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Frank Schmidt als GDL-Landesvorsitzender NRW bestätigt

18.10.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die heutige Bezirksversammlung des Bezirks Nordrhein-Westfalen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stand ganz im Zeichen: Faire Löhne – Fairer Wettbewerb. Der Vorsitzende des Bezirks Nordrhein-Westfalen, der 46-jährige Frank Schmidt wurde mit großer Mehrheit für weitere vier Jahre wiedergewählt. Auch seine Stellvertreter Olaf Schulz-Arimond und Claus Roelofsen wurden im Amt bestätigt. Es hat großen Anteil daran, dass die Tarifverhandlungen bei den in Nordrhein-Westfalen aktiven Eisenbahnverkehrsunternehmen recht geräuschlos und mit wenigen Streiktagen erfolgreich abgeschlossen worden sind.

Frank Schmidt erinnerte in seinem Grußwort an den massiven Lokführermangel in NRW sowohl im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Er mahnte bei den anwesenden Arbeitgebervertretern Rainer Latsch (Konzernbevollmächtigter NRW der DB AG) und Hans Leister (Geschäftsführer Keolis Deutschland – Eurobahn) eine vernünftige Personalplanung an. „Das bedeutet ausbilden, ausbilden, ausbilden und attraktive Arbeitsbedingungen schaffen.“ Wenn ein Eisenbahnverkehrsunternehmen dies aus Kostengründen nicht allein könne, sollte man sich zu einem Pool zusammenschließen und gemeinsam ausbilden, meinte er in einem Nebensatz.

In der zurückliegenden und teilweise noch andauernden Tarifrunde hatte die GDL für fast 95 Prozent der Lokomotivführer verbesserte Arbeitsbedingungen und faire Löhne erreichen können. Man ist guter Dinge, mit der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG), der Metronom Eisenbahngesellschaft mbH, Cantus Verkehrsgesellschaft mbH und der AKN Eisenbahngesellschaft mbH in den laufenden Schlichtungsverfahren unter dem Vorsitz des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Professor Georg Milbradt zu einem guten Ergebnis zu kommen. Dazu gehören auch die inhaltsgleichen Rahmenregelungen und ein Betreiberwechseltarifvertrag. „Kein Lokomotivführer soll danach künftig noch Existenzangst haben, wenn sein Betrieb eine Ausschreibung im Nahverkehr verliert oder die Fracht von einem anderen Güterverkehrsunternehmen übernommen wird, und er somit den Arbeitgeber wechseln muss“, so Schmidt: „Damit gewinnt der Beruf des Lokomotivführers wieder einiges an Attraktivität zurück.“

Die GDL befürwortet den Wettbewerb und will ihn aktiv mitgestalten. „Mit den inhaltsgleichen Rahmenregelungen kann und soll Wettbewerb weiter stattfinden, aber eben nicht mehr über die Löhne. Langfristig werden jene Unternehmen, die die inhaltsgleichen Rahmenregelungen mit uns tarifiert haben, die Gewinner sein: Denn sie werden auch dann noch Lokomotivführer bekommen, wenn andere keine mehr finden“, ergänzte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Die GDL bekennt sich anders als die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) ganz klar zur Trennung von Netz und Betrieb, ansonsten könnten die Wettbewerbsdefizite nicht ausgeräumt werden. Das betrifft sowohl den Zugang zur Eisenbahninfrastruktur als auch die Versorgung mit Bahnstrom. Die Konkurrenten der DB versuchen die Wettbewerbsnachteile durch niedrigere Lohnkosten des Fahrpersonals auszugleichen, so die Gewerkschaft. Dadurch ist auch die derzeitige Eskalation des Tarifkonflikts im Schienenpersonennahverkehr entstanden. Deshalb fordert die GDL von der Politik schon seit langem, dass die Unabhängigkeit der Eisenbahninfrastrukturunternehmen sichergestellt und somit ein tatsächlicher diskriminierungsfreier Zugang zu gleichen Bedingungen gewährt wird. „Das geht am besten mit einer vollständigen Abtrennung des Netzes von der DB“, so Weselsky.

Bild: Gerda Seibert, GDL

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