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DB Regio erhält den Zuschlag für das Dieselnetz Nordthüringen

09.10.11 (Hessen, Niedersachsen, Thüringen) Autor:Sven Steinke

Wie das Thüringer Verkehrsministerium mitteilt konnte sich die DB Regio Südost im Ausschreibungsverfahren um das Dieselnetz Nordthüringen den Zuschlag sichern. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn wird somit ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 die Linien Erfurt – Kassel, Erfurt – Leinefelde und Gotha – Bad Langensalza von der Erfurter Bahn übernehmen. Die Linie Erfurt – Nordhausen verbleibt bei DB Regio.

Mit der Betriebsaufnahme werden auf der Linie Kassel – Erfurt im Gegensatz zu heute einige Zwischenhalte entfallen, wodurch die Linie um 15 Minuten beschleunigt wird und so neue Anschlüsse an den Fernverkehr in Erfurt hergestellt. Für die Linie Erfurt – Nordhausen sind in den nächsten Jahren umfangreiche Bauarbeiten zur Beschleunigung der Linie geplant. Das große Ziel der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS) ist eine Fahrzeit von unter einer Stunde zwischen beiden Städten. Ein genauer Zeitplan ist hier aber noch nicht bekannt.

Das Ausschreibungsverfahren hatte die NVS zusammen mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) und der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) durchgeführt. Im Rahmen des Nettovertrages mit einem Volumen von rund 2,6 Millionen Zugkilometern pro Jahr und einer Laufzeit von zwölf Jahren soll das Qualitätsniveau auf den Linien weiter steigen. So wird für die Regional Expresszüge eine generelle Besetzung mit Zugbegleitern gefordert. Auf den Regional Bahn-Linien wird jeder zweite Zug begleitet. Die Qualität in den Zügen überprüft die NVS demnächst mit einem umfassenden Qualitätsüberwachungssystem. Außerdem muss der Betreiber seinen Fahrgästen Kundengarantien, wie die Informations- und Vertriebsgarantie, Sauberkeits-, Antwort- und Einstiegsgarantie bereithalten.

Die Fahrradmitnahme in den Zügen wird zukünftig kostenlos sein. Fahrscheine sind an Automaten in den Zügen sowie teilweise an den Stationen in Reisezentren und an Automaten erhältlich. In Mühlhausen wird nach den Vorgaben der Ausschreibung ein neues Servicebüro eingerichtet. Hier können die Kunden persönlichen Kontakt mit Mitarbeitern des Betreibers aufnehmen. Das Angebot umfasst Beratungsgespräche, die Bearbeitung von Kundengarantien, ein Fundsachenservice, sowie die Aufnahme von Beschwerden.

Thüringens Verkehrsminister Christian Carius sagte, dass nach den erfolgreichen Vergabeverfahren für das Elektronetz Franken, das Mitteldeutsche-S-Bahn-Netz, das Vogtlandnetz und das Dieselnetz Ostthüringen, nun auch die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im nördlichen Teil Thüringens ausgeschrieben wurden. Das Liniennetz umfasst die Städte Erfurt, Bad Langensalza, Mühlhausen, Nordhausen, Leinefelde und Kassel. Ein wirtschaftliches und qualitativ hochwertiges Angebot seien die Zuschlagskriterien für DB Regio gewesen, sagte der Minister weiter.

Dieselnetz Nordthüringen, Dez. 13 – Dez. 25, 2,6 Mio. Zkm. pro Jahr

  • RE Erfurt – Bad Langensalze – Leinefelde – Eichenberg – Kassel
  • RE Erfurt – Kühnhausen – Sondershausen – Nordhausen
  • RB Erfurt – Kühnhausen – Bad Langensalza – Mühlhausen – Leinefelde
  • RB Gotha – Bufleben – Bad Langensalza

5 Responses

  1. Da bin ich ja mal gespannt, ob jetzt auch wieder Gewerkschafter kommen und die Vergabe kritisieren, schließlich stehen Mitarbeiter der Erfurter Bahn ja jetzt „im Regen“.


  2. ichweißauchwas
    11.10.11 um 12:36

    Solang die DB Regio NICHT das schreckliche Fahrzeugpotentional der Erfurter Bahn übernimmt ist das gar sehr zu begrüßen. Die die Teile sind ja eine Zumutung !

    Eines nleibt offenbar uf der Strecke !
    Hinsichtlich das fossile Energien wie Diesel in Zukuft immer rarer wird ist es nicht verständlich das zumindest der Abschnitt Leinefelde – Gotha NICHT elektifiziert wird. Denn bis Gotha, und ab Leinefelde bis Kassel ist kja ach Elektroberieb möglich.

    Theoretisch wäre ja auch ein Zwitterbetrieb denkbar, in dem man schlichtweg ein Doppelgespann aus Diesel und Elektro einsetzen würde.
    Hauptsache die Strecke Zwickau – Erfurt – Göttingen wird dann nicht mal eben in Eichenberg beschnitten, so das man dort stetig unnötig in den blöden Cantusumsteigen müßte, was jegliche Anschlüsse in Göttingen bei Beibehaltung derzeitiger Abfahrt 10 Min. nach voll in Erfurt auf jeden Fall der Fall wäre.

    Es ließe sich dann jedoch auch dreifach Traktion einsetzen, von der dann ein Zugteil ab Eichenberg nach Kasseö, der Rest nach Göttingen wie bisher fahren würde. Erforderte aber auch ein Zugafahrt ab Erfurt zur etwa vollen Stund ( statt 10 Minuten nach ) da ja ein klitzekleiner Umweg in den Bahnhof Eichenberg mit weiterem Fahrtrichtungswechsel Richtung Göttingen erfolgen würde.

    Was jedoch sehr schnell jetzt schon geschen müßte, daß der letzte Regionalexpress 21:10 von Erfurt nach Göttingen NICHT in Leinefelde endete, sondern auch bis Göttingen durchgezogen würde.
    Denn 19:10 bei dann auch noch einem regelmäßig * überfüllten Zug ist zumindest im Sommerhalbjahr für Ausföüge nach Weimar, Erfurt und gesamtem Thüringer Wald etwas zu früh, zumal am Wochende ohnein morgens erst 2 Stunden später gefahren werden kann.
    ( * Überfüllt deshalb. weil zu der Stund nur noch einfacher Zug, anstatt doppelt oder dreifach Traktion unterwegs ist. Nach langem laufen in Weimar. Erfurt oder auf dem Rennsteig machen sich dann Stehplätze nicht so gut.

    MFG

  3. Die Erfurter Bahn übernimmt dafür ja dann das ostthüringer Dieselnetz rund um Jena. Somit wird es weder großartigen Personalabbau noch Fahrzeugverschrottungen geben.

    Die RS-1 wandern dann auf die RB-Linie 21 Weimar-Göschwitz/Gera bzw. Jena-Pößneck, dafür kommen auf den im Artikel beschriebenen Linien dann wohl die Desiro (DB BR 642).

  4. Wird der RE „Erfurt – Bad Langensalze – Leinefelde – Eichenberg – Kassel“ denn nicht in Mühlhausen halten?

  5. @ichweißauchwas:
    Die Elekrtifizierung des Abschnitts Gotha-Leinefelde wurde für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet.

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