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Rheinbahn: Betrugsanklage gegen Personalvorstand Klaus-Dieter Volke

08.10.11 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Personal- und Organisationsvorstand der Düsseldorfer Rheinbahn AG, Klaus-Dieter Volke, muss sich wegen Betruges in 146 Fällen demnächst vor dem Amtsgericht Berlin-Moabit verantworten. Das berichtet der Düsseldorfer Express. Es geht um einen Schaden von 1,5 Millionen Euro, der sich auf 146 Anleger der Konsumgenossenschaft Berlin verteilt, deren Vorstand Volke einst gewesen ist.

Rheinbahn-Pressesprecher Georg Schumacher sagte dem Express, dass der Rheinbahnvorstand „in Kürze“ entscheiden wird, wie man sich in dieser Sache weiter verhält. Insbesondere verwies Schumacher auf die Unschuldsvermutung, die auch für Klaus-Dieter Volke gilt.

Ein Kommentar


  1. Beobachter
    08.10.11 um 23:03

    Wie der Vorstandssprecher der Düsseldorfer Rheinbahn AG schon anmerkte, es gilt die Unschuldsvermutung für Klaus-Dieter Volke.

    Der Vollständigkeit halber sei aber angemerkt, die Konsumgenossenschaft Berlin blickt auf eine lange Tradition als Einkaufsgenossenschaft der kleinen Leute zurück. Gegründet wurde sie 1899 aus einem Zusammenschluss mehrerer Genossenschaften im Großraum Berlin. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt entstanden solche Genossenschaften in vielen Teilen Deutschlands. Der Sinn dieser Genossenschaften war es, ihren Mitgliedern durch zentralen Einkauf günstige Verbraucherpreise anzubieten. Im „Dritten Reich“ wurden alle Konsumgenossenschaften in das „Gemeinschaftswerk der deutschen Arbeitsfront“ eingegliedert.

    Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Alliierten zunächst jede Vereine, Massenorganisationen und Parteien verboten. Das betraf auch die Konsumgenossenschaften. Doch mit Befehl Nr. 176 der sowjetischen Militäradministration vom 18. Dezember 1945 wurde die sofortige Neugründung bzw. Fortführung der Konsumgenossenschaft ermöglicht.

    Fortan gehörte der „Konsum“ wieder zum Handel in Berlin, zumindest im sowjetischen Sektor und in der DDR. In der Bundesrepublik gab es zwar auch eine Neuauflage des „Konsum“, die wurde aber in den 1970-Jahren zur Co-op AG verschmolzen, die ein unrühmliches Ende fand.

    Worauf sich die Staatsanwalt Berlin stützt, ist nach der Wende zu suchen. Die Konsumgenossenschaft Berlin versuchte sich in der Marktwirtschaft. Und das ausgerechnet in Immobilien. Das ist natürlich gründlich schief gegangen. 2003 war der „Konsum“ praktisch Pleite. Die Unternehmensberatung Ernst & Young empfahl die Einwerbung neuer Mitgliederanteile, um den Konkurs abzuwenden. Dies hat die Genossenschaft befolgt. Was den Anlegern aber nicht klar war, es handelte sich um eine Geschäftseinlage mit vollem Risiko.

    Wie das Gericht dies bewertet, bleibt bislang unklar. Es gibt aber keinen Hinweis, dass sich Klaus-Dieter Volke persönlich bereichert haben könnte.

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