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Land und Deutsche Bahn erfolgreich gegen Graffiti

05.10.11 (Nordrhein-Westfalen) Autor:Jürgen Eikelberg

Land NRW und Deutsche Bahn setzen ihr Engagement gegen Beschädigungen und Verunreinigungen an Bahnhöfen und Haltepunkten durch Graffiti fort. Am Bahnhof Troisdorf stellten heute der Parlamentarische Staatssekretär für Verkehr, Horst Becker, und der Konzernbevollmächtigte der Bahn für NRW, Reiner Latsch, den weiteren Fahrplan im Kampf gegen Farbschmierereien vor. Das Programm für die kommenden Jahre baut auf den erfolgreichen Maßnahmen des Vorjahres auf. Inzwischen wurden bereits die 100 am stärksten betroffenen Stationen gereinigt und mit Präventionsschutz versehen. Insgesamt gibt es in NRW 695 Bahnhöfe und Haltepunkte.

„Die gemeinsame Anti-Graffiti-Aktion von Deutscher Bahn AG und dem Land Nordrhein-Westfalen hat sich sehr bewährt und wird fortgesetzt“, betonte Staatssekretär Becker. „Sie macht Sinn, weil sie in ein Gesamtpaket von Maßnahmen eingebettet ist. Dazu gehören unter anderem die Modernisierung von Bahnhöfen, Video- und Notrufanlagen oder auch die erfolgreiche Kampagne „Mehr Zivilcourage in Bus und Bahn – Misch Dich ein: Wähl 110!“. Kreativität von Menschen ist wichtig, aber bitte nicht auf öffentlichen Flächen und nicht zu Lasten anderer. Fahrgäste haben Anspruch auf saubere, helle und sichere Haltestellen“, sagte Becker.

Der DB-Konzernbevollmächtigter Reiner Latsch hob hervor: „Das zurückliegende Jahr war ein echter Erfolg im gemeinsamen Kampf von Land und DB gegen Graffiti-Verunreinigungen. Wenige Tage nach der Meldung einer Farb-Attacke wird diese leichter als bislang entfernt. Damit nehmen wir den Farbschmierern ihr Erfolgserlebnis. Ich freue mich auf die Fortführung der gemeinsamen Aktion!“

Das neue Konzept baut auf diese Erfolge auf und sieht vor, dass alle gefährdeten Objekte im Rahmen von Präventionsmaßnahmen zunächst mit einer Anti-Graffiti-Schutzschicht ausgerüstet werden, so dass sie rascher von den Schmierereien befreit werden können. Besonders Hinweisschilder und Einrichtungen der Kundeninformation sollen so vor Graffitivandalismus geschützt werden. Daneben werden alle Verschmutzungen von der Bahn dokumentiert, um Ansprüche auf Schadensersatz geltend machen zu können.

Liste von Bahnhöfen, an denen das Programm bisher umgesetzt wurde.

Bild: Jürgen Eikelberg, Archivbild vom 2008

2 Responses

  1. Ich verstehe nicht, wieso die Besteller/EVU den EIU nicht Feuer unterm Hinter machen damit diese ihre Anlage in Ordnung bringen bzw. reinigen. Wofür werden der DB Station&Service Stationspreise gezahlt?

    Was heißt „Wenige Tage“? Nach wenigen Tagen wissen die Sprayer doch gar nicht mehr wo sie gesprayt haben und sind schon längst an weiteren Anlagen am rumsprayen… Von daher muss zeitnah DIREKT gesäubert werden, max. ein Tag nach der Meldung der Verschmutzung (durch Endkunde, EVU(Lokführer, Zugbegleiter, etc.), Besteller).

    Ansonsten hilft nur schnelles Stellen und Verurteilen der Verursacher.


  2. Beobachter
    05.10.11 um 21:00

    @ Frank

    Es wäre schön, wenn die Mitarbeiter eines EVU Beschädigungen und Graffiti an Bahnanlagen an Station & Service melden würden. Wenn sie selbst nicht „zuständig“ sind, geht ihnen alles am Hinterteil vorbei.

    Das betrifft sogar auch Züge, wo sie als Gastfahrt mitreisen. Ein selbst erlebtes Beispiel: Ich betrete das 1. Klasse-Abteil einer S-Bahn, die frisch gereinigt aus der Abstellung kam. Es waren schon weitere Reisende in dem Abteil, unter anderem ein DB-Lokführer auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz. Ich bemerkte, dass ein Schrank offenstand und versuchte ihn zu schließen. Doch leider hatte ich keinen passenden Vierkant dabei und konnte sie nicht verriegeln. Erst dann stand der Lokführer auf und verriegelte mit seinem Vierkant den Schrank. Hätte er es nicht getan, ich hätte ihn mit Sicherheit darauf angesprochen.

    Wenn die Leute bei solchen offensichtlichen Kleinigkeiten nicht von selbst darauf kommen, mit wenig Aufwand ein solches Problem zu lösen, wie kann man dann erwarten, das sie ein viel größeres Problem auch nur melden?

    Davon ab, die meisten Schmierereien befinden sich nicht unmittelbar im Sichtbereich des Zugpersonals und können daher nicht von diesem gemeldet werden. Man kann schon froh sein, wenn die Stationen in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gereinigt werden. Dies war jahrelang nämlich nicht der Fall und solche Stationen wie auf dem Bild gab es zu Hauf in NRW.

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