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Fast jeder zweite Bus fällt beim TÜV mit Mängeln auf

31.10.11 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Wie der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) in der vergangenen Woche bekannt gab, fällt fast jeder zweite Bus bei der Hauptuntersuchung mit Mängeln auf, jedes siebte Fahrzeug hat sogar erhebliche Mängel. Nur gut fünfzig Prozent aller untersuchten Busse ist fehlerfrei. Jeder 500. Bus musste wegen Verkehrsunsicherheit sogar stillgelegt werden. Besonders auffällig ist die Steigerung der Mängelquote mit erhöhtem Fahrzeugalter.

Für die Statistik wurden rund fünfzigtausend Hauptuntersuchungen von Reise- und Linienbussen in ganz Deutschland ausgewertet. Busse zur Personenbeförderung sind solche, die mindestens acht Sitzplätze haben. Anders als „normale“ Autos müssen sie nicht nur alle zwei Jahre, sondern jedes Jahr zum TÜV. Besonders häufig wird dabei die Beleuchtung bemängelt – gerade in der jetzt anbrechenden dunklen Jahreszeit ist das ein besonders großes Problem.

Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied beim VdTÜV fordert, die notwendigen Instandhaltungsarbeiten vor der Hauptuntersuchung durchzuführen. „Besonders sollte dabei auf den Zustand von Lenkung, Bremsen und Stoßdämpfern geachtet werden. Vor jeder Fahrt ist darüber hinaus ein Sicherheitscheck durch den Fahrer vorgeschrieben, aber gerade die vielen Mängel an den Beleuchtungsanlagen lassen vermuten, dass dieser nicht gründlich oder gar nicht vorgenommen wird.“

Aber trotzdem: „Rein statistisch gesehen ist der Bus eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Für die rund 5,5 Milliarden Fahrgäste, die in Deutschland jährlich mit dem Bus fahren, muss die Sicherheit an erster Stelle stehen.“ „Busse dienen der Personenbeförderung – hier sind die Anforderungen an die Sicherheit besonders hoch. Jeder Bus, der mit technischen Mängeln am Straßenverkehr teilnimmt, ist daher einer zu viel.“

Jedes Jahr zum Schulbeginn fordern zahlreiche Verbände und Institutionen dazu auf, die Kinder doch mit dem Bus zur Schule fahren zu lassen. Angesichts des Zustandes in dem sich manche Schulbusse befinden, dürften Eltern Zweifel kommen, ob sie ihre Kinder in so manche Gefährte wirklich einsteigen lassen sollten. Eine Reaktion auf das verheerende Ergebnis, zu dem der TÜV hier gekommen ist, gab es von den sonst „üblichen Verdächtigen“, wie beispielsweise dem VCD, diesmal nicht. Schade.

Ein Kommentar

  1. Was soll der VCD auch antworten? Die Überwachungsvereine wollen auch nur ihr Geschäft machen und das besteht nunmal aus „Sicherheit“ zu verkaufen, ob es am Ende was für den Kunden bzw. Passagier bringt ist doch für die Überwachungsvereine irrelevant, diese wollen ja Geld verdienen.

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