Eisenbahngesellschaft. In Nordrhein-Westfalen gibt es seit einigen Jahren Bestrebungen, aus den einst vorhandenen neun SPNV-Bestellern drei zu machen. Hier tauchen allerdings Widerstäne auf, zu befürchten wäre für Hessen, dass die bisherigen Institutionen bestehen bleiben und zusätzliche eine Art Über-Verbund entstehen würde.

2 Responses

  1. Eine Fusion des RMV mit dem NVV wäre nur unter Vorherrschaft der derzeitigen Hofheimer denkbar. Die Furcht, einzelne Gebiete (vor allem, je weiter sie von Frankfurt entfernt wären) würden vernachlässigt, sind nicht von der Hand zu weisen.
    Hätte sich der RMV etwa während der Krisenjahre der Regionalisierungsmittel (ab 2006) z.B. für Wabern – Bad Wildungen eingesetzt, dto. Wolfhagen – Korbach – Brilon Wald oder nicht doch zugesehen, daß er mit seinen dann zur Verfügung stehenden Gesamtmitteln eher die Frankfurter Region gestärkt hätte?


  2. Lutz Oppermann
    13.11.11 um 17:26

    Am 16.November 2011 wird die Ausschreibung S-Bahn Rhein Main bekanntgegeben.

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