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Schließung der Reisezentren am 7. Oktober

05.10.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Noch stehen Fahrkartenautomaten überallWie die Deutsche Bahn AG mitteilt, werden am Freitag, 7. Oktober 2011 die Reisezentren geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet sein. Grund ist eine bundesweite, von den Arbeitnehmervertretern einberufene Betriebsversammlung. In Hamburg und Schleswig-Holstein findet die Betriebsversammlung bereits am morgigen Donnerstag, dem 6. Oktober 2011 statt.

 

Die Betriebsversammlung steht im Zusammenhang mit der Ankündigung der DB AG, in den Reisezentren massiv Personal abzubauen. Hiergegen hat die Eisebahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) massiven Widerstand angekündigt.

Die Deutsche Bahn setzt zwar an größeren Bahnhöfen zusätzliches Servicepersonal ein und aus Kulanzgründen können in Fernverkehrszügen die Fahrkarten ohne Aufschlag an Bord gekauft werden. Ansonsten empfiehlt die Bahn aber, die Fahrkarten im Norden bereits heute, im übrigen Bundesgebiet aber spätestens morgen zu kaufen.

Alternativ kann man die Tickets auch am Automaten erwerben. Im Internet besteht unter www.bahn.de zudem die Möglichkeit, dies als Onlineticket zu Hause auszudrucken bzw. unter m.bahn.de (für mobile Endgeräte) oder der mobilen Applikation DB-Navigator für Smartphones als Handyticket erwerben. Für das Online- und das Handyticket ist allerdings eine Registrierung bei „Meine Bahn“ erforderlich und die Bezahlung ist nur mit Kreditkarten oder Bankeinzug möglich.

Eine weitere Möglichkeit besteht für Internetlose oder Kunden mit Automatenphobie nur bei Reisebüros mit DB-Agenturen.Unter der kostenfreien Rufnummer 08000 99 66 33, die am Donnerstag und Freitag ganztägig geschaltet ist, können nur Auskünfte erteilt werden, ein Fahrkartenverkauf für eine sofortige Reise ist nicht möglich.

Ist dies ein Vorgeschmack auf die Zeit ohne bzw. eines stark eingeschränkten Fahrscheinverkaufs von Mensch zu Mensch, wie es sich die DB AG vorstellt?

Bild: DB AG

7 Responses

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  5. Ich frage mich auch, was diese Betriebsversammlung soll? Kommen dann alle aus allen möglichen Ecken Deutschlands in eine riesen Halle? Hätte man so etwas nicht (auch) per Videokonferenz machen können? Und was ganz wichtig ist: Was soll das Thema überhaupt sein? Man vereinbart ja keine Treffen nur zum Spaß, oder?

  6. @ Frank

    Die Deutsche Bahn hat vor einiger Zeit beschlossen, rund 700 Stellen in den Reisezentren abzubauen. Das stößt naturgemäß auf den Widerstand der Gewerkschaft EVG.

    http://www.evg-online.org/newsticker/11_10_05_Reisezentren/

    Um mit den Mitarbeitern diesen Umstand zu diskutieren, haben die jeweiligen Betriebsräte an den einzelnen Standorten zu einer Betriebsversammlung aufgerufen. Dazu sagt der § 42 des Betriebsverfassungsgesetzes:

    § 42 Zusammensetzung, Teilversammlung, Abteilungsversammlung

    (1) Die Betriebsversammlung besteht aus den Arbeitnehmern des Betriebs; sie wird von dem Vorsitzenden des Betriebsrats geleitet. Sie ist nicht öffentlich. Kann wegen der Eigenart des Betriebs eine Versammlung aller Arbeitnehmer zum gleichen Zeitpunkt nicht stattfinden, so sind Teilversammlungen durchzuführen.
    (2) Arbeitnehmer organisatorisch oder räumlich abgegrenzter Betriebsteile sind vom Betriebsrat zu Abteilungsversammlungen zusammenzufassen, wenn dies für die Erörterung der besonderen Belange der Arbeitnehmer erforderlich ist. Die Abteilungsversammlung wird von einem Mitglied des Betriebsrats geleitet, das möglichst einem beteiligten Betriebsteil als Arbeitnehmer angehört. Absatz 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.

    Eine Betriebsversammlung ist auch ein Mittel das Arbeitskampfes. Damit wird den Kunden der Bahn auch drastisch vor Augen geführt, welches Szenario ohne Reisezentren auf sie zukommen.


  7. Murmeltier
    06.10.11 um 21:08

    @ Frank

    In Ergänzung zu Jürgen Eikelberg: Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es mehrmals Betriebsversammlungen bei der Deutschen Post AG, die zur Schließung aller noch von der Post selbst betriebenen Filialen führten. Ähnlich lief es bei der zum Edeka-Konzern gehörenden „Marktkauf“-Kette. Es handelt sich also um einen ganz „normalen“ Vorgang, der immer dann auftritt, wenn die Entwicklung in einem Unternehmen aus Sicht der Arbeitnehmer alles andere als „normal“ verläuft.

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